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Strom in MV so teuer wie in keinem anderen Bundesland: Das sind die Gründe

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08:59 12.02.2020
In MV ist die Strom-Grundversorgung bundesweit am teuersten. Quelle: Peter Franke
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Berlin/Rostock/München

Strom ist in Mecklenburg-Vorpommern nach Berechnungen des Vergleichsportals Check24 so teuer wie nirgendwo sonst in Deutschland. Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden zahle in der Grundversorgung durchschnittlich 1687 Euro, laut Vergleichsportal.

Bei alternativen Stromanbietern koste die gleiche Menge an Strom nur 1416 Euro im Jahr. Auch in Thüringen, Schleswig-Holstein und Brandenburg ist die Strom-Grundversorgung vergleichsweise teuer. Am günstigsten ist der Storm hingegen in Bremen.

„Der Preis für die Stromnetze in MV ist hoch“

Thomas Engelke vom Bundesverband der Verbraucherzentrale berichtet, dass die Netzentgelte in Schleswigholstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg hoch sind. „Das liegt daran, dass die Bevölkerungsdichte in den Bundesländern gering ist. Es wird viel Netz benötigt, um die Bevölkerung mit Strom zu versorgen“, so Engelke.

Nach Angaben von Check24 ist der Strom in ostdeutschen Bundesländern im Schnitt drei Prozent teurer als in den westdeutschen. Ein Grund dafür seien die unterschiedlich hohen Netznutzungsentgelte, die ein viertel des Preises ausmachen. Doch woran liegt der hohe Strompreis? In Ost- und Norddeutschland müssen viele Windkrafträder an das Stromnetz angeschlossen werden.

In dünner besiedelten ländlichen Regionen sind relativ gesehen aufwendigere Stromnetze zur Versorgung erforderlich als in Ballungsräumen, so dass auf den einzelnen Verbraucher höhere Kosten entfallen.

Grundversorgungskunden bergen Risiko für Anbieter

Peter Lück ist Leiter der Unternehmenskommunikation bei den Stadtwerken Rostock und erklärt warum der Preis für die Grundversorgung so hoch ist. „In die Grundversorgung rutschen Kunden, die keine Vertragsbindung haben. Diese können innerhalb von 14 Tagen ihren Tarif wechseln“, so Lück. Das berge ein großes Risiko, da schwer kalkuliert werden könne, wie viel Strom für die unsicheren Kunden eingekauft werden müsse, sagt Lück.

Die Belastung der Stromkunden durch Steuern, Abgaben und Umlagen ist in den vergangenen zehn Jahren um 70 Prozent gestiegen. Im laufenden Jahr werde sie voraussichtlich mehr als 36 Milliarden Euro (ohne Mehrwertsteuer) erreichen, teilte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Dienstag in Berlin mit. Die Kosten für Beschaffung, Netzentgelte und Vertrieb des Stroms - also der privatwirtschaftliche Anteil - sei lediglich um sechs Prozent gestiegen.

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