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Wölfe haben sich in der jüngsten Vergangenheit in Europa stark vermehrt, auch in MV. Die CDU fordert jetzt über den Landtag eine Obergrenze. Quelle: Nabu /s.zibolsky
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Jetzt muss sich Isegrim warm anziehen: Die Wolfspopulation in MV soll künftig begrenzt, sogenannte „Problemwölfe“ getötet werden. Diese Absicht steht hinter einem Antrag, den die Fraktionen von CDU und SPD kommende Woche in den Landtag einbringen. Gerissene Schafe und Rinder, Übergriffe auf Herden, verunsicherte Bauern – der Wolf hat sich nicht beliebt gemacht in den vergangenen Monaten.

Immer wieder ploppt das Thema auch in der Landespolitik hoch, meist dann, wenn Bauern strengere Regeln oder Ausgleich für Tierverluste fordern. Nun geht die CDU in die Offensive und fordert: klare Definition eines „Problemwolfes“, bei Bedarf Tötung, Hilfen zur regionalen Eindämmung und Maßnahmen zur Vertreibung der Raubtiere.

Sind zwei Populationen verschmolzen?

Beate Schlupp (CDU) will, dass eine „Obergrenze für den Wolfsbestand“ festgelegt wird. Dazu sei es nötig, zwei Populationen der Tiere – eine in Deutschland und Polen, eine von Polen bis ins Baltikum – zusammen zu betrachten. Da sich der Wolf ausbreite, sei davon auszugehen, dass beide Populationen mittlerweile verschmolzen sind. „Dann wäre der hohe Schutzstatus nicht mehr erforderlich und eine Regulierung des Wolfsbestandes möglich“, so Schlupp.

Laut einer EU-Naturschutzrichtlinie brauche es 250 erwachsene Tiere in Deutschland, um von einem gesicherten Bestand auszugehen. Schlupp fordert: „Alle weiteren über diese Obergrenze hinausgehenden Tiere könnten zur Bejagung freigegeben werden.“

SPD: Wann ist ein Wolf ein Problemwolf?

Bauchschmerzen gibt es beim Koalitionspartner SPD, eben weil bisher keine klare Definition von Problemwölfen vorliegt. Die Tiere folgten schlicht ihren Instinkten, wenn sie Schafe reißen. Offiziell heißt es aber: „Wir werden zustimmen“, so ein SPD-Fraktionsprecher.

In MV leben nach Auskunft des Umweltministeriums derzeit rund 30 Wölfe in drei Rudeln, Tendenz steigend. „Wir müssen lernen, mit dem Wolf zu leben“, sagt Corinna Cwielag, Bund für Natur und Umweltschutz Deutschlands in MV. Eine Obergrenze weist sie zurück. Es sei wissenschaftlich nicht erwiesen, dass es zwischen den Wolfspopulationen in Europa genetische Verbindungen gibt. Auch das Fangen oder Vertreiben von Tieren sei schwierig – „Tierquälerei“, so Cwielag.

Schafe oft nicht ausreichend geschützt

Zustimmung findet bei ihr die Idee, einzelne aggressive Tiere unter Umständen zu töten. Dafür bedürfe es aber vorher einer klaren rechtlichen Regelung. Und: Ein Grund, warum Wölfe Schafe reißen, sei nun einmal, dass die Schafe oft nicht genügend geschützt würden.

 Frank Pubantz

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