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MV aktuell Pharma-Großhändler eröffnet Hightech-Logistikzentrum in Laage
Nachrichten MV aktuell Pharma-Großhändler eröffnet Hightech-Logistikzentrum in Laage
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07:00 20.10.2018
Birgit Münch 63, arbeitet seit 46 Jahren für Gehe Pharma Handel. In Rostock-Laage, der neuen, modernen Niederlassung, hilft sie den neuen Kollegen, nicht nur mit Ihrer Erfahrung weiter. Quelle: Martin Börner
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Laage

Hightech im Großhandel: Surrende Automaten, in denen roboterartige Greifer nach den richtigen Medikamenten suchen. Ratternde Fließbänder, die zügig Kunststoff-Wannen transportieren, in die Pillenpackungen und Verbandsmaterial hineinfallen. Ein hochmodernes Logistikzentrum für Medikamente und andere Präparate eröffnet am Sonnabend in Laage bei Rostock.

Das bundesweit agierende Unternehmen Gehe Pharma Handel hat seine beiden bisherigen Standorte in Neubrandenburg und Schwerin zusammengelegt und in die Region Rostock verlagert. Rund sechs Millionen Euro sind laut Regionalvertriebsleiter Uwe Stiftel (53) in das neue Logistikzentrum investiert worden. „Das waren vor allem Investitionen in neue Technik, die notwendig waren, um zu modernisieren“, sagt er.

Automaten übernehmen Teil der Arbeit

60 Jobs entstehen in Laage – davon 40 Vollzeitstellen. Für die Mitarbeiter bricht damit auch ein neues, digitales Zeitalter an. Der Arzneigroßhändler hat in MV bisher nur mit so genannter Handkommissionierung gearbeitet – sprich: Alle von den Apotheken angeforderten Medikamente wurden von Menschen aus den Regalen, Boxen, Schubfächern, dem Kühllager oder der Gefahrgut-Kammer geholt, gesammelt und versandfertig für den Transport gemacht.

Das Unternehmen Gehe Pharma Handel macht in MV einen hochmodernen Standort auf, um Apotheken in MV und Brandenburg zu beliefern. Sechs Millionen wurde in Hightech-Maschinen investiert. 60 Jobs entstehen in Laage.

Ab sofort arbeiten jedoch Maschinen einen Großteil der Aufträge ab. 60 Prozent der Bestellungen werden maschinell kommissioniert, wie Großhandel-Vertriebsleiter Horst Greinert (64) sagt. Zwei große Automaten, die jeweils rund 100 000 Arznei-Packungen enthalten, übernehmen das Auswählen, Sortieren und Zusammenstellen der Medikamente. Damit will der Großhändler Gehe noch schneller und effizienter werden. Um die restlichen 40 Prozent kümmern sich weiter Angestellte, die die Produkte zusammenstellen.

20 000 Kilometer täglich auf den Straßen unterwegs

Etwa 150 Touren in die Apotheken in MV und Nord-Brandenburg fahren die Spediteure für Gehe Pharma Handel täglich. „Wir legen etwa 20 000 Kilometer am Tag zurück“, sagt Greinert. Uwe Stiftel fügt hinzu: „Wir sind jetzt erstmals eine Vollniederlassung, machen auch das Nachtgeschäft selber. Drei Mal am Tag werden die Apotheken von uns beliefert.“ Zwischen der Bestellung beim Großhändler durch die Apotheke und dem Zeitpunkt, an dem der Fahrer losfährt, sollen nur 35 Minuten liegen – wenn alles glatt und normal läuft.

Axel Pudimat, Vorsitzender des Apothekerverbandes MV, begrüßt die Eröffnung des neuen Logistikzentrums. „Für den Raum Rostock ist die Ansiedlung sehr gut, für Neubrandenburg und Schwerin vielleicht etwas nachteilig, aber über die Nähe zur Autobahn sind auch die Orte schnell zu erreichen.“ Neben Gehe in Laage sind in MV noch Alliance Healthcare in Kavelstorf bei Rostock und Sanacorp Pharmahandel in Stralsund als pharmazeutische Großhändler tätig. Damit sei das Bundesland gut versorgt, schätzt der Vorsitzende des Apothekerverbandes ein.

Lieferung noch schneller als vorher möglich

„Was viel zu selten gesagt wird, weil alle es als gegeben voraussetzen, ist, dass das logistische System im Apothekenwesen gut ausgeklügelt ist und hervorragend funktioniert“, betont Pudimat. Die Versorgung der Apotheken mit Medikamenten werde durch das hochmoderne System am Standort Laage künftig noch schneller und besser funktionieren als derzeit.

Aus Sicht von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) stärkt das neue Logistikzentrum auch die Gesundheitswirtschaft in MV. „Mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung von 15 Prozent hat sich die Branche als Motor der Wirtschaft bei uns erwiesen. Jeder fünfte Erwerbstätige arbeitet hier“, betont Glawe. Vom Standort Rostock-Laage aus könnten Patienten im Land kurzfristig und zuverlässig mit Medikamenten versorgt werden.

Virginie Wolfram

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