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MV aktuell Vorwurf: Pommersche Volksbank kündigt Stralsundern grundlos Konto
Nachrichten MV aktuell Vorwurf: Pommersche Volksbank kündigt Stralsundern grundlos Konto
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05:03 29.05.2019
Kontoverträge wurden aufgelöst, obwohl es vorher keine Mahnung gab. Quelle: dpa
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Rostock

Die Pommersche Volksbank soll ihren Kunden gekündigt haben, ohne einen Grund zu nennen. Die Verbraucherzentrale MV empfiehlt Betroffenen, einen Antrag auf ein Basiskonto zu stellen. Diese sind seit 2016 Pflicht und müssen von Banken bereitgestellt werden. Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Girokonto besteht darin, dass sie nicht ins Minus fallen können.

„Das Konto war nie im Minus.“

Ireen Rauhöft aus Stralsund gehört zu den Betroffenen. Nach 17 Jahren Mitgliedschaft erhielt sie im Februar überraschend eine Kündigung und rief direkt bei ihrer Bank an. Der Mitarbeiter sei sehr unfreundlich gewesen. „Es war fast so, als wären die darauf geeicht, unfreundlich zu Kunden mit meinem Problem zu sein“, vermutet Rauhöft. Im Vorfeld gab es weder Mahnungen noch andere Verwarnungen, sagt sie.

Eine Erklärung hat Ireen Rauhöft für ihre Vertragsauflösung nicht bekommen. Ihr Konto sei nur durch ein Problem aufgefallen: „Es war eine Pfändung darauf, aber das Konto war nie im Minus“, sagt die 38-jährige Verkäuferin. Als sie sich bei anderen Banken bewarb, wiesen diese sie ab. Grund dafür war die Kündigung, die nicht rechtsgültig sei. Nach mehreren Anträgen konnte sie jedoch zu einer anderen Bank wechseln. Ireen Rauhöft hätte auch zurück zur Volksbank gekonnt. „Aber ich wollte nicht, weil sie sehr unfreundlich waren“, erklärt sie.

„Es geht darum, Kunden loszuwerden, die teuer sein könnten.“

In den vergangenen Wochen meldeten sich etwa 20 Kunden der Pommerschen Volksbank bei der Verbraucherzentrale in Stralsund, da ihnen überraschend gekündigt wurde. Aus den Schreiben der Bank sei kein Grund erkennbar, sagt Stephan Tietz, Leiter des Fachbereichs Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale MV. Alle Betroffenen haben jedoch die Gemeinsamkeit, dass bei ihnen eine Pfändung vorlag.

„Unsere Beraterin in Stralsund empfahl den Verbrauchern, sich sowohl bei der Zentrale der Bank als auch bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zu beschweren“, sagt Tietz. Ein Drittel der Auflösungen wurde zurückgenommen. Viele der Kunden wechselten jedoch zu einer anderen Bank, da sie sich schlecht behandelt fühlten. Für Betroffene ist damit hauptsächlich ein Aufwand entstanden, „um entweder die Rücknahme der Kündigung zu erreichen oder zu einer anderen Bank zu wechseln“, erklärt Tietz.

„Es geht wohl darum, Kunden loszuwerden, die teuer sein könnten“, vermutet Stephan Tietz. Es könne also sein, dass die Pommersche Volksbank versuche, die Kunden zu anderen Anbietern zu schicken. Die Kunden würden in einigen Fällen einen Wechsel bevorzugen, anstatt einen Widerspruch einzulegen.

Unzufriedenheit mit „Art und Weise“ der Kritik

Martin Wangemann, Vorstand der Pommerschen Volksbank, verteidigt ihr Vorgehen. Die Masse an Beschwerden erscheint sehr hoch. „Wir schicken Kündigungen quartalsweise raus“, erklärt Wangemann. So fallen oft über 400 Schreiben mit einem Mal an.

„Generell ist es auch Banken möglich, zu kündigen“, sagt er. Massive Pfändungen oder Überziehungen können Gründe dafür sein. Es gehen laut Wangemann jedoch mehrere Mahnungen voraus, auf die dann keine Reaktion komme. Legen Kunden einen Widerspruch ein, werde das Konto weitergeführt.

Die Kritik der Verbraucherzentrale MV kann Wangemann nicht nachvollziehen. Es hätte keine grundlosen Kündigungen gegeben. Viele Kunden wurden nach einem Widerspruch zurückgenommen. „Die Art und Weise“ des Vorgehens der Verbraucherzentrale gleiche einer „Schlammschlacht“, sagt Wangemann.

Dimitri Paul

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