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MV aktuell Preise steigen: So teuer wird der Strom in MV 2020
Nachrichten MV aktuell Preise steigen: So teuer wird der Strom in MV 2020
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20:10 26.11.2019
Bundesweit steigen die Strompreise 2020 im Schnitt um 5,4 Prozent. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
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Rostock

Schlechte Nachrichten für viele Stromkunden in MV: Acht regionale Versorger im Land erhöhen ihre Preise um durchschnittlich fast fünf Prozent. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox bedeutet das bei einem Verbrauch von 2000 Kilowattstunden (kWh) bis zu 40 Euro mehr pro Jahr.

Bei der OZ haben sich Leser gemeldet, die sogar bis zu 70 Euro mehr zahlen sollen. Die Verbraucherzentrale MV kritisiert die Preispolitik der Anbieter und rät den Kunden, über einen Wechsel nachzudenken.

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OZ-Umfrage: Haben Sie vor den Stromanbieter zu wechseln?

Angekündigte Strompreiserhöhungen in MV für 2020 Quelle: Arno Zill

Stralsund legt am stärksten zu

Am stärksten steigen die Preise laut Verivox im Stralsund: Bei den dortigen Stadtwerken kosten 2000 Kilowattstunden ab dem 1. Januar 40,60 Euro oder 6,6 Prozent mehr. Die Stadtwerke bestätigen die Berechnung. „Durch die steigenden Einkaufspreise, Netzentgelte und die Veränderungen bei den gesetzlichen Umlagen muss die SWS Energie GmbH nun eine Erhöhung der Strompreise ab dem 1. Januar 2020 an die Endverbraucher weitergeben.“

Dafür bleibe der Preis für Erdgas stabil. Auch könnten Kunden die Erhöhung durch die Nutzung von Rabatten bei mehreren Partnern in der Sundstadt ausgleichen.

Spaßbad-Gutschein als Ausgleich in Greifswald

Mit einer Gutscheinkarte wollen auch die Greifswalder Stadtwerke die Preiserhöhung von rund 30 Euro oder 4,8 Prozent im nächsten Jahr teilweise ausgleichen: Die Kunden können für 20 Euro im Greifswalder Freizeitbad planschen.

Begründet wird die Anhebung auch in Greifswald mit gestiegenen Kosten und Abgaben: „Da der Großhandelspreis für Strom an der Leipziger Strombörse weiter anstieg, ist die Preisanpassung unumgänglich“ , heißt es. Hinzu kämen die gestiegenen staatlichen Abgaben und Umlagen sowie die Netznutzungsentgelte.

70 Euro Aufschlag in Rostock

In Rostock begründen die Stadtwerke ihre Strompreiserhöhung um nach eigenen Angaben durchschnittlich fünf Prozent ebenfalls mit „höheren Beschaffungskosten, Netznutzungsentgelten sowie gestiegenen Steuern und Umlagen“. Verivox kommt bei seiner Berechnung für Rostock bei 2000 kWh pro Jahr auf 3,6 Prozent oder 22,67 Euro mehr. In einem Brief der Stadtwerke an eine OZ-Leserin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, heißt es dagegen: „Bei einem erwarteten Jahresverbrauch von 1800 kWh zahlen Sie ca. 70 Euro mehr.“

Teurer wird es laut Verivox auch in Ludwigslust und Grabow (+0,7 Prozent), Neubrandenburg (+4,2 Prozent), Schwerin (5,0 Prozent), Neustrelitz (+5,6 Prozent) und Waren (6,2 Prozent). In Wismar bleiben die Preise dagegen konstant.

Preisgestaltung nicht transparent

Die Verbraucherzentrale MV sieht die Preiserhöhungen kritisch: „Das sind hausgemachte Preise, die sich nicht nur mit höheren Steuern und Umlagen begründen lassen. Diese machen höchstens die Hälfte der angekündigten Erhöhungen aus“, sagt Vorstand Jürgen Fischer. Auch mit dem Hinweis auf Verteuerungen von Öl und Gas auf dem Weltmarkt bewegten sich die Anbieter in einer „Grauzone“: „Die Preisgestaltung ist für die Kunden nicht transparent“, so Fischer.

Gerade Erhöhungen beim Grundpreis flössen ausschließlich den Unternehmen zu. „Und ein höherer Grundpreis bestraft ausgerechnet diejenigen Kunden, die Strom sparen“, kritisiert Fischer.

Nicht gefallen lassen

Die Kunden sollten sich das nicht gefallen lassen, rät er: „Bei den recht deutlichen Erhöhungen sollte jeder, der mehr als 2000 kWh im Jahr verbraucht, über einen Anbieterwechsel nachdenken.“ Es könne auch schon helfen, bei seinem Versorger mit einem Wechsel zu drohen: „Dadurch kann man durchaus Boni von 20 oder gar 50 Euro herausholen“, so Fischer.

Nach Berechnungen des Vergleichsportals Check 24 konnten Stromkunden 2019 durch einen Anbieterwechsel im Schnitt 259 Euro sparen.

Tipps zum Stromanbieter-Wechsel

Bei einer Strompreiserhöhung hat der Kunde ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht, er kann also den Versorger zum Zeitpunkt der Erhöhung wechseln, auch wenn der Vertrag noch länger läuft. Die Verbraucherzentralen haben dazu einen Musterbrief erstellt.

Einen neuen Anbieter kann man auf einschlägigen Internetportalen wie Verivox oder Check24 suchen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, mehrere Portale zu vergleichen. Bei Laufzeitende des alten Vertrages übernimmt oft der neue Anbieter die Kündigung.

weitere Tipps für die Wahl eines Anbieters:

– darauf achten, dass keine Vorkasse verlangt wird.

– Bei Boni für Neukunden vergewissern, dass sie auch wirklich ausgezahlt werden.

– Boni werden in der Regel nur einmal gewährt, das sollte bei der Suche nach dem günstigsten Anbieter berücksichtigt werden.

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