Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Schloss Ludwigsburg: Es geht an die Substanz
Nachrichten MV aktuell Schloss Ludwigsburg: Es geht an die Substanz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:57 23.02.2019
Blick in das Schloss Ludwigsburg bei Greifswald. Quelle: Stefan Sauer
Ludwigsburg

Im Pommernschloss Ludwigsburg rücken am Montag die Baufachleute des Landes für eine erste Voruntersuchung an. Noch gehört das Schloss, das inzwischen als Gradmesser für das Engagement Schwerins im östlichen Landesteil gilt, nicht dem Land, denn der vom Förderverein herbeigesehnte Kaufvertrag ist noch nicht besiegelt. Dennoch sollen Mitarbeiter des landeseigenen Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL) das Schloss schon jetzt genauer unter die Lupe nehmen. „Hintergrund ist, dass das Land mit dem Förderverein einen sogenannten Gestattungsvertrag schließen möchte“, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Stefan Bruhn. „Wir würden uns mit dem Vertrag rechtlich absichern, auch „hinter die Wände“ zu schauen, indem wir etwa Mauerwerk freilegen, die Beschaffenheit der Holzbalken untersuchen, um damit letztlich eine präzisere Kostenabschätzung vornehmen zu können.“

Jeder Winter ist Zitterpartie für den Förderverein

Der Chef des Fördervereins, Sascha Ott, bewertet die BBL-Untersuchungen als positives Signal für das beabsichtigte Engagement des Landes. „Jeder Winter ist eine Zitterpartie für uns.“ Das Schloss sei stark gefährdet, Eile geboten, zumal der Bund im letzten Jahr seine Bereitschaft erklärte, bis zu 20 Millionen Euro für die Schlosssanierung zu geben. „Wir hoffen, dass Kabinetts- und Landtagsbeschluss in Schwerin über den Kauf zeitnah fallen“ sagte Ott. Er rechne ganz fest damit, dass noch im Jahr 2019 mit der Trockenlegung des Hauses und den Sicherungsarbeiten begonnen werden könne. Gemeinde, Schlosserben und Förderverein hätten ihre Hausaufgaben gemacht und schriftlich erklärt, ihre Anteile an dem Ensemble für je einen Euro an das Land zu verkaufen. Jetzt müsse ein notariell abgesicherter Vertrag mit dem Land geschlossen werden. Erst damit wäre der Verkauf rechtssicher. Das Land bremst den Enthusiasmus des Vereins allerdings etwas aus: Als Grundlage für die Landtagsbefassung müsse es eine zumindest grobe Kostenabschätzung geben, sagte Ministeriumssprecher Bruhn. „Die Abgeordneten müssen wissen, welche Kosten durch Kauf und Sanierung entstehen.“

Am Montag wird Baustelle eingerichtet

Dass sich mit dem Gestattungsvertrag der Kauf verzögern könne, befürchtet Ott nicht. Gestattungs- und Kaufvertrag seien zwei parallel laufende Prozesse. „Es gibt eine ausdrückliche Erklärung aus dem politischen Raum, dass diese Untersuchung in keinem Bedingungszusammenhang mit dem Kaufvertrag steht.“ Ott erwartet, dass am Montag über praktische Fragen, wie die Baustelleneinrichtung, Lagerungsplätze fürs Baumaterial und regenfeste Sanitäranlagen gesprochen wird.

Unklar ist, wer das Schloss später betreiben soll

Schritt für Schritt, heißt es beim Förderverein. Und die Probleme dann lösen, wenn sie auf der Tagesordnung stehen. Offenbar ist derzeit unklarer denn je, wer das Schloss später betreiben soll. Der Stiftungsrat der Stiftung Pommersches Landesmuseum, die bisher vom Land als natürlicher Betreiber gehandelt wurde, hat Bedenken geäußert. Aus dem Finanzministerium hieß es in dieser Woche nur, dass eine Trägerschaft durch die Stiftung Pommersches Landesmuseum nicht zwingend erforderlich sei. „Ich finde das schade“, so Fördervereinschef Ott. Eine Hürde sei das aber nicht. „Wir sprechen über einen Zeitraum von fünf bis sieben Jahren bis zur Fertigstellung.“ Als alternative Betreiber kämen auch die Staatlichen Schlösser und Gärten oder zur Not der Förderverein selbst in Betracht. Museumschef Uwe Schröder will sich zum Beschluss des Stiftungsrates nicht äußern. Er hatte aber in der Vergangenheit mehrfach auf die knappe personelle Ausstattung des Museums und die sich aus einem Schlossbetrieb ergebenen möglichen Risiken verwiesen.

Hauptetagen sollen sich Geschichte Pommerns widmen

Inzwischen steht ein grobes Nutzungskonzept. Das Erdgeschoss soll eine Art Funktionsetage mit Garderobe, kleinem Café und Toiletten werden. Die beiden Hauptetagen sollen sich der pommerschen Kultur und Geschichte widmen, schwerpunktmäßig der Geschichte der Pommernherzöge und der Malerei der Romantik. Der Ort sei prädestiniert dafür, sagt Ott. Das Schloss ließ Herzog Ernst Ludwig von Pommern-Wolgast im 16. Jahrhundert für seine Gemahlin Hedwig Sophie erbauen. Der Maler Friedrich August von Klinkowström, Weggefährte der beiden großen Romantiker Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge, wurde 1778 auf Schloss Ludwigsburg geboren.

Dass das abseits der touristischen Hauptverkehrsadern liegende Schloss mit den Ausstellungen so viele Besucher locken kann, um einen kostenneutralen Betrieb zu garantieren, glaubt Ott nicht. „Wir rechnen mit 5000 bis 8000 Besuchern im Jahr“, sagt er. Aber kein Museum könne seine Ausgaben allein decken. Das Land stehe deshalb auch nach dem Kauf weiter in der Verantwortung, so Ott.

Martina Rathke

Sechs Mal sind Polizisten des Landes in den vergangenen gut sieben Jahren mit rechtsextremen Vorfällen aufgefallen. In allen Fällen seien Disziplinar- und in der Hälfte der Fälle zusätzlich auch Strafverfahren gegen die Beamten eingeleitet worden, teilte das Innenministerium in Schwerin mit.

23.02.2019

Kokert fordert: mehr Beamte für Internet-Kriminalität, spezialisierte Ausbildung, bessere Statistiken bei Straftaten. Polizei-Gewerkschaft und Linke plädieren generell für mehr Beamte.

23.02.2019

Frau Hauptgefreiter Yvonne Dickopf entschied sich vor drei Jahren für den Dienst an der Waffe. Warum sie diesen Weg erst nach einem langen Berufsleben einschlug, erzählt sie im Gespräch.

23.02.2019