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MV aktuell Schwesig: Bund soll Gelände schneller von Munition befreien
Nachrichten MV aktuell Schwesig: Bund soll Gelände schneller von Munition befreien
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11:18 07.07.2019
Bergepanzer der Bundeswehr verlassen nach ihrem Einsatz bei dem Waldbrand bei Lübtheen die Ortschaft Trebs auf dem Weg zur Verladestelle. Quelle: Bodo Marks/dpa
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Schwerin/Lübtheen

Der verheerende Waldbrand bei Lübtheen hat nach Ansicht der Landesregierung in Schwerin die Gefahren der teilweise extrem hohen Munitionsbelastungen einiger Gebiete im Land erneut offengelegt. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sieht dabei vorrangig den Bund in der Pflicht, rasch für mehr Sicherheit zu sorgen.

Das Thema soll dem Vernehmen nach auch bei einem Besuch von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erörtert werden, der am Mittwoch in Lübtheen erwartet wird.

Bund soll Gelände von Munition räumen

„Die Menschen hier in der Region haben zu Recht die Erwartung, dass eine Fläche, die dem Bund gehört, die seit Jahrzehnten mit Munition belastet ist, nicht einfach so brach liegt“, erklärte Schwesig. Sie wird wegen ihres Familienurlaubs, den sie auf Grund des Brandgeschehens schon einmal unterbrochen hatte, nicht an dem Treffen mit Seehofer teilnehmen.

Doch machte sie schon klar: „Wir wünschen uns, dass der Bund wieder stärker in Verantwortung geht, dass dieses Gelände geräumt wird.“

Ein erneutes Feuer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hält die Region in Atem.

Feuerwehrleute durch Munition bedroht

Der Bund habe für die Beräumung des 2013 von der Bundeswehr verlassenen, rund 6000 Hektar großen Übungsplatzes 50 Millionen Euro eingeplant. Diese Mittel sollten nun schneller als geplant zum Einsatz kommen. Zunächst gehe es vor allem darum, Munitionsreste in einem 1000-Meter-Streifen rund um die 15 angrenzenden Orte zu räumen. „Es kann nicht sein, dass die Feuerwehr dort im Brandfall nicht frei agieren kann“, sagte Schwesig. Die im Boden liegende Munition hatte dazu geführt, dass Feuerwehrleute aus Sicherheitsgründen nur vom Rand des Brandgebietes her gegen das Feuer vorgehen konnten, das so bei Alt Jabel bis auf 50 Meter an den evakuierten Ort herankommen konnte.

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Auch Umweltminister Till Backhaus (SPD) und Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatten eindringlich eine zügige Munitionsräumung und Verbesserungen beim Brandschutz gefordert. Es müssten Lösungen gefunden werden, wie man in ganz Deutschland solchen Katastrophen wie bei Lübtheen begegnet, technisch und personell, sagte Caffier. Die Landesregierung will in einer interministeriellen Arbeitsgruppe ein landesweites Konzept zum Umgang mit munitionsbelasteten Flächen erarbeiten.

Sicherheitskorridore sollen entstehen

Backhaus mahnte bei einem Treffen mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) in Lübtheen ein Sofortprogramm zum Schutz der Ortschaften rund um den früheren Truppenübungsplatz an, das vom Bund finanziert werden solle. Nach ersten Kalkulationen seien für einen effektiven Brandschutz etwa 35 Millionen Euro erforderlich. Laut Backhaus sollen rund um die betroffenen 15 Orte Sicherheitskorridore von 1000 Meter zum früheren Truppenübungsplatz geschaffen werden. Zudem soll die Ringstraße um das Areal geschlossen auf 30 Meter verbreitert werden.

Backhaus regte an, Mecklenburg-Vorpommern zu einer Modellregion zu machen. Neben Brandenburg gehöre der Nordosten zu den Gebieten in Deutschland, in denen regional noch die meiste Munition im Boden liege. Neben Rückständen von Manövern handele es dabei vielfach auch um Geschosse aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach Tests auf dem Gelände bei Lübtheen gehe man davon aus, dass dort noch mit bis zu 45,5 Tonnen Munition je Hektar vorhanden sind, sagte der Minister.

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dpa

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