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MV aktuell Streit um Elefanten-Auftritt bei „Aida“-Oper
Nachrichten MV aktuell Streit um Elefanten-Auftritt bei „Aida“-Oper
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00:00 28.06.2016
Sonni Frankello trainiert mit der Elefantenkuh Mala (32) für den Auftritt in der Aida-Oper bei den Schlossfestspielen in Schwerin. Quelle: Jens Büttner/dpa
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Schwerin/Platschow

. „Rangu!“ Sonni Frankello schwenkt die Arme und fordert die Elefantenkuh Mala auf, ihren Rüssel zu heben. Dickhäuter-Sprache.

Die 32-jährige Mala soll bei den Schweriner Schlossfestspielen auf die Bühne / Neben Tierschützern finden auch Theaterfans den Auftritt des Dickhäuters überflüssig

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Soll die Elefantenkuh Mala bei den Schweriner Schlossfestpielen auftreten?

Für die Inszenierung „Aida“ in der Landeshauptstadt gibt es tierische Darsteller.

Das gelehrige Tier reagiert sofort. Auf „lift“ hebt es einen Fuß, „down“ bedeutet hinlegen. Trainiert wird auf dem Elefantenhof in Platschow bei Grabow (Landkreis Ludwigslust-

Parchim). Eigentlich müsse die 32-jährige afrikanische Elefantendame ihre Statisten-Rolle bei den Schweriner Schlossfestspielen nicht proben. Die in der Zirkusfamilie aufgewachsene Elefantendame sei ein geübter Film- und Fernsehstar, sagt der Besitzer.

Bei der Open-Air-Aufführung von Guiseppe Verdis Oper „Aida“ soll der Elefant aus Platschow den berühmten Triumphmarsch anführen. Vom 8. Juli bis 14. August läuft er dazu in 23

Vorstellungen mit Kopfschmuck zwei Minuten zwischen Kulisse und Publikum hindurch und wendet sich einmal den Zuschauern zu, so Frankello. An- und Abfahrt im Transporter dauerten jeweils eine Stunde, der Backstagebereich sei eine Wiese am Theater. Frankello: „Das ist Routine.“ In den letzten 30 Jahren wirkte Mala in mindestens 100 Shows europaweit mit, darunter auch in „Aida“-Aufführungen.

Gegner der Dickhäuter-Theaterrolle sind nicht nur Tierschutzaktivisten der Organisation „People for the Ethical Treatment of Animals“ (PETA), sondern auch Schweriner Stadtvertreter. Nachdem Malas Vertrag für „Aida“ unterschrieben war, brachte die Fraktion der Unabhängigen Bürger (UB) im Januar einen Antrag durchs Stadtparlament, der Zirkusauftritte von Wildtieren verbietet. Andere deutsche Städte hätten ähnliche Regelungen, erklärt UB-Vertreter Manfred Strauss, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Gefahrenabwehr und Ordnung.

Großtiere bei den Schlossfestspielen seien überflüssig, meint Strauss. Schließlich wäre die 1871 in Kairo uraufgeführte Verdi-Komposition einst ohne solche pompösen Statisten gedacht gewesen.

„Einen derartigen Werbegag braucht die Oper nicht“, ist der erklärte Theaterfreund überzeugt. „Kein Elefant macht freiwillig Kunststücke, das ist aufgezwungen, Stress fürs Tier und nicht artgerecht“, so Strauss. „Ein Elefant gehört nicht auf eine Theaterbühne, sondern dorthin, wo er aufgewachsen ist oder in den Zoo.“

Frankello kontert: „Der Stress kommt von den Menschen, er ist eigentlich die Gefahr.“ Für den Schutz der Elefantenkuh und von zwei zur Musik mitlaufenden Kamelen bei den Vorführungen sei nun extra Sicherheitspersonal angeheuert worden.

Mala gehe mit dem Theater um ihren Opern-

Auftritt ziemlich gelassen um. „Wir kommen doch nicht aus dem Busch“, sagt der Zirkusmann. „Elefanten sind intelligent und neugierig, sie brauchen geistreiche Aufgaben, Abwechslung und Aufmerksamkeit, warum nicht mal auf einer Bühne?“

Grit Büttner

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