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MV aktuell Semesterstart in MV: Zu wenig Wohnheimplätze für Studenten
Nachrichten MV aktuell Semesterstart in MV: Zu wenig Wohnheimplätze für Studenten
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21:45 07.10.2019
Bei den alljährlichen Begrüßungsveranstaltungen der Studienanfänger ist das Audimax der Universität Rostock stets gefüllt. Quelle: dpa
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Rostock

Für tausende Studenten in MV beginnt jetzt das neue Wintersemester. Die Hochschulen des Landes zählen ähnlich viele Neueinschreibungen wie im Vorjahr. Die neuen Studenten haben allerdings oft Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche. Eine neue Bafög-Novelle erhöht für viele die Chance auf finanzielle Unterstützung.

Großer Zulauf in Rostock und Wismar

An der Hochschule für Musik und Theater (HMT) in Rostock hat die Vorlesungszeit bereits am Montag begonnen. Nach eigenen Angaben verzeichnet die Hochschule zum Wintersemester 86 Neueinschreibungen, darunter 21 aus dem Ausland. Sehr erfreulich sei, dass bereits 14 Studenten den neu eingeführten Studiengang Lehramt Theater belegen, sagte HMT-Sprecherin Debora Schöer.

An der Universität Rostock ist die Immatrikulation laut Sprecher Michael Voigt noch nicht abgeschlossen. „Die Zahlen erhöhen sich täglich. In der Tendenz erwarten wir ähnlich viele Studierende wie im letzten Jahr.“ Gewissheit werde es erst am 14. Oktober geben, wenn die Vorlesungszeit beginnt.

Etwa 2000 Neue in Greifswald

Auch in Greifswald laufen die Einschreibungen noch. „Im Augenblick sind wir optimistisch, dass wir zum Semesterstart wieder knapp 10 000 Studierende an der Universität haben werden“, sagte Sprecher Jan Meßerschmidt. „Die Zahl der Neueinschreibungen pendelt derzeit um die Vorjahreszahl.“ 2018 wurden rund 2000 Erstsemester begrüßt.

An der Hochschule Wismar studieren aktuell 7123 junge Leute. 686 davon kommen aus dem Ausland. Das entspricht einer Quote von über elf Prozent, wodurch die Hochschule landesweit eine Spitzenposition einnimmt. Nach Angaben der Hochschule sind knapp 5000 Studenten aus den alten Bundesländern zugezogen. 2287 kommen aus den neuen Ländern, 1904 aus MV.

Städte werben mit Begrüßungsgeldern

Um Studenten anzulocken, werben einige Universitätsstädte mit Begrüßungsgeldern. In Rostock wird eine Prämie von 150 Euro im zuständigen Ortsamt gegen Vorlage der Immatrikulationsbescheinigung und der Meldebestätigung in bar ausgegeben. Die gleiche Summe wird auch in Neubrandenburg und Stralsund gezahlt. Die Stadt Greifswald zahlt 100 Euro aus und spendiert zusätzlich Gutscheine, wie auch Stralsund, etwa für die Stadtwerke.

Wohnheime in Rostock: Vier von fünf Bewerbern abgelehnt

Wer für den neuen Studienplatz den Wohnort wechselt, steht meist vor der Herausforderung, eine geeignete Wohnung zu finden. In guter Lage sind die Mieten oft zu hoch. Bezahlbaren Wohnraum für Studenten bietet dagegen das Studierendenwerk (StuWe) in Rostock und Wismar in Wohnheimen.

Die Miete beträgt dort im Schnitt nicht mehr als 250 Euro inklusive aller Nebenkosten. StuWe-Geschäftsführer Kai Hörig berichtet, in Rostock habe es zum Wintersemester 1250 Bewerber auf 300 freie Zimmer gegeben. Nur jeder Fünfte bekam eine Zusage.

„Die Nachfrage ist stark angestiegen. Es besteht weiterhin studentische Wohnungsnot“, so Hörig. Dazu trage vor allem die wachsende Zahl der ausländischen Bewerber bei. Um dem großen Zulauf gerecht zu werden, sollen in den kommenden Jahren etwa 250 weitere Wohnflächen entstehen. In Wismar sei die Versorgungsquote hingegen recht hoch. Fast jeder Bewerber bekäme auch einen der 600 Plätze.

Wohnungsnot herrscht auch in Greifswald

In Greifswald, wo sich ebenfalls etwa 1250 Studenten beworben hatten, bekam den Angaben zufolge sogar nur jeder sechste Bewerber einen Platz. Gerade zum Semesterbeginn sei der Wohnungsmarkt in der Uni- und Hansestadt sehr angespannt, sagte die Geschäftsführerin des StuWe Greifswald, Cornelia Wolf-Körnert. Das StuWe sei auf Fördermittel angewiesen, um die Mieten günstig halten zu können. Bis zum nächsten Wintersemester sollen laut Wolf-Körnert 150 neue Plätze entstehen. Aktuell seien es 814.

Der Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Uni Rostock, Marcus Neick, sieht den Grund für das unzureichende Angebot an Wohnheimplätzen vor allem in den knappen Zuweisungen vom Land. „Das Studentenwerk ist grob unterfinanziert. Für Wohnheimbau bleibt da wenig übrig.“ Auch Kai Hörig bestätigt: „Der Bau ist leider sehr langwierig und teuer.“

Bafög-Novelle: Chance auf Finanzierung steigt

Hörig rät Studienanfängern, zunächst die Grundbedarfe zu sichern, wie Wohnraum und Finanzierung. Dabei sei es hilfreich, Beratungsangebote von der jeweiligen Hochschule oder dem StuWe wahrzunehmen. Zudem verweist er auf eine neue Bafög-Novelle, durch die ab sofort mehr Studenten eine Chance auf Bafög haben.

„Jeder sollte unbedingt einen Antrag stellen, auch höhere Semester, die bisher kein Bafög bekommen haben“, sagt Hörig. Um möglichst schnell soziale Kontakte zu knüpfen, sollten Neulinge unbedingt Einführungsveranstaltungen besuchen. „Dazu gehören auch Erstsemesterpartys.“

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