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MV aktuell Große Pläne bei Scanhaus Marlow
Nachrichten MV aktuell Große Pläne bei Scanhaus Marlow
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08:00 23.03.2019
Ein Laster fährt vom Scanhaus-Firmengelände in Marlow Quelle: Frank Söllner
Marlow/Rostock

Erstmals mehr als 100 Millionen Euro Umsatz: Der Fertighaus-Hersteller Scanhaus Marlow hat im vergangenen Jahr einen neuen Umsatz-Rekord erwirtschaftet. Zudem wurde dem Unternehmen am Freitag eine ausgezeichnete Bonität bescheinigt: Benedikt von der Decken, geschäftsführender Gesellschafter der Wirtschaftsauskunftei „Creditreform“, überreichte Scanhaus-Inhaber Friedemann Kunz das sogenannte Crefozert. Die Bilanz 2017 sei „hervorragend, die Eigenkapitalquote beispielhaft“, lobte von der Decken bei der Übergabe des Zertifikats. Es gebe kein Unternehmen dieser Größe in Mecklenburg-Vorpommern, dem eine solch gute Bonität bescheinigt werden könnte. Und, so von der Decken: Creditreform sei „eigentlich sehr zurückhaltend“ mit solchen Attributen.

Eigenkapital erhöht

Scanhaus erhielt das Zertifikat das sechste Mal in Folge. Die Eigenkapitalquote des Unternehmens erhöhte sich von 82 Prozent im Jahre 2016 auf knapp 88 Prozent im Jahr 2017. Die Quote zeigt, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital ist. Je höher die Eigenkapitalquote, umso höher ist die finanzielle Stabilität des Unternehmens und die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern. Bemerkenswert: Die durchschnittliche Eigenkapitalquote in der Branche Fertighaushersteller liegt bundesweit bei gerade mal 26 Prozent.

Flächen in Marlow gekauft

Die positiven Geschäftszahlen seien die Folge von nachhaltigen Investitionen in die Firma, erklärte Kunz. Während börsennotierte Unternehmen große Teile ihrer Gewinne an ihre Aktionäre ausschütteten, würde das Familienunternehmen Scanhaus das Geld nutzen, um langfristig in die Firma zu investieren. Und zwar ausschließlich am Standort Marlow. Hier hat Scanhaus gerade neue Betriebsflächen erworben. Auf dem an das Firmengelände angrenzenden Areal wolle man neue Produktionshallen errichten. Derzeit sei man dabei, die Arbeiten zu planen. Mögliche Investitionssumme: 15 Millionen Euro. Ziel sei, die Produktionskapazitäten zu erhöhen.

Geschäfte laufen gut

Denn: Die Geschäfte laufen gut. Derzeit werde in Marlow in drei Schichten gearbeitet. Von Sonntagabend bis Samstagfrüh, erklärt Kunz. Jährlich errichtet das Unternehmen bundesweit rund 700 Fertigteilhäuser. Vor allem in MV, aber auch in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Eher schwach aufgestellt sei man noch in Bayern und Baden-Württemberg, so Kunz.

In Marlow beschäftigt Scanhaus rund 500 Mitarbeiter, dazu kommen rund 100 Kollegen im Vertrieb. Zusammen mit der Hotelsparte zählt die Unternehmensgruppe knapp 800 Beschäftigte. Und: Neue Mitarbeiter würden immer gebraucht. „Wir könnten von heute auf morgen 30 neue Monteure einstellen, dazu sechs bis sieben Bauleiter und bis zu zehn Architekten“, erklärt Kunz.

TV-Werbung macht sich bezahlt

Ein möglicher Grund für den Boom: die Investition in, so Kunz, „sehr teure“ Fernsehwerbung. Seit fast vier Jahren ist der Firmenchef immer wieder in kurzen Spots in der ARD zu sehen. Zur besten Sendezeit – kurz vor der Tagesschau 20 Uhr. „Ich stehe voll und ganz hinter unserem Produkt“, erklärt Kunz, warum er für die kurzen Werbefilme selbst vor die Kamera tritt. Damit hätten Scanhaus und der Slogan des Unternehmens „Erst bauen, dann zahlen“ einen enormen Bekanntheitsgrad aufgebaut. Kunz: „Die Botschaft ist angekommen.“

Große Pläne in Rostock

Große Pläne hat Kunz auch in Rostock: Auf einer freien Fläche vor der Zentrale der Kreuzfahrtreederei Aida Cruises im Stadthafen will die Stiftung von Scanhaus-Chef Kunz ein zweites Radisson-Hotel errichten. Mit 200 je 20 Quadratmeter großen Zimmern, Gastronomie. Positiv: „Jede Menge Synergieeffekte mit dem bestehenden, rund 500 Meter entfernten Radisson blu“, schwärmt Kunz, Besitzer und Betreiber des Hotels. Außerdem geplant: 2000 bis 2500 Quadratmeter Bürofläche für das bereits dort ansässige, weltweit tätige Genforschungsunternehmen Centogene. „Ich bin sehr glücklich, dass wir damit alle Erwartungen der Hansestadt Rostock erfüllen können“, betont Kunz. Geplante Fertigstellung: 2022. Und auch beim Radisson blu in Rostock wird gebaut. Kunz: „Wir bauen einen eigenen Eingang zum Restaurant, eine Terrasse und verlegen die Bar.“

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Gute Nachrichten von Scanhaus Marlow – Ein Kommentar

Thomas Luczak

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