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Politik Mecklenburg und Vorpommern im Visier der CIA
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06:08 10.03.2017
In den CIA-Akten sind Ort und Zeit der Informationsbeschaffung sowie die Agenten selbst geschwärzt. Daneben wurden einige Textpassagen, Graphiken und Fotos zensiert. Quelle: CIA
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Rostock/Langley

Der US-amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA hat auf seiner Website über 12 Millionen Seiten aus Geheimdokumenten veröffentlicht. Tausende davon betreffen Mecklenburg-Vorpommern. Als Standort von Schlüsselindustrien und Teil des sowjetischen Machtbereiches stand das Land seit dem Kriegsende im Fokus der CIA. Der Geheimdienst interessierte sich für die Auslastung der Werften, Truppenbewegungen und die politischen Stimmungslage in der DDR. Nun sind diese Informationen für alle zugänglich.

Schon vor 60 Jahren sammelte der US-Geheimdienst kräftig Informationen. Im Fokus standen Werften, Armee und Universitäten.

Die meisten Papiere, in denen es um den Nordosten Deutschlands geht, stammen aus den 1950ern Jahren. In dieser Zeit wurden in der DDR die Nationale Volksarmee und das Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) aufgebaut, sagt Thomas Stamm-Kuhlmann, Geschichtsprofessor an der Uni Greifswald. „Außerdem war MV durch seine Häfen für die westlichen Geheimdienste von Bedeutung.“ Gestützt auf Zeitungsberichte und Informanten dokumentiert die CIA den Ausbau von Werften in Mecklenburg. Die Agenten berichteten von Problemen, die die DDR-Regierung am liebsten verschwiegen hätte. Wegen Materialengpässen müsse die Warnowwerft immer wieder die Produktion einstellen, schrieb ein Informant im April 1954. Es fehle an Stahlplatten aus der UdSSR.

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Die Geheimdokumente gehören zur sogenannten CREST-Datenbank (CIA Records Search Tool). Sie beinhaltet Unterlagen aus den 1940er bis zu 1990er Jahren, die schon durch den amerikanischen Ex-Präsidenten Bill Clinton freigegeben wurden. Bislang waren sie aber nur im Nationalarchiv im US-Bundesstaat Maryland zugänglich. Vor der Veröffentlichung sei kein Dokument nachträglich als geheim eingestuft worden, sagte der CIA-Informationsdirektor Joseph Lambert dem amerikanischen Nachrichtenportal BuzzFeed.

Alexander Salenko

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