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06:02 25.05.2018
Rauchverbot bald auch auf Spielplätzen in MV? Gesundheitsexperten setzen sich dafür ein. Quelle: Annett Meinke
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Schwerin

Kommt nach dem Rauchverbot in Gaststätten auch das auf Spielplätzen in MV? Experten fordern dies, um Kinder besser zu schützen. Die Fraktion „Bürger für MV“ (BMV) schlägt im Landtag eine Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes vor. „Wir wollen unsere Kinder besser schützen“, erklärt BMV-Mann Mathias Manthei. Es könne nicht sein, dass diese im Sandkasten mit „giftigen Kippen“ konfrontiert werden. Ähnlichen Bedarf sehe er auch an Stränden.

Das aktuelle Gesetz von 2007 sieht Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden vor – Schulen, Gerichte, Krankenhäuser, Sportstätten. Für Aufregung sorgte das Zigaretten-Tabu in Gaststätten, in denen auch Essen verkauft wird. Heute zieht Matthias Dettmann, Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) MV, ein positives Fazit: Das Gesetz habe sich „bewährt“. Eine Verschärfung lehne der Dehoga ab. Rauchverbot auf Spielplätzen sei für ihn dagegen „logisch und konsequent“, so Dettmann.

Lob für den Vorstoß in der Landespolitik kommt von Gesundheitsexperten. „Kinder müssen spielen können, ohne auf giftige Zigarettenkippen zu stoßen“, sagt Birgit Grämke, Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen. Eltern sollten gerade auf Spielplätzen Vorbild sein. An Stränden appelliert Grämke für getrennte Bereiche. Ins Gesetz sollten auch E-Zigaretten aufgenommen werden. Auch Krankenkassen fordern mehr Nichtraucherschutz. „Ganz klar: Rauchen gefährdet die Gesundheit“, so AOK-Sprecher Markus Juhls.

Laut dem Deutschen Krebsforschungzentrum ist MV im Vergleich der Bundesländer Spitze bei Rauchern: Mehr als drei von zehn Erwachsenen greifen hier zum Glimmstängel, deutlich mehr Männer als Frauen. Dr. Ute Mons, Abteilungsleiterin für Prävention, hält den Nichtraucherschutz im Nordosten nach wie vor für unzureichend. Kontrollen in Gaststätten hätten gezeigt: Nicht überall werde das Zigaretten-Verbot eingehalten.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hält am bestehenden Gesetz fest. Um Rauchverbot auf Spielplätze sollten sich die Kommunen kümmern, so sein Sprecher. Denn die würde die Durchsetzung in der Praxis betreffen. Für Manthei kein Problem: „Dann muss man stichprobenartig prüfen und Ordnungsgelder durchsetzen.“ Widerspruch kommt vom Städte- und Gemeindetag. „Dazu fehlt häufig das Personal“, so Geschäftsführer Andreas Wellmann. Einige Kommunen hätten bereits Rauchverbote verhängt.

Hintergrund: 33 Prozent der Erwachsenen in MV greifen laut einer Studie der Unimedizin Düsseldorf zu Zigarette & Co, nur in Brandenburg sind es mehr (42). Am gesündesten lebten demnach die Hessen – 18 Prozent.Bundesweit rauchen mehr Männer als Frauen. Laut Studie sterben in Deutschland jedes Jahr rund 100000 Menschen an Folgen des Rauchens.

Frank Pubantz

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