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MV aktuell Große Suchaktion in den Alpen: Ex-Feuerwehrchef aus Stralsund nach Bergtour vermisst
Nachrichten MV aktuell Große Suchaktion in den Alpen: Ex-Feuerwehrchef aus Stralsund nach Bergtour vermisst
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15:50 28.08.2019
Der vermisste Jörg Janke auf dem Gipfel des Wiesbachhorns in den österreichischen Alpen. Quelle: Privat
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Stralsund

Der frühere Stralsunder Feuerwehrchef Jörg Janke wird seit Sonntag in den österreichischen Alpen gesucht. Einem Bericht des ORF nach war der 62-Jährige am Freitag alleine zu einer Wanderung zum mehr als 3300 Meter hohen Fuscherkarkopf aufgebrochen. „Alpinpolizisten und Bergretter sind unterwegs, dazu eine Hubschrauberbesatzung der Flugpolizei“, heißt es darin. Laut der Polizei in Salzburg hatte der Vermisste nach Angaben seiner Frau zum letzten Mal am 24. August telefonischen Kontakt zu ihr.

Die Polizei im nahe gelegenen Bruck informiert auf OZ-Nachfrage, dass Jankes in einem Hüttenbuch einen Eintrag hinterlassen habe. In diesem habe er die Route vermerkt, die er nehmen wolle. „Das ist unser primäres Suchgebiet. Es ist riesig und es gibt viele Möglichkeiten. Wir haben bisher leider nichts gefunden“, so ein örtlicher Polizist.

Spezialroute durch „Absturzgelände“

Die Hoffnung, Hinweisgeber zu finden, die Janke gesehen haben könnten, ist relativ gering, denn der ehemalige Feuerwehrmann habe ein Spezialroute gewählt. „Sie führt teilweise durch Gletschergebiet. Da ist schon richtiges Bergsteigen erforderlich“, sagt der Brucker Polizist und verwendet auch das Wort „Absturzgelände“. Etwas Hoffnung gibt es dennoch. Einem Hinweis nach soll ein Wanderer mit zwei Deutschen Kontakt gehabt haben. Ob es sich dabei um Janke handelte, ist unklar. Dennoch sollen die Deutschen nun ausfindig gemacht werden und nach dem Treffen befragt werden.

„Die Einsatzkräfte haben alle Pächter von Schutzhütten in der Region zwischen Salzburg und Oberkärnten informiert. Sie ersuchen Alpinisten und Wanderer sowie auch die Bevölkerung und Gäste im Tal um Hinweise“, heißt es beim ORF. In der Suchregion soll es laut Polizei am Wochenende lokale Gewitter gegeben haben. Die Temperaturen seien aber warm gewesen. Wie lange die Suche fortgesetzt wird, entscheiden die lokalen Behörden.

Viel Lob für Jankes Arbeit

„Wir hoffen sehr, dass Herr Janke gefunden wird. Wir fiebern mit seiner Familie“, sagt Anne Pilgrim von der Pressestelle des Stralsunder Rathauses. Die Stadt hat ihm viel zu verdanken. 27 Jahre lang, von 1990 bis 2017, leitete Brandrat Jörg Janke die Stralsunder Feuerwehr. In der Zeit wurde die Wehr modernisiert, unter anderem ist das Sicherheitstechnische Zentrum am Standort der Berufsfeuerwehr in der Seestraße für mehr als fünf Millionen Euro eingerichtet worden. „Jörg Janke hat hier in Stralsund eine tolle Arbeit geleistet und sehr viel vorangetrieben“, sagte sein Amtsnachfolger Florian Peters bei der Übernahme des Leitungspostens im Mai 2017.

Jörg Janke (in der Mitte) wurde im Mai 2017 aus dem Dienst bei der Feuerwehr verabschiedet. Für seine Dienste dankten ihm: Peter Paul (l., Präsident der Bürgerschaft), Oberbürgermeister Alexander Badrow (2.v.l.), Branddirektor Wolfgang Dähn (2.v.r.) und Hannes Möller, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes. Quelle: Pressestelle der Stadt Stralsund

Großes Lob gab es auch von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) anlässlich der Verleihung des Brandschutz-Ehrenzeichens der Sonderstufe, was die höchste Auszeichnung des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Bereich Brandschutz ist: „Jörg Janke ist ein Vorbild. Er zeigt in besonderem Maße, dass Verantwortung, Hilfsbereitschaft und Bürgersinn in unserer Gesellschaft nach wie vor hohe Werte sind und aktiv gelebt werden. Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau zu sein bedeutet, mit viel Enthusiasmus, Zeit- und Kraftaufwand die öffentliche Sicherheit in Mecklenburg-Vorpommern zu gewährleisten. Nicht selten wird dabei die eigene Gesundheit, ja sogar das eigene Leben für die Allgemeinheit eingesetzt.“

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