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MV aktuell Problemwolf wütet in MV: Abschießen oder nicht?
Nachrichten MV aktuell Problemwolf wütet in MV: Abschießen oder nicht?
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07:00 26.11.2019
Ein Wolf in einem Gehege in Hessen. In MV sorgt zurzeit ein Problemwolf für Ärger und soll abgeschossen werden. Quelle: C
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Rostock

Er ist etwa zweieinhalb Jahre alt, gebürtiger Däne und gilt als extrem kaltblütiger Killer. Der Problemwolf mit der Kennnummer GW924m hat in Mecklenburg-Vorpommern die Diskussion über den Abschuss der geschützten Räuber neu befeuert.

Der Weg des Problemwolfs von seinem Geburtsort in Dänemark über Schleswig-Holstein nach Görke auf der Insel Usedom. Quelle: Arno Zill

Umweltminister Till Backhaus (SPD) prüft zurzeit eine Ausnahmegenehmigung für den Abschuss des Wolfes, der in Schleswig-Holstein mehr als 40 Schafe und andere Nutztiere gerissen haben soll. Den dortigen Behörden ist kein anderer Wolf bekannt, der mehr auf dem Kerbholz hat als GW924m, so Martin Schmidt vom Landesamt für Landwirtschaft und Umwelt.

Asyl in MV

„Ich halte es für ein Unding, dass der Wolf in Schleswig-Holstein auf der Abschussliste steht und bei uns gewissermaßen Asyl erhält“, kritisiert Beate Schlupp, agrarpolitische Sprecherin der CDU im Schweriner Landtag. Seit mehr als einem Jahr versuchten Jäger im Nachbarland vergeblich, das Tier zu erlegen. Der grüne Kieler Umweltminister Jan Philipp Albrecht erklärte den Abschuss für alternativlos.

Ende Oktober riss GW924m in Grabow (Ludwigslust-Parchim) ein Schaf. Vor einer Woche soll er in Görke auf Usedom – zehn Kilometer vor der polnischen Grenze – erneut zugeschlagen haben, wofür der gentechnische Nachweis noch aussteht. Backhaus zeigt sich aufgeschlossen für eine „Entnahme“, also den Todesschuss. Aber noch müssen die Gewehre schweigen. Er müsse sich an die Gesetze halten, so der Minister, die nötige Ausnahmegenehmigung kann sein Ministerium nicht von heute auf morgen erteilen.

Problemwolf auf Partnersuche

Der Problemwolf wurde 2017 als einer von mehreren Welpen des sogenannten Ulfborg-Rudels im gleichnamigen Ort im dänischen Jütland geboren – mehr als 700 Kilometer von Görke entfernt. GW924m überspringt sogar Elektro-Schutzzäune, um Schafherden zu überfallen. Das soll er in seinem Elternrudel gelernt haben. Fachmann Martin Schmidt geht davon aus, dass er nun eine Partnerin sucht, um ein eigenes Rudel zu gründen.

Auf Usedom lasse sich das Problemtier leichter erlegen, so Elisabeth Aßmann, jagdpolitische Sprecherin der SPD im Landtag. Mangels anderer Wölfe in der Region bestehe kaum Verwechslungsgefahr. Das sei in Grabow, wo es mehrere Wölfe gebe, anders. Die CDU fordert die grundsätzliche Aufnahme von Wölfen ins Bundesjagdgesetz. Am Schutzstatus würde sich dadurch nichts ändern, aber das Wirrwarr um Bundesländergrenzen wäre vom Tisch.

Jäger sind skeptisch

„Ich weiß nicht, woran ich einen Problemwolf erkennen soll“, sagt Henning Voigt, Vize-Geschäftsführer des Landesjagdverbandes. Deswegen komme ein Abschuss für ihn auf Grundlage einer Ausnahmegenehmigung nicht infrage. „Ein Wolf legt in einer Nacht 70 Kilometer zurück“, erklärt Voigt. Kein Jäger könne daher sicher sein, dass er auf das richtige Tier anlege. Zudem befürchten die Waidleute Repressalien. Der Jäger, der 2006 in Bayern den berühmten Problembär Bruno erschoss, hätte Morddrohungen erhalten. „Wenn die Bevölkerung wünscht, dass die Wolfspopulation reguliert werden soll, brauchen die Jäger ein politisches Mandat“, sagt Voigt.

Wolfsangriffe im Amt Neuhaus

Zwei Wolfsrisse im niedersächsischen Amt Neuhaus an der Grenze zu MV heizen das Thema zusätzlich an. In weniger als 24 Stunden wurden zehn Schafe gerissen, in einem Fall sogar mitten im Ort. „Die Leute machen sich Sorgen, auch wenn sie selbst keine Tiere haben“, sagt Bürgermeister Andreas Gehrke (CDU). Ab Freitag soll es ein Krisengespräch mit Vertretern der Landesbehörden aus Hannover geben. Seit der Wiederansiedlung der Wölfe in der Region gab es rund 30 solcher Vorfälle in der Gemeinde Amt Neuhaus.

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Von Gerald Kleine Wördemann

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