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MV aktuell Seegras-Schwemme an der Ostsee
Nachrichten MV aktuell Seegras-Schwemme an der Ostsee
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05:30 02.09.2015
Urlauber am Strand von Juliusruh auf Rügen. Quelle: Rico Nestmann
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Juliusruh

Getrübtes Badevergnügen: Hunderte Tonnen Seetang haben sich in den vergangenen Wochen an den Stränden der Ostküste Rügens angesammelt. Besonders stark betroffen ist die Ortschaft Juliusruh. Einheimische und Urlauber sind genervt.

„Der viele Tang stört uns sehr“, klagen Klaus und Christine Hoffmann aus Greußen. Seit 1978 kommen die Thüringer ins Seebad, nun überlegen die Zwei, ob sie künftig woanders hinfahren. So wie die Hoffmanns beklagen sich zurzeit viele Touristen bei Hoteliers, Gaststättenbetreibern und auch der OSTSEE-ZEITUNG.

Auch Bürgermeister Arno Vetterick hat noch nie eine so große Seetang-Schwemme erlebt. Momentan sollen sich etwa 500 Tonnen vom sogenannten Treibsel angesammelt haben. Unter Treibsel versteht man alle pflanzlichen Materialien, die an den Strand gespült werden — Algenarten, Tang oder Seegras. Vetterick verspricht: „Sobald der Wind dreht, wird der Strand gereinigt.“ Beim aktuellen Ostwind hätte das keinen Sinn, weil alles sofort wieder zugeschwemmt werde.

In Glowe auf der Insel Rügen sind vorgestern 600 bis 700 Tonnen Treibsel abgefahren worden, im Ostseebad Boltenhagen (Nordwestmecklenburg) innerhalb von zwei Wochen 2000 Tonnen. „Das war extrem viel“, berichtet Bauhofsleiter Wilfried Nix. Normalerweise würden in einer Saison — von Mai bis September — zwischen 3500 und 4500 Tonnen angeschwemmt. Absolutes Rekordjahr sei mit 11 000 Tonnen 2014 gewesen. Im Moment hat sich die Lage in Boltenhagen wieder entspannt: „Wir haben Zeit zum Luftholen“, ergänzt Nix.

Da Seegras Sondermüll ist, müssen viele Gemeinden in MV in neue Entsorgungskonzepte investieren. In Glowe ist für 2,3 Millionen Euro eine moderne Aufbereitungsanlage geplant. Noch fehlen allerdings die notwendigen Fördermittel. In Bergen geht voraussichtlich 2017 eine neue Klärschlamm- Verbrennungsanlage in Betrieb.

Während die einen im Treibsel vor allem Abfall sehen, entdecken immer mehr Unternehmen in ihm wertvolle Nährstoffe: Bei der Düngung von landwirtschaftlichen Flächen oder Gärten werden die darin enthaltenen Komponenten zunehmend interessant. Die Hanseatische Umwelt GmbH mit Sitz in Sandhagen (Landkreis Rostock) hat zum Beispiel eine Methode entwickelt, wie man Seegras als Dünger aufbereiten kann.



Elisabeth Woldt/kerstin Schröder

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