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Nachrichten MV aktuell Radiohörer aus MV planen Demo für mehr deutsche Schlager
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00:00 16.02.2015
Wir sind eine halbe Million Hörer über 60 Jahre — und machen mobil für bessere Musik.“ Günter Plagens, Bürgerinitiative „Für ein besseres NDR Radio MV“
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Rostock

Helene Fischer, Udo Jürgens, Roland Kaiser: Mit einer Demonstration vor dem Schweriner NDR-Landesfunkhaus wollen Hunderte Schlagerfans ein Radioprogramm mit deutlich mehr deutschsprachiger Musik erzwingen. „Der wachsende Anteil älterer Hörer spiegelt sich bei der Musik nicht wider“, kritisiert Günter Plagens, Ex-Bürgermeister von Neukalen und Mitglied der Bürgerinitiative (BI) „Für ein besseres NDR Radio MV“. „Wir sind eine halbe Million Hörer über 60 Jahre in Mecklenburg-Vorpommern — und machen mobil für bessere Musik.“

Wann die Demonstration stattfindet, wird in den nächsten Tagen entschieden, sagt Plagens. Mit seiner Forderung steht er nicht allein: In den vergangenen Monaten hatte sich die Bürgerinitiative in und um Neubrandenburg mit viel Enthusiasmus für mehr Schlager im öffentlich-rechtlichen Rundfunk starkgemacht. Sie sandte Briefe an Politiker, sammelte Unterschriften, schaltete den Petitionsausschuss des Landtages ein. NDR 1 sende höchstens zwei deutsche Stücke pro Stunde, kritisiert BI-Sprecher Willi Behnick. Das sei bei zehn bis 13 Titeln pro Stunde viel zu wenig. „Mindestens die Hälfte sollte schon in deutscher Sprache kommen“, lautet seine Forderung.

Auch die Junge Union (JU) macht sich für das Thema stark: Die Landesregierung müsse sich dafür einsetzen, dass in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, vor allem beim Radioangebot des NDR, mehr deutsche Musik, besonders deutscher Schlager, gespielt wird. „Immerhin finanzieren die Hörer über den Rundfunkbeitrag die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten“, sagt der JU-Landeschef Franz-Robert Liskow.

Und verweist auf Frankreich: Hier müssen seit 1994 mindestens 60 Prozent europäische Künstler im Rundfunk gespielt werden, französische Interpreten müssen insgesamt einen Anteil von 40 Prozent bilden. „Ob mit gesetzlicher Quote oder mit freiwilliger Selbstverpflichtung: Die Junge Union Mecklenburg-Vorpommern will mehr deutsche Musik im Radio hören!“, so Liskow weiter.

Funkhaus-Chefin Elke Haferburg, die in der vergangenen Woche Seniorenbeiräte und Vertreter der Bürgerinitiative in die Schweriner NDR-Zentrale geladen hatte, stellt klar: „Wir wollen so viele Menschen wie möglich erreichen.“ Bei NDR 1 würden etwa 20 Prozent deutschsprachige Musik gespielt — zum Beispiel auch von Peter Maffay oder Udo Lindenberg. Klassische Schlager jedoch polarisierten und seien deshalb nur in Ausnahmefällen zu hören. „Bei einer Sendung zum Tod von Udo Jürgens zum Beispiel.“

Matthias Crone, Bürgerbeauftragter des Landes, widerspricht den Forderungen ebenfalls: „Es gibt keinen rechtlichen Anspruch auf mehr deutsche Schlager.“ Im Rundfunkstaatsvertrag sei festgelegt, dass die Programmhoheit beim Sender liegt.

Auch die privaten Sender in MV spielen kaum Schlager: Bei Ostseewelle gibt es etwa zwei deutschsprachige Titel pro Stunde — zum Beispiel von Silly, Unheilig oder Cro, erklärt Geschäftsführer Tino Sperke. „Klassische Schlagermusik hat es bei uns schwerer.“ Und Antenne MV will mit einer inhaltlichen Neujustierung mehr junge Hörer an sich binden — durch mehr aktuelle Hits.

Radio-Marktführer in MV ist Ostseewelle (479000 Hörer pro Tag). NDR 1 Radio MV bringt es täglich auf rund 462000 Hörer, Antenne MV auf 326000.



Thomas Luczak

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