Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Wie gelangte die Urne in das Timmendorfer Hafenbecken? Wismarer Polizei ermittelt
Nachrichten MV aktuell Wie gelangte die Urne in das Timmendorfer Hafenbecken? Wismarer Polizei ermittelt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:55 01.11.2019
Diese Urne, die wohl von einer Seebestattung stammt, fanden Spaziergänger am Strand von Hinter Wangern auf der Insel Poel. Später wurde sie von der Wasserschutzpolizei im Hafenbecken von Timmendorf geborgen. Quelle: Martin Börner
Anzeige
Wismar/Poel

Der Fund einer Bestattungsurne durch Spaziergänger am Strand der Insel Poel (Nordwestmecklenburg) beschäftigt nun die Kriminalpolizei. Zwei Frauen hatten am Dienstag um die Mittagszeit eine graue Papp-Urne am Strand von Wangern entdeckt. Jetzt ermittelt die Polizei. „Ermittelt wird wegen des Verdachts einer Straftat. Konkret geht es um die Störung der Totenruhe“, erklärte am Freitag der Pressesprecher des Polizeihauptreviers Wismar, Axel Köppen, gegenüber OZ.

Wasserschutzpolizei barg die Urne im Hafenbecken

Unklar ist beispielsweise noch immer, wie das Behältnis mit der Totenasche, das sich am Strand in Wassernähe befand, von Wangern nach Timmendorf kam. Denn am Freitag wurde bekannt, dass die Wasserschutzpolizei Wismar am Mittwochabend eine im Hafenbecken von Timmendorf treibende Urne geborgen und sichergestellt hatte. Noch am Donnerstag hatte der Diensthabende des Polizeihauptreviers Wismar erklärt, dass in seiner Behörde keine Meldung über den Fund einer Urne vorliege.

Angehörige werden über schaurigen Fund informiert

Nach ersten Ermittlungen der Wismarer Kriminalpolizei handelt es sich in beiden Fällen um dieselbe Urne. „Diese ist offenbar erst kürzlich beigesetzt worden, nicht gesunken und abgetrieben“, sagte Köppen. Die Angehörigen sollen nun über den Fund informiert werden.

Am Freitagvormittag hatte die Wasserschutzpolizei den gesamten Strandabschnitt zwischen Wangern und Timmendorf abgesucht. Dabei wurde laut Polizeibehörde keine weitere Urne gefunden. „Auch ein Mitarbeiter unseres Bauhofes hat den Strand am Freitagvormittag kontrolliert. Eine weitere Urne hat er nicht entdeckt“, informierte die Bürgermeisterin der Gemeinde Ostseebad Poel, Gabriele Richter (parteilos).

Die Beidendorferin Beate Magull – eine der beiden Frauen, die den schrecklichen Strandfund am Dienstag machten –, hatte ein Bestattungsunternehmen in Wismar informiert. Eine Mitarbeiterin habe ihr zugesichert, sich umgehend um das Problem zu kümmern, so die Mecklenburgerin. Auf OZ-Nachfrage hieß es, dass die Bestattungsfirma die Gemeinde Poel über den schaurigen Fund informiert haben soll. „Die Gemeinde aber hat keine Mitteilung über eine solche Entdeckung erhalten. Wir hätten die Urne sofort geborgen“, erklärte die Bürgermeisterin.

Bestattermeister beklagt „unqualifizierte Arbeit“

Derartig unwürdige Vorkommnisse, wie jenes auf Poel, ereigneten sich immer mal wieder, erklärte der Wismarer Bestattermeister Torsten Lange. Der Landesvorsitzende des Fachverbandes der Bestatter kritisierte die eigene Branche und vor allem das laxe Verhalten des Gesetzgebers. Derzeit sei „unqualifizierter Arbeit Tür und Tor geöffnet“. Könne doch praktisch jeder einen Gewerbeschein beantragen und als Bestatter arbeiten.

Mehr zum Thema:

Panne bei Reederei: Greifswalder Urnen „über Bord gegangen“

Urnenfund am Strand von Poel: Schockerlebnis

Schauriger Fund auf Insel Poel: Urne am Strand offenbar nicht geborgen

Von Volker Penne

Wartungen, Reparaturen, Industriemontagen, Ersatzteile beschaffen – das ist das Geschäftsmodell von Torsten Kluth und seiner Firma mit Sitz in Schildetal bei Schwerin. Der Industriemechaniker und Maschinenbaumeister hat viele Jahre Erfahrungen in seinem Fach gesammelt, bevor er 2017 in die Selbstständigkeit wechselte.

01.11.2019

Nach den Einsendungen zum besten Halloweenkostüm in MV folgt nun die Abstimmung. Die OZ-Leser entscheiden, wer sich die Grusel-Krone aufsetzen darf. Der Gewinner bekommt Konzertkarten für Ben Zucker am 23. November in der Stadthalle Rostock.

01.11.2019

Eine schwere Erkrankung seiner Frau gab den Ausschlag zum Schritt in die Selbstständigkeit: Das Rostocker Bestattungs-Institut Schombach organisiert alle Arten von Bestattungen. Besonderheit: Die Bestatter bieten Festpreise und ein Rundum-Sorglos-Paket.

01.11.2019