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MV aktuell Plötzlicher Herztod: Was ihn verursacht und wie Sie sich schützen
Nachrichten MV aktuell Plötzlicher Herztod: Was ihn verursacht und wie Sie sich schützen
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10:21 05.10.2019
Bei einem akuten Herz-Kreislauf-Versagen muss unverzüglich versucht werden, den Patienten mittels Herzdruckmassage zu reanimieren (Symbolbild). Quelle: Arbeiter-Samariter-Bund
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Rostock

Er erscheint wie ein Schicksalsschlag: der plötzliche Herztod. Jedes Jahr erleiden in Deutschland geschätzt 65 000 Menschen ein akutes Herz-Kreislauf-Versagen.

Das Herz hört auf zu schlagen, der Blutdruck sinkt auf null. Der Patient verspürt nach vier Sekunden eine „Leere“ im Kopf. Nach acht Sekunden bricht er bewusstlos zusammen. Nach zwei bis drei Minuten hört er auf zu atmen. Etwa 60 000 Bürger versterben.

14-tägige Ratgeberserie mit brisanter Thematik

„Der plötzliche Herztod ist in aller Regel kein schicksalhaftes Ereignis, von dem es kein Entkommen gibt“, betont der Herzspezialist und Notfallmediziner Prof. Dr. Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Grund genug für die OSTSEE-ZEITUNG, dieser brisanten Thematik in den kommenden 14 Tagen besondere Aufmerksamkeit zu widmen. In der Ratgeberserie „Herz in Not“ erläutern Ärzte, Pflegekräfte und Vorsorgespezialisten Ursachen, Symptome und Therapien. Patienten erzählen ihre Krankengeschichten.

OZ-Herzquiz: Mitmachen und bis zu 50 Euro gewinnen

Symptome sind Brustschmerz und Luftnot

„Etwa 50 Prozent der Patienten verspüren zuvor Brustschmerz oder Luftnot“, sagt Dr. Sven Ottemöller. Der Geschäftsführender Chefarzt der Inneren Medizin des Sana-Krankenhauses Rügen fordert, bei derartigen Symptomen immer Kontakt mit dem Hausarzt oder dem Krankenhaus aufzunehmen. 2018 hatten von 30 Patienten, die den plötzlichem Herztod erlitten und in sein Haus eingeliefert wurden, 15 überlebt.

Prof. Wolfgang Motz: Digitaler Kardiologie gehört Zukunft

In 75 Prozent der Fälle ist die fortschreitende Gefäßverkalkung, die Herzkranzgefäße verengt, der Grund für die dramatischen Ereignisse. „Sie wiederum wird vor allem durch gerade in MV weit verbreitete Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen verursacht“, erklärt Prof. Wolfgang Motz. Der Ärztliche Direktor des Klinikums Karlsburg setzt bei der Betreuung schwer herzkranker Menschen im Flächenland MV konsequent auf die digitale Kardiologie.

OZ-Herzforum in Rostock: Fachleute geben Rat

Besondere Risiken, neuartige Diagnoseverfahren, wirksame Therapien und effektive Möglichkeiten der Fernüberwachung gegen eine fortschreitende Gefäßverkalkung und Herzschwäche sind Schwerpunkte der ­14-tägigen OZ-Serie „Herz in Not“. Stellen sie doch häufig die Ursachen für den plötzlichen Herztod dar. Experten stehen Ihnen, liebe Leser, zudem Rede und Antwort beim Telefonforum am 16. Oktober und einen Tag darauf beim großen Forum im Medienhaus der OSTSEE-ZEITUNG. Die Anmeldung ist hier möglich.

Dazu könnten Skype-Sprechstunden mit bereits im Klinikum untersuchten Patienten gehören. „Modernste Technik unterstützt die Mediziner, ersetzt sie aber nicht. Und sie muss für den Erkrankten einfach handhabbar sein“, beton der Fachmann.

Datenlage ist völlig unzureichend

Die aktuelle Datenlage zum plötzlichen Herztod sei auch in MV völlig unzureichend, kritisiert Prof. Dr. Gustav Steinhoff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie der Unimedizin Rostock. Er fordert wie auch Prof. Andresen die wissenschaftliche Erfassung der Problematik ähnlich der Krebsregister. Hier sei die Politik gefordert, diese Projekte auch finanziell zu unterstützen. „Existiert die Datenbasis, kann zur automatisierten Symptomerkundung künstliche Intelligenz eingesetzt werden“, so Prof. Steinhoff.

Patienten müssen sofort reanimiert werden

Auf die sofortige Reanimation jener Patienten, die ein akutes Herz-Kreislauf-Versagen erleiden, verweist Prof. Stephan Felix. „Entscheidend ist, dass die Zeugen eines Kreislaufzusammenbruchs – meist sind es medizinische Laien – sofort mit der Herzdruckmassage beginnen“.

Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin B der Unimedizin Greifswald erklärt, dass bei einem Kreislaufstillstand die Überlebenswahrscheinlichkeit für den Patienten pro Minute um etwa zehn Prozent sinkt.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Alle Teile der OZ-Serie Herz in Not gibt es hier.

Hier finden Sie den OZ-Kommentar zum Thema.

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Von Volker Penne

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