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MV aktuell TV-Moderatorin Anastasia: Darum lebe ich seit 13 Jahren zuckerfrei
Nachrichten MV aktuell TV-Moderatorin Anastasia: Darum lebe ich seit 13 Jahren zuckerfrei
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16:44 25.02.2019
Anastasia Zampounidis lebt zuckerfrei und schwört auf Gemüse. Sie hat zwei Bücher zum Thema gesunde Ernährung geschrieben. Quelle: Thomas Meyer/Ostkreuz
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Rostock

Sie war prominentes Gesicht des Musiksenders MTV und moderierte für das ZDF unter anderem die Außenwetten bei „Wetten dass..?“. Nun schreibt Anastasia Zampounidis Ernährungs-Ratgeber. Die OZ sprach mit der Berlinerin darüber, wie sie auf diesem Gebiet zur Expertin wurde und wie es funktioniert, mit dem richtigen Speiseplan glücklich zu leben.

OZ: Viele Zuschauer kennen Sie als Moderatorin. Jetzt haben Sie zwei Bücher geschrieben, in denen es um zuckerfreie Ernährung geht. Wie kam es zu dieser Neuorientierung?

Anastasia Zampounidis: Für mich persönlich ist das Thema ja gar nicht so neu. Im Gegenteil, es nimmt seit fast 13 Jahren einen sehr großen Raum in meinem Leben ein. Ich habe im April 2006 gemerkt, dass ich mich nicht mehr gut fühlte – dass ich zum Beispiel oft verspannt war, Nackenschmerzen hatte, dass ich schnell gereizt war oder müde. Ich habe mich dann von einer Expertin im Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin – kurz TCM – beraten lassen.

Moderatorin bei MTV und „Wetten dass..?“

Anastasia Zampounidis (50) begann ihre Karriere 1993 in Berlin beim Radio. 1999 wechselte sie zum Fernsehen und war auf MTV bis 2006 zu sehen. Anfang der 2000er moderierte die gebürtige Deutsche mit griechischen Wurzeln für drei Jahre die Außenwetten bei „Wetten dass..? Bis vor kurzem drehte sie Dokumentationen für das ZDF. 2017 und 2018 erschienen ihre beiden Bücher, die sich dem Thema „Zuckerfreie Ernährung“ widmen.

Und dann?

Hat es klick gemacht. Ich habe angefangen, Lebensmittel zu essen, die meinem Körper, meinen Organen gut taten. Und ich habe komplett auf Zucker verzichtet. Die Folge war, dass sich nach und nach all meine Probleme auflösten, ich ausgeglichener und meine Haut besser wurde, ich mich richtig wohl fühlte.

Warum dann erst jetzt die Bücher?

Weil es vorher einfach nicht dazu kam. Ich habe schon länger Frauen in meinem Umfeld gecoacht, die positive Veränderungen an mir bemerkten und fragten: Wie kann es sein, dass Du so jung aussiehst? Ich habe sehr viel über Ernährung gelernt. Aber richtig Fahrt aufgenommen hat das Thema, als ich 2016 für das ZDF eine Dokumentation mit dem Titel „Die Zuckerfalle“ gedreht habe – und danach in den Sendungen „Hart aber fair“ und „Volle Kanne“ als Gast darüber sprach. Plötzlich wollten sechs Verlage ein Buch mit mir machen.

Sie haben inzwischen zwei Bände veröffentlicht: „Für immer zuckerfrei: schlank, gesund und glücklich ohne das süße Gift“ und „Für immer zuckerfrei – meine Glücksrezepte.“ Mal ganz ehrlich: Geht es, wirklich immer auf Zucker zu verzichten?

Ja! Ich bin der Beweis. Und es kann jeder schaffen. Der Körper wird einige Wochen rebellieren, wenn Sie ihn vom Zucker entwöhnen. Sie werden vielleicht in den ersten Tagen Kopfschmerzen haben, Unruhe empfinden, nicht so gut schlafen. Aber ab etwa einem Monat danach werden all die positiven Folgen des Zuckerverzichts durchschlagen: Ausgeglichenheit, schöne Haare, schöne Haut, eine bessere, schlankere Figur ...

Zuckerfrei bedeutet für Sie aber nur Verzicht auf künstliche Zucker, oder?

Ja, es geht um raffinierten Zucker, Zucker, der künstlich hergestellt wird, alle Austauschstoffe und Süßstoffe. Die müssen gestrichen werden. Bei natürlichen Zuckern, zum Beispiel im Obst, ist es wichtig, sie sinnvoll, in Maßen und nicht zu spät am Tag zu konsumieren.

Heißt das aber nicht doch auch Verzicht auf so viele Genüsse?

Ich finde nicht. Und das soll es auch nicht. Es geht nicht darum, zu hungern oder nur noch rohes Gemüse zu knabbern. Sobald die Freude verloren geht, hält man ein Ernährungsprogramm sowieso nicht durch, dann muss man neu justieren. Aber bei meiner zuckerfreien Ernährung gibt es sehr viel Leckeres – zum Beispiel Nuss-Schoko-Creme, die natürliche Süße enthält. Oder Quinoa-Glückskugeln, die wie kleine Pralinen aussehen, aber eben aus Leinsamen, Trockenpflaumen, Mandeln, Zimt und Quinoa bestehen.

Anastasia beim OZ-Forum

Das OZ-Podium mit Anastasia findet am 14. März ab 18 Uhr im Rostocker OZ-Medienhaus (Richard-Wagner-Straße 1a) statt. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei. Inzwischen sind allerdings alle Plätze ausgebucht.

Der Besuch von Anastasia ist Teil der OZ-Serie „Fit und Gesund“. Vom 9. bis 23. März werden wir täglich auf über Gesundheitsthemen berichten. Zudem sind mehrere Gesundheits-Events geplant.

Anastasias Bücher gibt es bereits in den OZ-Servicecentern zu kaufen oder unter shop.ostsee-zeitung.de.

Neben dem Thema Zucker gehen Sie auch stark auf die Fünf-Elemente-Küche aus der Traditionellen Chinesischen Medizin ein, deren Maxime lautet, die wichtigen Organe richtig zu nähren. „Du fühlst, was Du isst“, schreiben Sie. Was bedeutet das?

Ein Beispiel: Wenn Sie schnell wütend werden und gereizt sind, ist oft die Leber geschwächt. Um das zu ändern, benötigen Sie bittere Nahrungsmittel wie Artischocken und Chicoree. Oder auch Kurkuma, das Sie morgens in Ihr Porridge zum Frühstück mixen können. Wenn Sie häufig grübeln, an Selbstzweifeln leiden, dann geht es oft der Milz nicht so gut. Das können Sie mit Hirse oder Walnüssen ausgleichen. Und noch mal zum Zucker: Wenn Sie ihn weglassen, vermeiden Sie ständige Schwankungen im Insulinspiegel, was Ihr Gemüt sonniger macht.

An einer Stelle Ihres neuen Buches empfehlen Sie, auf Knoblauch zu verzichten, der ja oft als gesundes Wunder-Lebensmittel gehandelt wird.

Ich verteufle Knoblauch nicht grundsätzlich. Er kann gut tun, aber wenn Sie zum Beispiel zu Wutanfällen neigen, sollten Sie ihn reduzieren, da er laut TCM die Galle belasten kann. Da sorgen dann Zitronen und Tomaten für Entspannung.

Sie gehen auch auf eine natürliche Energie ein, mit der jedes Lebensmittel aufgeladen sei, dem sogenannten Qi. Was steckt dahinter?

Je natürlicher ein Lebensmittel ist, desto energetischer ist es – desto mehr trägt es zum schnellen Fluss des Qi und somit dem Transport von Blut, Wasser und Säften im Körper bei. Also: Lieber Regionales und Unbehandeltes auf den Speiseplan. Und lieber Finger weg von Mikrowelle, Fritteuse, Dosen und Speisen, die weite Reisen hinter sich haben und stark bearbeitet wurden. Wissenschaftlich erwiesen ist das nicht, aber es ist meine eigene Erfahrung und die ganzer Generationen seit Jahrhunderten.

Begehen Sie selbst eigentlich noch Ernährungssünden?

Wenn ich mal über die Stränge schlage, dann heißt das ich nehme Chia- statt Leinsamen. Erstere sind nicht ganz so gut, da sie aus Asien oder den USA stammen und dementsprechend weniger Qi liefern. Oder ich esse abends Obst, was man ab 16 Uhr lieber lassen sollte, weil es der Körper dann nicht mehr so gut verwerten kann. Ich fühle mich aber auch gar nicht genötigt zu sündigen, da eine zuckerfreie Ernährung so viel Leckeres bietet: Hirse-Crêpes mit Mandelmus, Süßkartoffel-Apfel-Kasserolle oder Bohnen-Buletten, um nur drei Gerichte aus meinem Buch zu nennen.

Letzte Frage: Worauf können sich die Gäste unseres Podiums im März mit Ihnen in Rostock besonders freuen?

(lacht): Auf mich. Denn ich werde für alle Fragen ein offenes Ohr haben und sie beantworten. Vielleicht können wir ja auch ein paar regionale Besonderheiten besprechen. Zum Beispiel: Sollte man mal ein paar Ostsee-Algen auf den Teller legen? Ich denke ja, denn sie liefern Mineralstoffe und Vitamine und geben einem Essen in der richtigen Kombination das gewisse Etwas.

Stichworte für Anastasia

Datteln: Mein absolutes Lieblings-Lebensmittel: Sie haben alle Mineralien, Vitamine und Ballaststoffe, die man braucht. Man könnte zwei Wochen nur Datteln essen und wäre mit allem versorgt.

Zuckerfallen: Sollte man kennen, da die zuckerfreie Ernährung sonst zum Scheitern verurteilt ist. Salatdressing ist so eine, also lieber nur Olivenöl, Salz, Pfeffer und Zitronensaft für den Salat nehmen. Ebenso sollte man aufpassen bei Senf, Hustenbonbons, Kaugummi, Wurst, Sauerkraut oder Gewürzgurken. Da ist oft viel Zucker versteckt.

Vegetarier: Muss man nicht sein, um sich gut zu ernähren. Ich bin es aber aus Überzeugung, weil ich nicht will, dass Tiere für mein Essen leiden. Eiweiß und wichtiges Vitamin B12 hole ich mir aus Feta-Käse und Eiern. Grundsätzlich bietet vegetarische Ernährung große Vorteile, da sie viel Gemüse enthält, das unserem Körper mit guten Kohlenhydraten und wenig Kalorien wichtige Vitamine und Mineralstoffe liefert.

Neue Projekte: Ich sitze gerade täglich am Schreibtisch, um das nächste Werk zu verfassen - es wird sich natürlich wieder um zuckerfreie Ernährung drehen, indem ich versuche noch mehr Service und Unterstützung für die Umsetzung eines zuckerfreien Lifestyles zu liefern. Wenn alles gut geht, erscheint es noch dieses Jahr. Außerdem werde ich dieses Jahr in Zusammenarbeit mit einer gemeinnützigen Organisation an Schulen gehen, um der nachfolgenden Generation die Bedeutung von gesunder Ernährung nahe zu bringen.

Ostsee: Ich freue mich wieder nach Rostock zu kommen. Ich war bereits einmal hier und auch schon mehrfach für Kurzurlaube auf Rügen. Ich mag die Küste von Mecklenburg-Vorpommern.

Alexander Loew

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