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MV aktuell Sandsturmgefahr sorgt für Tempolimits auf Autobahnen in MV
Nachrichten MV aktuell Sandsturmgefahr sorgt für Tempolimits auf Autobahnen in MV
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19:41 23.04.2019
Sandsturm am Dienstag im Wolgaster OT Zecherin Quelle: Tilo Wallrodt
Rostock

Die drohende Gefahr durch Sandstürme hat am Dienstag für die ersten Tempolimits auf Autobahnen in MV gesorgt. Wie das Landesverkehrsministerium am Dienstag mitteilte, galt am Dienstag ab 11.30 Uhr auf der Autobahn 20 zwischen Straßburg und Pasewalk ein Tempolimit von 80 Kilometern pro Stunde. Die Beschränkung wurde am Nachmittag wieder aufgehoben.

Auch am Übergang zwischen den Autobahnen A 19 und A 24 am Dreieck Wittstock galt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern. An mehreren Autobahnabschnitten sind zudem Warnschilder mit den Hinweisen „Gefahrenstelle“ und „Sandsturm“ aufgestellt worden.

Durch anhaltende Trockenheit und kräftigem Wind war der Verkehr am Dienstag an mehreren Orten in MV eingeschränkt. Wir zeigen einige Eindrücke in einer Galerie.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock war am Dienstag vor allem die B 191 zwischen Parchim und Spornitz betroffen. „Hier gibt es Sichtweiten unter 50 Metern. Die Autofahrer sollten die Geschwindigkeit anpassen und wenn nötig auch nur Schrittgeschwindigkeit fahren“, sagt Polizeisprecher Stefan Baudler. Wer in einen Sandsturm auf der Autobahn gerät, solle möglichst von der Autobahn abfahren.

Pegel appelliert an die Autofahrer

Laut Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) werden in den kommenden Tagen gezielt Abschnitte beobachtet, an denen die Autobahnen unmittelbar an Felder ohne Bewuchs grenzen. „Damit ist die Autobahnverwaltung in der Lage, sofort auf auftretende Gefahrensituation zu reagieren“, sagte Pegel. Weitere Tempolimits in den nächsten Tagen seien möglich. Er appelliert zudem an die Autofahrer: „Fahren Sie vorausschauend und seien Sie hinter Waldrändern und an offenen Feldern besonders aufmerksam.“   

An mehreren Orten in MV kam es am Dienstag zu Verkehrbehinderungen aufgrund von Sandstürmen. Auf der Bundesstraße 105 zwischen Grevesmühlen und Mallentin (Landkreis Nordwestmecklenburg) konnten Autofahrer nur in Schrittgeschwindigkeit fahren. Im Wolgaster Ortsteil Zecherin waren die Wege in den Ort versandet.

Erinnerungen an die Massenkarambolage 2011

Bereits vor zwei Wochen hatte Agrarminister Till Backhaus (SPD) angesichts der Trockenheit vor Staubstürmen über Feldern gewarnt. Gefährdet seien ausgetrocknete, unbestellte Äcker sowie oberflächlich abgetrocknete, frisch bestellte Flächen. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) appellierte an die Autofahrer, vorausschauend zu fahren und hinter Waldrändern und an offenen Feldern besonders aufmerksam zu sein.

Staubstürme sind bei Trockenheit, Wind und bloßen Feldern in Mecklenburg-Vorpommern keine Seltenheit. Vor acht Jahren hatte ein solcher katastrophale Folgen: Anfang April 2011 rasten auf der A 19 bei Kavelstorf (Landkreis Rostock) in einem Sandsturm 83 Autos ineinander. Acht Menschen starben, mehr als 130 wurden teils schwer verletzt.

Seither wurden dem Ministerium zufolge die Beratung der Landwirte verstärkt und ein landesweites Erosionsereignis-Kataster aufgebaut. Die Forderung von Umweltschützern nach mehr Feldhecken, um die Ackerkrume zurückzuhalten, wurde bislang nicht in größerem Stil umgesetzt.

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