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Politik Tarifwüste MV: Nur jeder fünfte Betrieb zahlt faire Löhne
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06:48 30.12.2016
Tamsen Werft in Rostock. In der maritimem Wirtschaft MVs setzt sich der Trend zu Tariflöhnen fort. Quelle: Ove Arscholl
Rostock

Schlechte Nachricht für Arbeitnehmer: Auch ein Vierteljahrhundert nach der deutschen Einheit gibt es beim Thema Lohn eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in Deutschland. In MV zahlt nur etwa jede fünfte Firma Tariflohn, im Westen ist es jede dritte. Beim Vergleich der Beschäftigten hellt sich die Lage im Nordosten etwas auf: Fast jeder zweite wird tariflich entlohnt, allerdings oft nicht branchenüblich, sondern über Haustarif. Gewerkschaften fordern mehr Einsatz für faire Löhne.

„Wir müssen aus dem Lohnkeller herauskommen“, sagt Ingo Schlüter, DGB Nord. Dann werde MV seinen Fachkräftemangel bekämpfen. „Das geht nur über Tarifbindung“, so Schlüter. Ein Appell auch an die Politik, auf Firmenchefs einzuwirken. So fordert der DGB einen Mindestlohn für öffentliche Vergaben; Schleswig-Holstein zahlt ab Januar 9,99 Euro.

Statistiken bestätigen: Tarif ist in MV nicht Normalität. Der Anteil der Firmen bleibt seit Jahren konstant bei 21 bis 22 Prozent. Faustregel: Je größer das Unternehmen, desto eher gelten Flächentarif oder vergleichbare Regelungen.

Die Bedeutung von Tarifen hat vor allem Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) oft betont. Der Punkt ist Teil des Koalitionsvertrags. „Wichtig ist, dass viele Menschen von der guten wirtschaftlichen Entwicklung profitieren“, sagt Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Schon jetzt würde bei Förderung bevorzugt, wer Tarif zahlt. Für weiteres werde erst „ein Fahrplan erarbeitet“. Unternehmer verweisen zuerst auf die Kosten. Claus Ruhe Madsen, Möbelhaus-Betreiber aus Rostock, warnt vor noch mehr Eingriffen durch Politik. „Der Markt regelt auch die Löhne.“

Frank Pubantz

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