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MV aktuell Steuerplus für Kommunen – MV im Ländervergleich weiter Schlusslicht
Nachrichten MV aktuell Steuerplus für Kommunen – MV im Ländervergleich weiter Schlusslicht
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14:58 09.07.2019
Wie aus dem Kommunalen Finanzreport der Bertelsmann Stiftung hervorgeht, lagen die Steuereinnahmen der Gemeinden im Nordosten im Vorjahr mit rund 1,31 Milliarden Euro um mehr als 50 Prozent höher als 2012. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
Gütersloh/Schwerin

Die anhaltend gute Konjunktur hat den Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern ein deutliches Einnahmeplus beschert, sie im Bundesvergleich der Steuerkraft aber nicht vom letzten Platz weggebracht. Wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Kommunalen Finanzreport der Bertelsmann Stiftung hervorgeht, lagen die Steuereinnahmen der Gemeinden im Nordosten im Vorjahr mit rund 1,31 Milliarden Euro um mehr als 50 Prozent höher als 2012.

Prozentualer Zuwachs über Bundesdurchschnitt

Der prozentuale Zuwachs habe damit höher gelegen als im Bundesdurchschnitt, hieß es. Dennoch erreichten die Steuereinnahmen je Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern mit 811 Euro nur die Hälfte des Aufkommens hessischer Kommunen, das bei 1604 Euro je Einwohner lag.

Rostock auch nur auf Platz 295 von 397

Laut Bertelsmann Stiftung kam selbst Rostock als wirtschaftsstärkste Stadt im bundesweiten Vergleich nur auf Platz 295 von den 397 untersuchten Landkreisen und kreisfreien Städten. Dennoch hoben die Verfasser der Studie die Entwicklung der Hansestadt hervor. Rostock sei es gelungen, die sogenannten Kassenkredite zur Finanzierung laufender Ausgaben innerhalb von fünf Jahren von 180 Millionen auf zuletzt noch 5 Millionen Euro zu senken.

Kreis Vorpommern-Greifswald ist Letzter

Schwerer hätten es dagegen ländliche Regionen, hieß es. So liege der Kreis Vorpommern-Greifswald im Landkreis-Ranking weiterhin mit am Ende. Das Wirtschaftswachstum konzentriere sich immer stärker in den Metropolen, sagte René Geißler, Experte für Kommunalfinanzen bei der Bertelsmann Stiftung. Die fast flächendeckend geringe Wirtschaftskraft im Nordosten bleibe eine dauerhafte Herausforderung. „Mecklenburg-Vorpommern bleibt angewiesen auf den Länderfinanzausgleich“, konstatierte Geißler.

Doch bescheinigte er den Kreisen und Kommunen, ihre Mittel gut einzusetzen. Nur in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen seien die Investitionen in den vergangenen Jahren höher gewesen.

dpa