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MV aktuell Mela-Tier 2019: Ruhig, stark und vom Aussterben bedroht
Nachrichten MV aktuell Mela-Tier 2019: Ruhig, stark und vom Aussterben bedroht
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21:05 12.09.2019
Landesbauernpräsident Detlef Kurreck (l.) und Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) mit zwei Rheinisch-Deutschen Kaltblütern, dem offiziellen Tier der 29. Mela. Quelle: Ove Arscholl
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Mühlengeez

Über seine Kaltblüter gerät Ralf-Dieter Bergmann, Inhaber eines Kremser-Kutschbetriebs in Prerow auf dem Darß, regelrecht ins Schwärmen. Das seien tolle Tiere, „so ruhig und leistungsstark“. Genau richtig, um Touristengruppen durch die Natur zu fahren. 16 Rheinisch-Deutsche Kaltblüter hält Bergmann in seinem Stall. Das Arbeitspferd ist in diesem Jahr das offizielle Mela-Tier.

Zahl der Züchter hat sich halbiert

Die Rasse ist vom Aussterben bedroht, erklärt Heike Fischer vom Verband für Pferdezucht MV. Nur noch zehn Hengste und rund 100 Stuten werden landesweit von 20 Züchtern gehalten. Deren Zahl habe sich in den vergangenen zehn Jahren in etwa halbiert. Einer von ihnen ist Manfred Scheel aus Spoldershagen in der Nähe von Ribnitz-Damgarten, der auch auf der Mela vertreten ist. „Die Zucht ist mein Hobby“, sagt der hauptberufliche Landwirt. Neun Stuten befinden sich in seinem Besitz. Fohlen lässt er zu Kremserpferden ausbilden. Dabei arbeitet er mit Ralf-Dieter Bergmann zusammen. Drei bis vier Jahre dauert es, bis ein Kaltblüter so weit ist. Tiere aus seiner Zucht sind bei Kutschbetrieben an der Nordsee und in Oberwiesenthal im Erzgebirge im Einsatz. Für die Zucht zahlt die EU Fördermittel von rund 200 Euro je Hengst, Stute und Jahr.

Klicken Sie hier für weitere Bilder von der 29. Landwirtschaftsmesse in Mühlengeez.

Umweltschonende Waldarbeit

Waldarbeiter setzen auf die starken Kaltblüter als Rückepferde für den Transport von Baumstämmen. Weil sie im Gegensatz zu Maschinen den Boden nicht verdichten, gelten sie als besonders umweltfreundlich. Dennoch wurden sie bis auf wenige Ausnahmen von der Technik verdrängt. Das Land fördert deshalb Rückepferde. Die wenigen Holzrücker, die auf diese traditionelle Art arbeiten, beklagen allerdings eine Obergrenze bei der Landesförderung, die ihnen in den kommenden Jahren die Existenzgrundlage nehmen werde. Der Pferdezuchtverband fordert Änderungen. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) kündigte kürzlich im NDR an, die Obergrenze werde pünktlich zur MeLa überarbeitet. Einzelheiten konnte sein Ministerium am Donnerstag noch nicht mitteilen.

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