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MV aktuell Rostocker trainieren für die Landesmeisterschaften im Männerballett
Nachrichten MV aktuell Rostocker trainieren für die Landesmeisterschaften im Männerballett
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19:03 15.03.2019
Sind bei den Landesmeisterschaften im Männerballett dabei: Jens (unten Mitte), dann im Uhrzeigersinn: Mister Malle, Bodo, Jan, Andi, Ohle und Tippi. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Rostock

„Wasser ist zum Waschen da, falleri und fallera – auch zum Zähneputzen kann man es benutzen.“ So fröhlich schallt es aus einem Lautsprecher in der Sporthalle der Rostocker Türmchenschule. Passend zu dieser Gute-Laune-Musik tun sieben Männer so, als schäumten sie sich mit Seife ein und gehen im Rhythmus der Musik mit einer imaginären Zahnbürste über ihre Kauleisten.

Was hier spaßig wirkt, hat durchaus einen ernsthaften Charakter. Denn Jens, Mister Malle, Bodo, Jan, Andi, Ohle und Tippi bereiten sich auf die Landesmeisterschaften im Männerballett am Samstag vor. In diesem Jahr steht der Wettbewerb für die Kombo mit einer Gewichtsklasse ab 80 Kilo ganz unter dem Motto Synchronschwimmen. „Die Planung für die Kostüme und die Choreografie laufen bereits seit Monaten“, sagt Sebastian Tippelt (Tippi), Präsident des Rostocker Karneval Club. Der 15-köpfige Trainerstab des gesamten Vereins setzt sich jährlich einmal zusammen und tüftelt aus, was im kommenden Jahr gezeigt werden soll. „Und in diesem Jahr wollten sie uns Männer anscheinend mal im Synchronschwimmen sehen“, sagt der Präsi.

Männer ahmen Frauen nach

Das Training geht weiter. Die Männer tauchen aus dem Wasser auf – zuerst mit den Armen nach oben, später durchdringen sie die Wasseroberfläche aber auch mit den Füßen voran. Tippi zählt an: „1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8“. Damit alles auch schön synchron abläuft, orientieren sie sich nicht nur am Rhythmus, sondern auch an bestimmten Merkmalen in dem jeweiligen Lied. Genauso wichtig ist aber auch etwas anderes: „Wir legen viel Wert darauf, irgendwie eine Frau nachzumachen“, sagt Tippi. Übertreiben wollen sie aber nicht. „Nur in Unterwäsche aufzutreten, das wäre ein No-Go.“

Süßestes Männerballett in MV

Auch die Choreografie für die Männer, die im vergangenen Jahr zum süßesten Männerballett des Landes gewählt worden sind, wird vom Trainerstab erarbeitet. Coach Wiebke Gensich hat dann die Aufgabe, aus der Theorie Praxis werden zu lassen. „Die muss uns manchmal auch ganz schön in die Schranken weisen“, sagt Tippi über den Trainingsalltag. Richtig ernst geht es aber selten zu. „Wir wollen zusammenkommen, Spaß haben und irgendwann kommt dann auch noch ein Tanz dabei raus.“

Nach den ersten Trainingsdurchläufen verschwinden die Männer in einer Ecke der Halle. Zurückkehren tun aber nicht wirklich sie selbst, sondern grazil wirkende Synchronschwimmerinnen in Badeanzug und Bademantel. Auf ihren Köpfen: blumige Badekappen. Silvia Blank setzt dann noch das I-Tüpfelchen drauf und zieht die Lippen der Männer mit einem Lippenstift nach – passend zum Badeanzug natürlich in knallpink. Gerade ist Axel Ohlandt an der Reihe und spitzt seine Lippen. Ein Spiegel ist in der Turnhalle nicht vorhanden. Aber Axel, den alle nur Ohle nennen, weiß sich zu helfen und drückt Silvia einen Kuss auf die Wange. „Sieht gut aus“, sagt er, nachdem er sich den Kussmund-Abdruck angeguckt hat.

Kuss auf die Wange statt Spiegelblick

Eigentlich ist Silvia Co-Trainerin der Funken- und Prinzengarde. Sie kümmert sich aber auch darum, dass die männlichen Tänzerinnen gut aussehen; extra für ihren Auftritt hat sie blonde Perücken gefertigt. „Ich nähe einfach sehr viel“, sagt sie. Die derzeit achtköpfige Truppe ist also gut umsorgt. Alles ist bereit, um am Samstag den vierten Platz des vergangenen Jahres zu toppen. Zu Kämpfen haben die männlichen Tänzerinnen eigentlich nur mit einer Sache: dem typischen Klischee, es würde nur ums Saufen gehen. „Das ist bei uns nicht so“, sagt Jan Bukowski, den alle nur Sterni nennen. „Wir trinken in gemütlicher Runde zwar gerne mal ein Bier, wollen aber vor allem gemeinsam etwas unternehmen, Spaß haben und die Kinder von der Straße holen.“

Eine Rolle spielt das eine oder andere Bier dann aber doch hin und wieder – immerhin mit positivem Ergebnis. „Ich bin irgendwann 2005 oder 2006 in den Verein eingetreten“, sagt Sterni. Genau wisse er das aber nicht mehr. „Ich war da nicht ganz nüchtern.“ Bereut habe er den Schritt aber trotzdem nicht. „Ich war früher so ein bisschen schüchtern.“ Das sei inzwischen längst nicht mehr der Fall. Im nächsten Jahr wollen sich die Männer, die bereits als Stewardessen, Meerjungfrauen oder Krankenschwestern aufgetreten sind, in spanische Flamencotänzerinnen verwandeln.

4. Landesmeisterschaft der Männerballette

Am Samstag verbinden sich bei der Meisterschaft in der Demminer Tennishalle (Klänhammerweg 3) wieder behaarte Männerbeine mit purer Eleganz und Anmut. Neun Tanzgruppen kämpfen ab 19.30 Uhr um den Sieg. Zehn Minuten haben die Tanzgruppen, die aus mindestens fünf Personen bestehen müssen, Zeit zu überzeugen. Zu den acht Bewertungskriterien der Jury zählen unter anderem Kreativität und Tanztechnik. Der Einlass ist bereits um 17 Uhr. Um 18.30 Uhr eröffnet der Darguner Karnevalsverein die Veranstaltung mit einem Programm. Erwachsene zahlen 15 Euro Eintritt, bis zu einem Alter von 18 Jahren ist man für 5 Euro dabei, Kinder bis 12 Jahre haben freien Eintritt.

Dana Frohbös

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