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MV aktuell Rügenzubringer: So lange bleibt der Blitzer noch
Nachrichten MV aktuell Rügenzubringer: So lange bleibt der Blitzer noch
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19:36 24.04.2019
Die mobilen Blitzeranhänger, die der Landkreis zurzeit ausgeliehen hat, gehören der Wismarer Vetro. Quelle: Stefan Sauer
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Stralsund

Auf dem Rügenzubringer, der B 96, werden Raser seit mehreren Tagen von einem Blitzeranhänger fotografiert. Noch etwa eine Woche lang soll das Gerät dort in Fahrtrichtung Stralsund aufgestellt bleiben, sagt der Sprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen, Olaf Manzke.

Sollten damit vor allem die Osterurlauber abkassiert werden? „Nein“, beteuert Manzke, aber bei Ferienbeginn nehme die Verkehrsdichte auf dem Rügenzubringer regelmäßig stark zu, weshalb die Gefahr durch Raser steige. „Darauf müssen wir reagieren.“

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Fahrbahnrand schwierig zu erreichen

Problem für Landkreis und Polizei: Rechts und links des Rügenzubringers gibt es nur wenige zugängliche Messpunkte, an denen Anlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung überhaupt aufgestellt werden können. Der Grund dafür ist vor allem, dass der Fahrbahnrand von der Seite über die Felder mit einem Auto zum Transport der Gerätschaften nur selten erreichbar ist.

Deshalb lassen die Behörden außerhalb der Ferien auf dem besonders frequentierten Abschnitt zwischen Stralsund und der Abfahrt auf die B 105 nach Greifswald an den immer gleichen Positionen wie dem Parkplatz Rügenblick, an einer Brücke auf Höhe des Stralsunder Ortsteils Voigdehagen und der Ausfahrt Altstadt (diese zwei Messpunkte befinden sich in Fahrtrichtung Stralsund/Rügen) blitzen. In der Gegenrichtung wird regelmäßig eine Senke an der Ausfahrt Andershof zum Aufbau konventioneller Blitztechnik genutzt, die während des Einsatzes von einem Mitarbeiter betreut werden muss.

Bundesweit 22 „Vollstreckungsanhänger“ im Einsatz

Die mobilen Blitzeranhänger, die der Landkreis nun ausgeliehen hat, gehören der Wismarer Vetro. Sie hat das Modell, das den Namen Enforcement-Trailer, auf Deutsch Vollstreckungsanhänger, trägt, entwickelt. Bundesweit sind 22 dieser mobilen Vollstrecker im Einsatz. Die Rotlicht-Hänger können am Straßenrand autonom arbeiten, sind gut gegen Vandalismus geschützt und versorgen sich tagelang selbst mit Strom.

Daher ist es möglich, sie von der Straße aus am Fahrbahnrand in Stellung zu bringen, ohne dass ein Zugang vom Straßendamm aus notwendig ist. Deshalb dürften selbst Pendler am Anfang überrascht sein, wenn an ungewohnter Stelle auf dem Rügendamm ein Blitzer lauert. Ein zweites Gerät ist derzeit ebenfalls auf der B 96 kurz vor Bergen im Einsatz.

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Benjamin Fischer