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MV aktuell Schock-Diagnose für Schwesig: So stehen die Heilungschancen bei Brustkrebs
Nachrichten MV aktuell Schock-Diagnose für Schwesig: So stehen die Heilungschancen bei Brustkrebs
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16:34 10.09.2019
Das Mammographie-Screening-Programm hilft, Brustkrebs frühzeitig zu erkennen. Quelle: dpa
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Schwerin

Brustkrebs – mit dieser Diagnose ist Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei Weitem nicht allein: Laut Statistik erkrankt eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens am sogenannten Mammakarzinom. Die gute Nachricht: Brustkrebs ist heilbar. „Mehr als 80 Prozent aller Patientinnen werden dauerhaft geheilt“, sagt Professor Bernd Gerber, Direktor der Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt und Leiter des zertifizierten Brustzentrums. Je früher die bösartige Geschwulst entdeckt und behandelt werde, desto besser stünden die Aussichten. „Früh erkannt ist so gut wie gebannt.“

Nur jede Zweite geht zur Vorsorge

Die Chancen, Brustkrebs im Frühstadium zu entdecken, hätten sich durch das Mammographie-Screening sehr verbessert, sagt Gerber. Weil Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren besonders gefährdet sind, wird diese Risikogruppe alle zwei Jahre von den gesetzlichen Krankenkassen automatisch zu dieser kostenlosen Untersuchung eingeladen. Allerdings ist das Screening nicht unumstritten und wird bislang nur von 55 Prozent der dazu geladenen Frauen wahrgenommen. „Viele sind nach der letzten Geburt nie wieder beim Frauenarzt gewesen. Leider fruchten die Image-Kampagnen nicht“, sagt Gerber. Er rät zur regelmäßigen Kontrolle und appelliert auch an junge Frauen, ihre Mütter und Omas zur Vorsorge zu schicken.

Bildergalerie: Diese deutschen Promis sind auch an Krebs erkrankt

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ist an Brustkrebs erkrankt. Diese deutschen Prominenten leiden oder litten ebenfalls an Krebs.

Behandlungen werden schonender

Neben den Diagnose- hätten sich auch die Therapiemöglichkeiten verbessert, sagt Gerber. Die Behandlung laufe heute viel schonender als früher ab. Damit habe sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Patientinnen zumindest einen Teil ihrer Brust behalten können. Abhängig ist das auch davon, wie aggressiv der Tumor ist, wo er liegt und ob er bereits Metastasen gebildet hat. Danach richtet sich auch die Behandlungsdauer. Im günstigsten Fall könne der Krebs ohne Chemotherapie behandelt werden. „Dann dauert es etwa fünf Monate. Mit Chemo, Bestrahlung und Reha kommen eineinhalb Jahre dazu.“

Restrisiko bleibt

Prof. Dr. Bernd Gerber Quelle: OVE ARSCHOLL

Lebenswandel und Gene spielen eine Rolle

Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Rund 70 000 Mal im Jahr stellen Ärzte die DiagnoseMammakarzinom“ bei einer Frau, mehr als 17 000 Patientinnen sterben jährlich daran. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, an Brustkrebs zu erkranken, hängt unter anderem von der familiären Vorbelastung ab. Weitere Risikofaktoren sind eine frühe erste und eine späte letzte Regelblutung sowie ein ungesunder Lebenswandel, sprich Rauchen, Übergewicht und übermäßiger Alkoholkonsum.

Von Brustkrebs sind übrigens nicht nur Frauen betroffen. Er wird auch bei bis zu 1000 Männern pro Jahr diagnostiziert.

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