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MV aktuell Strom- und Zugausfall: Orkantief „Sabine“ sorgt für Chaos in MV
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Strom- und Zugausfall: Orkantief „Sabine“ sorgt für Chaos in MV

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22:45 09.02.2020
Orkantief „Sabine“ riss viele Bäume in MV um. Hier muss die Grevesmühlener Feuerwehr im Everstorfer Forst ran. Quelle: Karl-Ernst Schmidt
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Rostock

Das Orkantief „Sabine“ hat kräftig über MV gewütet. Mit Böen von bis zu 130 Kilometern pro Stunde fegte der Sturm ab dem frühen Sonntagabend übers Land, riss Bäume um, sorgte landesweit für Zugausfälle. In Rostock und Teilen des Kreises Ludwigslust-Parchim blieb für eine Zeit der Strom weg. In vielen Orten deckte „Sabine“ Dächer ab. Der öffentliche Nahverkehr wird auch am Montag ausgebremst sein: Die Deutsche Bahn hat bundesweit Fernzüge bis Montag abgesagt. Das trifft auch für einige Regionalstrecken im Nordosten zu.

Blackout: Tausende Haushalte in Rostock ohne Strom

Nichts ging mehr um 17.51 Uhr in Teilen der Rostocker Innenstadt. Der Sturm sorgte für etwa fünf Minuten Stromausfall in mehreren Stadtteilen. Auch Straßenlampen und Ampel fielen aus. „Es gab einen Schaden bei unserem Vorversorger, der Edis“, sagt ein Stadtwerkesprecher. Das Problem konnte durch Umschaltung behoben werden. Ursache sei eine defekte Hochspannungsleitung in Bentwisch bei Rostock, so Edis-Sprecher Michael Elsholtz. Genaueres könne erst am Montag gesagt werden. Kliniken waren zum Glück nicht betroffen. Für Ernstfälle gebe es ja Notstrom-Aggregate, erklärt eine Sprecherin.

Vorübergehende Dunkelheit in der Rostocker Innenstadt nach einem Stromausfall. Quelle: Robert Haberer

Im Kreis Rostock deckt der Sturm ganze Dächer ab

Erwischt hat es auch viele Orte in Landkreisen. Rund um Brüel und Sternberg waren rund 2500 Haushalte für zwei Stunden ohne Strom. Am Abend fiel die Versorgung für 700 Kunden südwestlich von Güstrow sowie in Dummerstorf und Groß Wüstenfelde aus. In Güstrow und Lalendorf deckte der Sturm ganze Dächer ab. Mehr als 60 Einsätze wurden gemeldet. In Graal-Müritz sei es gelungen, einen Hubwagen an einem Gerüst zu sichern, berichtete ein Sprecher. Sonst wäre schwerer Schaden entstanden. Bei Groß Lüsewitz riss eine Stromleitung und setzte einen Baum in Brand.

Verstärkter Einsatz auch in Nordwestmecklenburg. Binnen drei Stunden musste die Feuerwehr dort am Abend 50 Mal raus. An vielen Stellen mussten umgefallene Bäume beräumt werden. In Upahl versuchte die Feuerwehr zu verhindern, dass „Sabine“ ein Gebäude abdeckt. Die Greifswalder Berufsfeuerwehr rückte allein bis 19 Uhr zu über 20 Einsätzen aus – bis nach Anklam und auf die Insel Usedom.

Autofahrer kracht gegen umgefallenen Baum auf der Insel Usedom

In Zinnowitz und Neuendorf auf der Insel Usedom heulten kurz nach 20.30 Uhr die Sirenen. Auf Verbindungsstraße zwischen beiden Orten krachte ein Baum auf die Straße. Ein Autofahrer erkannte dies zu spät und kollidierte mit dem Gehölz. Er blieb unverletzt, sein Auto beförderte er wohl reflexartig in den Graben. Mehr als 20 Feuerwehrleute aus beiden Gemeinden eilten zur Unfallstelle und beseitigen die Schäden.

Zwischen Neuendorf und Zinnowitz auf der Insel Usedom kollidiert eine Auto mit einem umgestürzten Baum. Der Fahrer blieb unverletzt.  Quelle: Hannes Ewert

In Röbel (Mecklenburgische Seenplatte) stürzte ein Baum auf ein Mehrfamilienhaus und beschädigte es. Das Haus sei aber weiter bewohnbar, sagte ein Polizeisprecher. Der Höhepunkt des Orkans wurde gegen 1 Uhr nachts mit Windstärke 12 erwartet.

Bahn stoppt Fernverkehr – auch Regionalstrecken betroffen

Den Zugverkehr hat Orkan „Sabine“ an vielen Stellen lahmgelegt. Die Deutsche Bahn ließ am Abend Fernzüge nur noch bis zum Zielbahnhof fahren, stoppte dann alle bundesweit. Im Regionalverkehr erwischte es in MV die Strecken R4 Stettin-Neubrandenburg-Lübeck, R11 Wismar-Rostock-Tessin und R12 Rostock-Graal Müritz. Sie würden bis Montag, 10 Uhr, „wegen des Verdachts auf Unwetterschäden durch umgestürzte Bäume“ nicht bedient. Das Bus-Unternehmen Rebus stellte den Verkehr von Güstrow bis Linstow (Kreis Rostock) ein.

An der Tafel im Rostocker Hauptbahnhof werden Zugausfälle angezeigt. Quelle: Robert Haberer

Der Deutsche Wetterdienst hat bis Montag, 8 Uhr, eine Unwetterwarnung für den Nordosten herausgegeben. Fenster und Türen sollten geschlossen gehalten und Gegenstände im Freien gesichert werden, empfehlen die Meteorologen. Wer nicht raus muss, sollte zu Hause bleiben.

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