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Politik Sellering wirbt für friedlichen und respektvollen Umgang
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20:00 23.12.2016
Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) bei der Aufzeichnung der Weihnachtsansprache in seinem Büo in der Schweriner Staatskanzlei. Quelle: Cornelius Kettler
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Schwerin

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hat in seiner Weihnachtsansprache für sozialen Zusammenhalt geworben und die Verteidigung demokratischer Prinzipien angemahnt. Das Streben nach einem friedlichen und respektvollen Umgang miteinander dürfe auch in Zeiten terroristischer Bedrohungen nicht aufgegeben werden. „Es ist wichtig, dass wir auch in Zukunft unsere freiheitliche, offene und mitmenschliche Gesellschaft bewahren“, betonte Sellering in der am Freitag vom NDR-Fernsehen ausgestrahlten Ansprache.

„Dass es unterschiedliche Meinungen gibt und Fragen kontrovers diskutiert werden, gehört in einer offenen Gesellschaft dazu“, stellte Sellering fest. Das betreffe Aufnahme und Integration von Flüchtlingen ebenso, wie den Ausbau der erneuerbaren Energien. Doch erfülle ihn mit wachsender Sorge, dass der Ton dabei zunehmend rauer werde, ob im alltäglichen Gespräch oder in der politischen Debatte. Dabei ließen sich Probleme besser lösen, wenn sie gemeinsam angegangen werden. „So machen es auch die vielen Ehrenamtlichen, die sich selbstlos für andere einsetzen“, sagte Sellering und würdigte deren Wirken unter anderem für kranke und pflegebedürftige Menschen gerade auch in der Weihnachtszeit.

In seiner Ansprache ging der Regierungschef auch auf den jüngsten Terroranschlag mit zwölf Toten in Berlin ein. „Dieser Anschlag zeigt, dass wir wachsam und wehrhaft sein müssen. Auch in Deutschland müssen wir mit dem fanatischen Zerstörungswillen ideologisch und religiös Verblendeter rechnen. Davor dürfen wir die Augen nicht verschließen“, sagte Sellering. Er betonte aber gleichzeitig, dass bei allen notwendigen Schutzmaßnahmen eines nicht geschehen dürfe: „Dass wir aus unserem Land oder aus unseren Herzen eine Festung machen, in der nur noch Misstrauen und Angst herrschen.“

Gerade Weihnachten als Fest der Hoffnung und Sehnsucht nach Liebe und Frieden stehe für die Überwindung von Hass und Gewalt. Der Anschlag aber sei das genaue Gegenteil. „Er richtet sich gegen alles, was unser Zusammenleben positiv ausmacht“, sagte Sellering. Er forderte eine vollständige Aufklärung der Tat und die Bestrafung auch der Verantwortlichen im Hintergrund. Den Angehörigen der Opfer sprach er seine Anteilnahme aus, den Verletzten wünschte er baldigen Genesung.

Frank Pfaff

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