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MV aktuell Rate alkoholabhängiger Mitarbeiter in MV und Bremen am höchsten
Nachrichten MV aktuell Rate alkoholabhängiger Mitarbeiter in MV und Bremen am höchsten
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08:39 17.05.2019
Ein Mann sitzt hinter Flaschen mit Alkohol. Quelle: Jens Büttner/ZB/dpa
Schwerin

Knapp 14 500 Beschäftigte in MV haben der Krankenkasse Barmer zufolge ein diagnostiziertes Alkoholproblem. Gemeinsam mit Bremen bildet der Nordosten mit einer Rate von 1,9 Prozent der Arbeitnehmer das Schlusslicht der bundesweiten Rangliste. Der Bundesschnitt liegt mit 1,37 Prozent deutlich niedriger, wie aus Daten der Krankenkasse hervorgeht. Grundlage für die Berechnung waren der Barmer zufolge Daten von Versicherten aus 2017, die mit einem statistischen Verfahren auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet wurden.

Vor allem Männer betroffen

Vor allem der Alkoholkonsum der Männer ist demnach für den hohen Wert verantwortlich, sie sind mit 2,92 Prozent deutlich überrepräsentiert (Bund: 1,92 Prozent). Bei den Frauen entspricht der Wert mit 0,71 Prozent fast dem Durchschnitt von 0,72 Prozent. „Studien belegen, dass Männer doppelt so häufig von Alkoholproblemen betroffen sind wie Frauen. In Mecklenburg-Vorpommern sind sie es sogar viermal so oft“, sagte der Landeschef der Barmer, Henning Kutzbach. Er forderte, die Ursachen dafür zu untersuchen.

Hohes Risiko in Gastrobranche und maritimer Wirtschaft

Besonders gefährdete Berufsgruppen seien Beschäftigte in der Gastronomie, Seeleute, Hafenarbeiter, Mitarbeiter im Dienstleistungsgewerbe und Hilfsarbeiter. Noch größer sei das Risiko bei Arbeitslosen.

Beschäftigte mit Alkoholproblem sind der Barmer zufolge nicht nur häufiger krankgeschrieben, sondern fehlten auch länger: Mit im Schnitt 60 Krankheitstagen waren sie 40 Tage länger krankgeschrieben als die restlichen Beschäftigten. Konkret seien sie wegen psychischen Störungen, Muskel-Skelett-Erkrankungen und Verletzungen krankgeschrieben worden. Alkoholprävention sei daher auch ein Thema im betrieblichen Gesundheitsmanagement.

Vor MV und Bremen liegen Hamburg, Sachsen und Berlin. Die niedrigsten Werte meldeten NRW, das Saarland und Hessen.

dpa