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Politik Kritik an Grass' SPD-Wahlkampfauftritt auch aus MV
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02:20 05.07.2013
Grass' Äußerungen seien mehr als anmaßend, so Caffier. Foto: Jens Büttner/Archiv
Grass' Äußerungen seien mehr als anmaßend, so Caffier. Foto: Jens Büttner/Archiv
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Schwerin

Ein Wahlkampfauftritt des Literatur-Nobelpreisträgers Günter Grass für die SPD ist auch bei Sozialdemokraten auf Ablehnung gestoßen: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) kritisierte in der „Bild"-Zeitung vom Freitag Äußerungen des 85-Jährigen zur DDR-Biographie von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). „Bei allem Respekt vor Grass als Schriftsteller: Solche Schmähungen des Lebens in der DDR sind unerträglich. Erst recht 23 Jahre nach der Deutschen Einheit“, sagte Sellering.

Grass hatte Berichten zufolge am Mittwochabend bei einer Diskussion mit SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück gesagt, Merkel habe eine „doppelte, gesamtdeutsche Ausbildung“ erfahren: als FDJ-Funktionärin in der DDR und dann unter Kanzler Helmut Kohl (CDU). In der FDJ-Zeit habe sie „Anpassung und Opportunität“ gelernt, bei Kohl natürlich „den Umgang mit Macht“. Union und FDP kritisierten den Auftritt scharf.

CDU-Landeschef Lorenz Caffier hat sich der parteiübergreifenden Kritik an Äußerungen von Literatur- Nobelpreisträger Günter Grass zur DDR-Vergangenheit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) angeschlossen. „Es ist mehr als eine Anmaßung, wie sich Günter Grass zum Richter über das Leben in der DDR aufspielt. Ein Mann, der selbst über Jahrzehnte seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS verschwiegen hat, sollte sich mit moralischen Wertungen zurückhalten“, mahnte Caffier in einer am Freitag in Schwerin verbreiteten Mitteilung.

Erfreut zeigte sich der Unionspolitiker, dass sich auch Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) „umfassend von dieser politischen Entgleisung distanziert“ habe. SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück habe dies jedoch versäumt.

dpa