Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Saftige Preiserhöhung: Strompreise in MV steigen kräftig
Nachrichten MV aktuell Saftige Preiserhöhung: Strompreise in MV steigen kräftig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:27 20.11.2018
Für viele Haushalte in Deutschland wird der Strom im neuen Jahr deutlich teurer. Um durchschnittlich 4 bis 5 Prozent steigen die Preise zahlreicher Anbieter in der Grundversorgung. Quelle: Jens Büttner/dpa
Rostock

Vielen Stromkunden in MV flattern dieser Tage teils saftige Preiserhöhungen ins Haus. Am Dienstag endete die Ankündigungsfrist für Tarifänderungen, und manche Stadtwerke nutzten die letzte Gelegenheit, um noch ordentlich draufzuschlagen. Im Durchschnitt steigen die Strompreise nach Angaben des Vergleichsportals Check 24 in MV wie in ganz Deutschland um knapp fünf Prozent. Kritik kommt von der Verbraucherschutzzentrale.

Check 24 musste am Dienstag seine Tabellen mehrfach aktualisieren, weil in letzter Minute noch Tarifinformationen eingingen. So steigt in Greifswald der Preis für den Basistarif Greifenstrom für einen Durchschnittshaushalt um 4,6 Prozent. Das sind im Jahr 64 Euro. Als Ursache nennen die Stadtwerke Greifswald vor allem die höheren Rohstoffpreise. An der Leipziger Strombörse sei der Strompreis so hoch wie zuletzt vor sieben Jahren. „Natürlich berücksichtigen wir die leichte Entlastung um etwa 1,5 Prozent bei den staatlichen Abgaben und Umlagen“, sagt Thomas Prauße, Geschäftsführer der Stadtwerke Greifswald. „Die Rohstoffpreise sind jedoch so immens gestiegen, dass wir nach der Gesamtkalkulation die Endverbraucherpreise anpassen müssen.“

Nachfrage nach Öl und Kohle lässt die Preise hochgehen

In Wismar hatten die Stadtwerke die Preise zu Jahresbeginn 2018 noch gesenkt. Zum nächsten Jahreswechsel kommen jetzt aber wieder 4,5 Prozent obendrauf. „Vor allem die Nachfrage nach Öl, Kohle und Kohlendioxid lassen die Preise für die Strombeschaffung steigen“, erklärt Sprecherin Sylvia Bartsch. Der Preis für die Kilowattstunde in der Hansestadt werde daher um rund einen Cent erhöht. Laut Check 24 bedeutet das für einen Durchschnittshalt Mehrausgaben von 61 Euro.

Rostock taucht in der Statistik von Check 24 noch nicht auf. Doch nach OZ-Informationen müssen die Rostocker ab 1. Januar im Schnitt sieben Prozent mehr zahlen. Konkrete Zahlen nennen die Stadtwerke nicht. Nur so viel sagt Unternehmenssprecher Peter Lück: „Ein Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2000 Kilowattstunden zahlt 39,56 Euro im Jahr mehr.“ Vorstandschef Oliver Brünnich begründet die Erhöhung mit steigenden Beschaffungskosten für den Strom - und mit höheren Netzgelten. Im Oktober hatte allerdings der Netzbetreiber 50 Hertz angekündigt, die Durchschnittsgebühren für seine Netze um 23 Prozent zu reduzieren.

Die höchsten Steigerungen bei den Basistarifen gibt es in Neustrelitz (Mecklenburgische Seenplatte). Dort müssen die Stromkunden 8,9 Prozent mehr bezahlen. An zweiter Stelle liegt Schwerin mit 6,9 Prozent. In beiden Städten erhöht sich damit die Jahresstromrechnung um mehr als hundert Euro. In Stralsund dagegen bleibt der Preis unverändert.

Verbraucherzentrale kritisiert die Preiserhöhungen

Diese starken Unterschiede werfen bei der Verbraucherzentrale MV Fragen auf: „Ich kann nicht nachvollziehen, dass manche Anbieter die Preise drastisch erhöhen, während andere sie auf gleichem Niveau halten können“, sagt Energieexperte Arian Freytag. Das Argument der gestiegenen Preise an der Strombörse lässt er nicht gelten: „Als vor einiger Zeit die Börsenpreise deutlich fielen, haben viele Anbieter die Preise auch nicht gesenkt, damals unter Verweis auf langfristige Verträge. Warum werden die Erhöhungen jetzt sofort an die Kunden weitergegeben?“

Auch nach den jüngsten Tarifanpassungen bleiben die Strompreise der Stadtwerke innerhalb von MV extrem unterschiedlich. Laut Check 24 sind sie in Pasewalk mit 1714 Euro im Jahr für den Durchschnittshaushalt im Basistarif am teuersten. Auch hier ging übrigens die Erhöhung um 4,5 Prozent am letztmöglichen Tag ein. Auf Platz zwei folgt Schwerin mit 1603 Euro. Im nahen Wismar sind es dagegen nur 1413 Euro.

Axel Büssem und Andreas Meyer

Im Fall des in Schwerin festgenommenen Yamen A. hat sein Anwalt vor dem Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht Hamburg einen Freispruch gefordert. Seinem Mandanten wird vorgeworfen, eine staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Dass der junge Syrer versuchte, in seiner Wohnung Sprengstoff herzustellen, räumte der Verteidiger vor Gericht ein. Grund für eine Verurteilung sieht der Anwalt aber nicht.

20.11.2018

Knapp eine Woche nach der Ermordung eines Rentners in Wittenburg (Ludwigslust-Parchim) durch einen Asylbewerber laden die beiden großen Kirchen und die Stadt zu einer Trauerfeier ein. Montag kamen 70 Teilnehmer zu einer Mahnwache der AfD. Die hat für diese Woche zwei weitere Aktionen angemeldet.

Radio-Comedian Bauer Korl hat immer einen Spruch auf Lager – und jede Menge Bauernweisheiten parat. Was sagt er zum Thema weiße Weihnacht in Mecklenburg-Vorpommern?

20.11.2018