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MV aktuell Problemwolf in MV aufgetaucht: Minister Backhaus befürwortet Abschuss
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14:30 19.11.2019
Ein Wolf schaut hinter einem Baum hervor. Quelle: Lino Mirgeler/dpa
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Grambow

Der Problemwolf aus Schleswig-Holstein ist nach Mecklenburg Vorpommern weitergezogen. Eine DNA-Probe hat am 15. November bestätigt, dass GW924m am 26. Oktober bei Grambow/Schwerin Nutztiere gerissen hat, wie das Umweltministerium in Kiel am Montag mitteilte. Der Wolf ist für eine ganze Reihe von Nutztierrissen in Schleswig-Holstein, auch hinter Herdenschutzzäunen, verantwortlich. Im Rahmen einer Allgemeinverfügung durfte er in den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Segeberg von registrierten Jägern geschossen werden – hier war GW924m überwiegend aktiv. Das hatte aber nicht geklappt.

Schafzüchter fordern Abschussgenehmigung

Mit dem Wechsel über die Landesgrenze ist diese Genehmigung erloschen – eine neue für Mecklenburg-Vorpommern liegt aber noch nicht vor. Der Landesschafzuchtverband forderte am Dienstag den sofortigen Abschuss des Problemwolfs. „Der Rüde hat das Töten von Nutztieren ja nicht verlernt, nur weil er über die grüne Grenze gelaufen ist“, erläuterte der Verbandsvorsitzende Jürgen Lückhoff.

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Backhaus prüft weiteres Vorgehen

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) weist Vorwürfe, wonach er Informationen zu Wolfsrissen im Land zurückhalte oder verschleiere, aufs Schärfste zurück. Nach Bekanntwerden des Vorfalls in Grambow hätte man sich „unverzüglich mit der unteren Naturschutzbehörde, dem Landkreis Nordwestmecklenburg, in Verbindung gesetzt“, so Backhaus. „Derzeit prüfen wir, inwieweit wir auch hierzulande eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilen werden“, erklärt er.

Eigenverantwortung der Tierhalter gefragt

Backhaus bat um Verständnis, dass die Entscheidung für oder gegen einen Abschuss nicht über Nacht getroffen werden könne, sofern nicht Gefahr für Leib und Leben von Menschen besteht. „Prinzipiell befürworte ich den Abschuss von GW924m, da er eine Gefahr darstellt, egal in welchem Bundesland er sich aufhält. Gleichwohl müssen wir uns an Recht und Gesetz halten“, führte er aus.

Allein der Rissvorfall in Grambow ohne Berücksichtigung der Ereignisse in Schleswig-Holstein reiche aber nicht aus, um die artenschutzrechtliche Ausnahme zu begründen, da in Grambow kein Grundschutz gemäß Managementplan Wolf MV gegeben war, informierte Backhaus. Auch zeige der Fall noch einmal sehr deutlich, wie wichtig es ist, dass die Tierhalter Eigenverantwortung übernehmen und ihre Tiere ausreichend schützen.

Grünes Licht für mehr Herdenschutz

Abschließend informierte Backhaus darüber, dass inzwischen von der EU-Kommission aus Brüssel eine positive Entscheidung zur geplanten Novelle der Förderrichtlinie Wolf vorliegt. Diese könne nun unterzeichnet und noch im Dezember veröffentlicht werden. Mit der neuen Förderrichtlinie wird eine Förderung von bis zu 100 Prozent für zusätzliche Maßnahmen zur verbesserten Verhütung von Schäden aufgrund von Wolfsübergriffen an Haus- und Nutztieren möglich. Dazu gehöre neben der Anschaffung von Elektrozäunen unter anderem die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden.

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Von CLG/dpa