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MV aktuell Rostocker Staatsanwalt warnt vor leichtfertigem Umgang mit Internetanlagen
Nachrichten MV aktuell Rostocker Staatsanwalt warnt vor leichtfertigem Umgang mit Internetanlagen
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09:16 12.06.2019
Nach Bekanntwerden eines Betrugsfalls mit der Kryptowährung Bitcoin hat die Staatsanwaltschaft Rostock vor dem leichtfertigen Umgang mit Anlageformen im Internet gewarnt. Quelle: Jens Kalaene/dpa
Rostock

Eine Schadenshöhe von mehr als 100 Millionen Euro klingt schier unglaublich. Und selbst das scheint nur die Spitze des Eisbergs von Betrugsfällen mit sogenannten Kryptowährungen zu sein. Die Rostocker Staatsanwaltschaft warnt jetzt vor leichtfertigem Umgang mit Internetanlagen.

Hochriskante Anlagen

Zwar gebe es legale Vermittler von Kryptowährungen oder binären Optionen, sagte Behördensprecher Harald Nowack. „Aber es ist und bleibt ein Spiel mit hochriskanten Anlagen.“

Das Geld könne auch bei legalen Anbietern weg sein - und dann gebe es zusätzlich die „schwarzen Schafe“, die das Geld erst gar nicht anlegten. Bei diesen Anlagen spekulierten die Menschen auf einen fallenden oder steigenden Kurs dieser Währungen.

Rostocker verliert 80 000 Euro

Die Rostocker Ermittler hatten vergangene Woche berichtet, dass sie nach der Anzeige eines um 80 000 Euro betrogenen Mannes ein international agierendes Geldwäschenetzwerk aufgedeckt hätten. 

Ein 35-jähriger Mann in Nordrhein-Westfalen sei festgenommen worden. Der angegebene Schaden von 100 Millionen Euro bezog sich den Angaben zufolge nur auf das Jahr 2018. „Das ist nur der Schaden bei einem Geldwäscher. Und die Jahre davor haben wir uns gar nicht angeguckt.“ Die Geschädigten hätten kaum eine Chance, ihr Geld wiederzuerlangen.

Geschulte Betrüger

Dabei täuschten die psychologisch geschulten Betrüger nach dem Geldeingang vor, dass der Gewinn in den Depots schnell steige. „Da werden Renditen von 50 Prozent und mehr versprochen.“ Dann seien die Anleger bereit, nicht nur ihr erspartes Geld einzusetzen, sie nähmen dafür sogar Geld auf. „Ein möglicher Auslöser dafür ist die anhaltende Niedrigzinsphase, die die Anleger zu diesem Leichtsinn verleitet“, sagte Nowack.

Dabei rentiere sich oft schon ein Blick ins Impressum der Webseite. „Manche habe gar kein Impressum, da würde ich schon mal nicht anlegen“, erklärte der Staatsanwalt. Auch der Gang zu einer Verbraucherzentrale könne vor Schaden bewahren.

Probleme bei Ermittlungen

Ein großes Problem bei den Ermittlungen sei, dass die Betrüger extrem schnell arbeiten. Ist das Geld auf dem Konto, werde die Summe innerhalb von Stunden aufgeteilt und ins Ausland transferiert. „Und von dort aus geht es wieder weiter.“

Bei Ermittlungen im Ausland entstehe wiederum ein Zeitverlust. Dazu komme, dass sich manche Geschädigten gar nicht erst meldeten, weil sie sich schämten.

RND/dpa

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