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MV aktuell Schiffbauer verlieren vor Gericht
Nachrichten MV aktuell Schiffbauer verlieren vor Gericht
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07:06 17.04.2014
Ex-P+S-Werftenchef Dieter Brammertz: Unter seiner Leitung schlitterten die Schiffbaubetriebe in Wolgast und Stralsund 2012  in die Insolvenz, Rücklagen für Altersteilzeit gingen verloren.
Ex-P+S-Werftenchef Dieter Brammertz: Unter seiner Leitung schlitterten die Schiffbaubetriebe in Wolgast und Stralsund 2012 in die Insolvenz, Rücklagen für Altersteilzeit gingen verloren. Quelle: Steffen Adler
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Stralsund

Dieter Brammertz, unter dessen Leitung die ehemaligen P+S-Werften in Stralsund und Wolgast in die Insolvenz schlitterten, kann vorerst aufatmen. Das Arbeitsgericht Stralsund wies am Mittwoch mehrere Klagen gegen den Manager und zwei weitere frühere P+S-Geschäftsführer zurück. Es geht um den Skandal der verlorenen Altersteilzeit-Gelder. Rund 100 Schiffbauer hatten 3,8 Millionen Euro für die Freistellungsphase ihrer Altersteilzeit angespart. Das Werften-Management sicherte die Summe aber nicht gegen Insolvenz ab, obwohl es dazu verpflichtet gewesen wäre. Obwohl nach langem Zögern eine Versicherung einsprang und 2,7 Millionen auszahlte, verlieren dennoch viele der Mitarbeiter eine Menge Geld. Für einige verringert sich die Rentenanspruch, andere finden sich vor Rentenbeginn statt in der Altersteilzeit in der Arbeitslosigkeit wieder. Manche müssen sogar zeitweise Hartz IV beantragen.

Das Arbeitsgericht widersprach der Forderung der Schiffbauer, dass Brammertz und seine damaligen Mit-Geschäftsführer Axel Schulz und  Torsten Moschell für den Schaden aufkommen müssten. Grundsätzlich hafte die insolvente P+S-GmbH und nicht die Manager, sagte Richterin Meike Kleinschmidt. „Dem Gericht ist klar, dass dort kein Geld zu holen ist“, schränkte sie ein. Beide Seiten hatten bereits vorher angekündigt, bei einer Niederlage in Berufung zu gehen. Kläger in dem Musterverfahren waren die R+V-Versicherung, an die die Betroffenen einen Teil ihrer Forderungen abgetreten hatte und fünf Mitarbeiter. Das Stralsunder Arbeitsgericht erwartet einen langen Rechtsstreit. Kleinschmidt: „Die endgültige Entscheidung wird noch ein paar Jahre auf sich warten lassen.“



Gerald Kleine Wördemann

17.04.2014
16.04.2014