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MV aktuell Rentner im Nordosten oft einsam und arm, aber fit
Nachrichten MV aktuell Rentner im Nordosten oft einsam und arm, aber fit
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15:55 12.11.2018
Senioren auf einer Park-Bank.
Senioren auf einer Park-Bank. Quelle: Jens Wolf/dpa
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Berlin/Schwerin

Mangelnde soziale Teilhabe und geringe Renten schränken die Lebensqualität älterer Menschen in Mecklenburg-Vorpommern spürbar ein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Sozialwissenschaftler im Auftrag der deutschen Versicherungswirtschaft erstellten und deren Ergebnisse am Montag in Berlin veröffentlicht wurden. Demnach finden Senioren im Saarland bundesweit die besten Lebensbedingungen. Mecklenburg-Vorpommern landet auf dem drittletzten Platz, vor Thüringen und Sachsen-Anhalt.

In die Bewertung flossen nach Angaben der Auftraggeber unter anderem die Lebenserwartung, die Qualität der Pflegeheime, das verfügbare Einkommen der Rentner, ihr Gesundheitszustand sowie ihr Kontakt zu Freunden oder Familie mit ein. Insgesamt seien 30 Faktoren einbezogen worden, sowohl objektiv messbare Kriterien als auch solche, die auf der Selbsteinschätzung der Befragten beruhen.

Finanzen beeinflussen die persönliche Sichtweise

Wie der Sozialwissenschaftler Jürgen Bauknecht als Leiter der Studie erklärte, wird die Reihenfolge stark durch die finanzielle Lage beeinflusst – sowohl der Rentner als auch der öffentlichen Hand. Die schlechte Platzierung der ostdeutschen Bundesländer sei daher keine Überraschung, da dort die Älteren über geringere Vermögen verfügten und auch die Länder weniger Mittel für den Ausbau der sozialen Infrastruktur besäßen, erklärte Bauknecht.

So weist Mecklenburg-Vorpommern im Punkt „Finanzielle Sicherheit“ den zweitschlechtesten Wert aller Bundesländer auf. Den letzten Platz nimmt der Nordosten bei der „Sozialen Teilhabe“ ein, offenbar eine Folge unzureichender Nahverkehrsangebote und Lücken in der Versorgung. Einen Spitzenplatz nimmt Mecklenburg-Vorpommern hingegen im Bereich „Gesundes Altern“ ein. Im Ländervergleich schneiden da nur das Saarland, Hamburg und Brandenburg besser ab.

Frank Pfaff