Start für Azubi-Ticket in MV – DGB-Jugend: Arbeitgeber sind gefragt
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Start für Azubi-Ticket in MV – DGB-Jugend: Arbeitgeber sind gefragt

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15:00 31.01.2021
Vom 1. Februar an können Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern den Nahverkehr mit Hilfe des Azubi-Tickets zu einem deutlich günstigeren Preis nutzen.
Vom 1. Februar an können Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern den Nahverkehr mit Hilfe des Azubi-Tickets zu einem deutlich günstigeren Preis nutzen. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp
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Schwerin

Von diesem Montag an gilt das Azubi-Ticket Mecklenburg-Vorpommerns. Die Jahreskarte für den öffentlichen Nahverkehr im Land kostet 365 Euro und erlaubt Fahrten mit Bussen, Straßenbahnen oder Regionalzügen. Lehrlinge können das Ticket nicht nur für den Weg zum Arbeits- oder Berufsschulort nutzen, sondern auch in der Freizeit. Nach Angaben des Verkehrsministeriums in Schwerin haben sich mehr als 500 junge Leute das Ticket schon besorgt.

Wirtschaft und Gewerkschaften hatten ein solches Ticket schon lange gefordert. Im Vorjahr willigte das Land ein, die auf jährlich etwa fünf Millionen Euro geschätzten Kosten zu übernehmen. Mit dem Geld sollen Einnahmeausfälle der Verkehrsbetriebe kompensiert werden. Den Angaben zufolge können Azubis in Einzelfällen bis zu 180 Euro monatlich sparen.

Kauf und Nutzung voll digitalisiert

Mit dem Ticketvertrieb, inklusive Antragsprüfung und Abrechnung, wurde die DB Regio AG betraut, die sich wiederum der konzerneigenen DB Vertrieb GmbH bedient. Kauf und Nutzung des Tickets sind laut Verkehrsministerium voll digitalisiert. Bislang seien gut 700 Bestellungen eingegangen, 551 Tickets bereits ausgegeben worden. Es habe auch Ablehnungen gegeben, weil die geforderten Ausbildungsplatz-Nachweise fehlten, hieß es.

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Das Verkehrsministerium rechnet mit einer deutlich größeren Nachfrage, sobald sich der derzeit massiv eingeschränkte Lehrbetrieb wieder normalisiert. Als anspruchsberechtigt gelten neben Auszubildenden und Schülern an Fachgymnasien auch Freiwilligendienstleistende und Beamtenanwärter der Laufbahngruppe 1.

Jugend sieht Arbeitgeber in der Pflicht

Die Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB Nord sieht nun die Arbeitgeber in der Pflicht: „Als Gewerkschaftsjugend haben wir hart für diesen Erfolg gekämpft. Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug. Sie müssen ihr Versprechen einlösen und den Kostenanteil für ihre Azubis voll übernehmen“, sagte Robin Leger, Jugendbildungsreferent der DGB-Jugend Mecklenburg-Vorpommern, am Sonntag laut Mitteilung. Die DGB-Jugend MV will zudem für weitere Verbesserungen beim Azubi-Ticket kämpfen. „Jetzt kommt es nach der Landtagswahl im zweiten Schritt darauf an, den Azubis, die den ÖPNV nicht nutzen können, auch die Kosten für den Individualverkehr zu erstatten“, so Leger weiter.

Nach Erhebungen des Ministeriums könnten rund 34 000 Jugendliche im Land von dem Ticket profitieren. Prognosen zufolge würden es bis zu 10 000 auch nutzen. Die Unternehmerschaft wertet das Ticket als zusätzlichen Anreiz für junge Menschen, in Mecklenburg-Vorpommern eine Ausbildung zu beginnen. Der DGB forderte die Arbeitgeber auf, auch den Eigenanteil der Lehrlinge zu übernehmen und so für ein kostenloses ÖPNV-Ticket zu sorgen.

Von RND/dpa