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MV aktuell Schweinemast: Antibiotika sind die Regel
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00:06 24.04.2014
Till Backhaus (SPD) Quelle: Jens Büttner
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Schwerin

In den Schweinemastbetrieben Mecklenburg-Vorpommerns werden weniger Antibiotika eingesetzt — dennoch sind sie weiterhin die Regel. Dies ist das Ergebnis eines Antibiotika-Monitorings des Agrarministeriums und des Unternehmens Qualität und Sicherheit (QS), das Agrarminister Till Backhaus (SPD) gestern vorstellte. Die übergroße Anzahl der Unternehmen setzt demnach weiterhin Antibiotika ein. Tier- und Verbraucherschützer protestieren seit langem gegen den Einsatz der Medikamente in der Landwirtschaft.

45 der 220 Betriebe mit Mastschweinen in MV hätten sich an der Kontrolle im zweiten Halbjahr 2013 freiwillig beteiligt, erklärt Backhaus. Die Unternehmen halten zwischen 250 und 30 000 Tiere. Ein Viertel der 45 Mastbetriebe sei ganz ohne Antibiotika ausgekommen, sagt Backhaus. Diese Rate sei deutlich höher als der Bundesdurchschnitt von gut 20 Prozent.

Die Untersuchung zeigt aber auch: Nur ein Fünftel der Mastbetriebe im Land hat überhaupt an der Antibiotika-Überwachung teilgenommen. Über 90 Prozent der 220 Unternehmen mit Mastschweinen setzen offensichtlich weiterhin die Medikamente ein. Bei etwa der Hälfte der Betriebe liegt der Medikamenteneinsatz sogar über dem Index. Darunter sind acht Betriebe (21 Prozent), bei denen der Einsatz so hoch ist, dass ein Maßnahmeplan zur Reduzierung beim Agrarministerium eingereicht werden muss.

Hintergrund des Monitoring ist, dass Tierhalter in Deutschland den Antibiotika-Einsatz in den Ställen ab diesem Jahr dokumentieren müssen. Das neue Arzneimittelgesetz schreibt dies vor, um so hohe Mengen der Medikamente in Geflügel, Rindern und Schweinen zu verringern. MV hat bereits ein Jahr früher als bundesweit mit der Umsetzung der Vorgaben des neuen Arzneimittelgesetzes begonnen. Damit sei die Landwirtschaft in MV bundesweit Vorreiter im Antibiotika-Monitoring.

Nicht nur auf diesem Gebiet: Die Ernährungsbranche sowie die Land- und Forstwirtschaft seien die Stützen der Wirtschaft im Nordosten. „Sonst kommt da außer dem Tourismus nicht viel mehr“, erklärt Till Backhaus zuvor auf dem Branchentag der Ernährungswirtschaft in Ahrenshoop (Vorpommern-Rügen). Die Ernährungswirtschaft allein setze im Jahr 4,7 Milliarden Euro um. Der Anteil am Gesamtumsatz liege mit 36,2 Prozent deutlich über dem in anderen Branchen. So habe der Maschinenbau nur einen Anteil von 11,1 Prozent, betont Backhaus. Und stellt klar: „Harry, eigentlich bin ich der Wirtschaftsminister des Landes“, sagt er zu Harry Glawe (CDU), dem echten Wirtschaftsminister.

Stützen der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern
9 Milliarden Euro erwirtschaften die Land-, Forst- sowie die Ernährungswirtschaft jährlich in Mecklenburg-Vorpommern. Die Ernährungsbranche allein setzt 4,7 Milliarden Euro um. Ihr Anteil am Gesamtumsatz im Land liegt mit 36,2 Prozent deutlich über dem anderer Branchen. Der Maschinenbau etwa hat einen Anteil von 11,1 Prozent.



Bernhard Schmidtbauer

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