Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Sturmschäden an der Küste von MV: Gemeinden fordern Hilfen
Nachrichten MV aktuell Sturmschäden an der Küste von MV: Gemeinden fordern Hilfen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:54 01.03.2019
Bansin auf Usedom im Januar 2019: Ein Pavillon wurde am Strand vom Sturm und von den Wassermassen erfasst und schwer beschädigt. Quelle: Tilo Wallrodt
Anzeige
Rostock

Abgetragene Dünen, weggebrochene Wege oder fortgespülter Strandsand: Auch fast zwei Monate wirken die Wehen der ersten Sturmflut an vielen Stränden in MV noch nach. Viele Probleme sind immer noch nicht behoben.

Insgesamt haben sich laut Landestourismusverbandes MV 20 Regionen oder Gemeinden im Land gemeldet, die nach den Stürmen „Zeetje“ und „Benjamin“ Schäden zu beklagen hatten. Einige Gemeinden sorgen sich nun, ob ihre Strände zur Saison überhaupt rechtzeitig wiederhergestellt werden.

Sturmschäden: Bis Ostern sollen die Strände besser aussehen

„Es waren schon nennenswerte Schäden an markanten Stellen – wenn auch weniger als vor zwei Jahren nach dem Sturm“, sagt Tobias Woitendorf, Landestourismusverband MV. Der Wunsch: Bis Ostern sollten die Strände wieder schick aussehen.

Straßensperrungen und Überschwemmungen entlang der Ostseeküste

Auf der Insel Poel hat man daran erhebliche Zweifel: „Wir haben schon Ende Februar, und noch ist zu wenig passiert“, klagt Bürgermeisterin Gabriele Richter (parteilos). Die Saison stehe vor der Tür – es müsse endlich gehandelt werden. Ohne Unterstützung des Landes geht es nicht. Auf Poel hatten die beiden Januarstürme erhebliche Schäden an mehreren Abschnitten des Strandes angerichtet.

Usedom und Ludmin sind die Sorgenkinder

Besonders zugeschlagen hat die Sturmflut zudem im Seebad Lubmin bei Greifswald, dort hat das Meer sehr viel Sand weggerissen – Verluste von fast zwei Drittel der Düne, bilanziert der Lubminer Bürgermeister. Auf der Insel Usedom hat es erneut Zempin hart getroffen. Die arg gebeutelte Gemeinde - bekannt geworden durch den Kiosk-Absturz 2017 – musste nach den letzten Sturmfluten jedes Jahr eine halbe Million Euro für den Küstenschutz aufbringen, sagt Bürgermeister Werner Schön. Jetzt treibt ihn die Angst vor der Zahlungsunfähigkeit seiner Kommune um.

Im Landesumweltministerium, das zuständig für den Küstenschutz ist, schätzt man die Lage weniger dramatisch ein: „Schäden an den Küstenschutzanlagen wurden nicht festgestellt.“ An keiner Düne im Land bestehe akuter Handlungsbedarf. Das Abtragen der Dünen an sich stelle keinen Schaden dar. Sie gehöre zum natürlichen Wirkprinzip der Dünen. Die Sturmflut 2019 sei weniger gravierend verlaufen als die von 2017.

Keine finanzielle Unterstützung vom Land

Mit finanziellen Sonderhilfen ist derzeit auch nicht zu rechnen. „Die Landesregierung hat nach dieser Sturmflut bisher kein Hilfsprogramm zur Schadensbeseitigung beschlossen“, sagt Ministeriumssprecherin Eva Klaußner-Ziebarth. Für finanzschwache Kommunen gebe es aber die Möglichkeit sich um Sonderbedarfszuweisungen beim Innenministerium zu bemühen, wenn ihnen unvorhersehbare Schäden entstanden seien.

Immerhin: An einigen Dünen des Landes wird in diesem Jahr doch noch etwas passieren. Das Meer hat an einigen Dünenabschnitten soviel fortgerissen, dass sie unabhängig vom Sturm planmäßig aufgefüllt werden müssten. „In diesem Jahr sind Dünenabschnitte vor Koserow, Kölpinsee und Zempin zu bespülen“, sagt Klaußner-Ziebarth. Auch für Lubmin ist eine Sandauffüllung geplant. In den kommenden Jahren stehen unter anderem Aufspülungen vor Graal-Müritz, Zingst und Südostrügen an.

OZ-Report „Unsere Strände nach der Flut“

Wird genug getan, um die Sturmflutschäden vom Januar zu beheben? Werden die Strände in MV zur Saison rechtzeitig wiederhergestellt? Wie sieht es fast zwei Monate nach der Flut an den Küsten des Landes aus? Diese und weitere Fragen beantwortet die OZ im großen Report „Unsere Strände nach der Flut“.

Kommentar:Selbst ist die Kommune

Sturmschäden an der Küste von MV: Gemeinden fordern Hilfen

Insel Poel fordert schnellere Hilfe

Boltenhagens Bauhof hat Strand aufgefüllt

Lubmins Düne braucht dringend Sand

Nach dem Hochwasser in Zempin: „Wenn es so weiter geht, sind wir pleite“

Virginie Wolfram

Zwei Häuser in der Ferienanlage Weiße Wiek wechseln den Besitzer. Die Hamburger Magna Real Estate kauft das Iberotel und das Dorfhotel. Die Anlage an einem Naturschutzgebiet soll vergrößert werden, aber noch fehlen die Genehmigungen.

28.02.2019

325 Millionen Euro waren kurz nach Verkündung für das Schulbauprogramm in Mecklenburg-Vorpommern im Juni 2018 verplant – was in kommenden Jahren geschieht, ist offen. Die Linke fordert einen kräftigen Nachschlag.

28.02.2019

Die Schauspielerin und Sängerin Yvonne Catterfeld tauft das neueste Schiff der Rostocker Flusskreuzer-Reederei A-Rosa am 30. April in Porto.

01.03.2019