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Politik Politologe: AfD hat Abgrenzungsproblem
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06:00 20.09.2017
Prognosen und Umfragen für MV seien kaum vorhanden, sagt Politologe Jan Müller. Das Wahlergebnis sei so nicht vorhersehbar.
Prognosen und Umfragen für MV seien kaum vorhanden, sagt Politologe Jan Müller. Das Wahlergebnis sei so nicht vorhersehbar. Quelle: dpa
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Rostock

Bis zum Wahltag lohnt der Kampf um jede Stimme, glaubt Jan Müller, Politikwissenschaftler an der Universität Rostock. Die OZ sprach mit ihm.

OZ: Herr Müller, die Parteien geben kurz vor der Bundestagswahl in MV noch einmal Gas im Wahlkampf. Kann dies am Ausgang noch was ändern?

Jan Müller: Bislang haben nur wenige Briefwähler ihre Stimme abgegeben. Den Parteien geht es jetzt um die Mobilisierung hin zum Wahltag. Zum einen geht es darum, dass das eigene Klientel auch wirklich an die Urne geht, zum anderen sollen unentschlossene Wähler überzeugt werden. Dies gilt sowohl für die Parteien hier vor Ort als auch in allen anderen Bundesländern.

Ein Blick in die Glaskugel: Mit welchem Ergebnis rechnen Sie hier im Land in etwa für einzelne Parteien?

Prognosen und Umfragen für MV sind kaum vorhanden. Die Wissenschaft sollte hier weniger Vorhersagen treffen, die Datenlage ist dünn. Wichtiger ist die Analyse des Ergebnisses. Für die Grünen und die FDP im Bundesland geht es darum, einen Sitz in Berlin zu erreichen. Dies sorgt für eine große Außenwirkung und für ein Sprachrohr der Landesverbände in die Bundespolitik.

SPD-Politiker warnen vor dem Einzug von „Nazis“ mit der AfD in den Bundestag. Wie viel rechtsextremes Gedankengut steckt in der AfD in MV?

Die AfD MV hat schon sehr früh aufgezeigt, dass sie ein Abgrenzungsproblem zum Rechtsextremismus hat. So stimmte man bei Abstimmungen in Kommunalparlamenten gemeinsam mit der rechtsextremen NPD. Auf Parteitagen oder in sozialen Medien finden sich von einzelnen Mitgliedern Äußerungen, die völkische Argumentationen erkennen lassen. Liegen einer Analyse nur die offiziellen Dokumente der AfD zugrunde, kann nur festgestellt werden, dass es sich um eine rechtspopulistische Partei handelt. Eine Pauschalverurteilung stärkt nur den Opferstatus, den sich die AfD gerne gibt.

Frank Pubantz

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