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MV aktuell Kosten explodieren: Rostocks neuer Kreuzfahrthafen vor dem Aus
Nachrichten MV aktuell Kosten explodieren: Rostocks neuer Kreuzfahrthafen vor dem Aus
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05:30 25.03.2019
Im ehemaligen Werftbecken plant Rostock seinen neuen Kreuzfahrthafen. Doch die Planungen stocken – auch wegen des Nachbarn, der MV Werften. Quelle: Andreas Meyer
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Rostock

Eines der wichtigsten und größten Infrastrukturprojekte des Landes steht vor dem Aus: Nach OZ-Informationen könnte der geplante Bau eines neuen Kreuzfahrthafens im Warnemünder Werftbecken scheitern – an drastisch gestiegenen Baukosten und an Bedenken der benachbarten MV Werften. Für den Kreuzfahrt-Standort Rostock wäre das fatal. Denn scheitert das Projekt, könnten viele Reederei der Hansestadt künftig den Rücken kehren.

Rostock noch die Nummer eins

Noch ist die Rostock zwar Deutschlands Kreuzfahrt-Destination Nummer eins: 199 Anläufe erwartet der Hafenbetreiber Rostock Port für 2019, etwas weniger als im Rekordjahr 2018. Doch die Mitbewerber holen auf: In Kiel werden 179 Anläufe erwartet. Das Problem: Die „Luxusliner“ werden immer größer. Das neueste Schiff der Rostocker Reederei Aida Cruises, die „Aidanova“, etwa ist 337 Meter lang und zu groß für die vorhandenen Anleger in Warnemünde. Im ehemaligen Werftbecken soll nun neue Terminals und längere Liegeplätze entstehen.

Doch aus vertraulichen Dokumenten der Stadtverwaltung geht nun hervor, dass es massive Probleme gibt: In dem Protokoll einer Beratung im Schweriner Wirtschaftsministerium heißt es, dass sich die Baukosten von 100 Millionen Euro auf fast 200 Millionen Euro verdoppelt haben. Das bestätigt auch Rostocks Vize-Oberbürgermeister Chris Müller-von Wrycz Rekowksi (SPD). Ursache seien unter anderem neue Planungen für Landstrom-Anschlüsse und die Altlasten. Die zu entsorgen werde teurer.

Probleme mit der Werft

Bisher ging Rostock zudem davon aus, dass 90 Prozent der Kosten gefördert werden. Nun heißt es, die Hansestadt allein für die Kai-Anlagen mehr als 50 Millionen Euro aus der Stadtkasse tragen muss. Das größte Problem aber ist der Nachbar: Die Hansestadt braucht Flächen der MV Werften. Doch die Verhandlungen stocken. Die Werft fürchtet laut der Protokolle „immissionsschutzrechtliche Nachteile“. Im Klartext: Kommt der Kreuzfahrt-Hafen, könnte es Lärm-Auflagen und Einschränkungen für die Schiffbauer geben. Werft-Sprecher Stefan Sprunk sagt nur: „Wir sind mit der Stadt in Gesprächen.“ Auch dem Plan, einen der neuen Anlieger „exklusiv“ als Ausrüstungskai der Werft zu überlassen, ist vom Tisch: Das sei mit EU-Wettbewerbsrecht nicht vereinbar – es sei denn, die MV Werften beteiligen sich an den Baukosten, heißt es aus dem Ministerium.

Reedereien brauchen mehr Platz

Bei Reedereien und auch Rostock Port schrillen aber bereits alle Alarmglocken: Schon jetzt fährt Aida mit seinen neuen Schiffen nur Kiel und Hamburg, nicht aber Rostock an. Kommt der neue Kreuzfahrt-Hafen nicht, könnten die großen Reedereien in Zukunft einen Bogen um die Hansestadt machen: Sie brauchen mindestens 350 Meter Kaikante für ihre neuen Schiffe. Ohne die Flächen der Werft, die Rostock kaufen will, könnte der neue Liegeplatz 12 aber maximal 230 Meter lang werden. Zu kurz für die neuen Schiffsgenerationen von MSC, Aida, Costa und Co.. Hafen-Geschäftsführer Jens Scharner warnt: „Wir brauchen dringend einen Großliegeplatz – idealerweise im Werftbecken.“ Alles andere mache keinen Sinn. Gunnar Bauer, Sprecher von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), kommentiert das Thema einsilbig: „Die Planungen und Gespräche laufen noch.“

Andreas Meyer

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