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MV aktuell Brauereien in MV setzen auf Mixgetränke und alkoholfreies Bier
Nachrichten MV aktuell Brauereien in MV setzen auf Mixgetränke und alkoholfreies Bier
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17:05 02.08.2019
Brauerin Sophia Witt (30) von der Hanseatischen Brauerei Rostock bei der Qualitätskontrolle im Gärkeller. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Rostock

Wer keinen Grund zum Feiern hat, der schafft sich einen. Das dachten sich vor zwölf Jahren einige US-Amerikaner und riefen kurzerhand – vielleicht im Überschwang einer Bierlaune – den „Internationalen Tag des Bieres“ aus. Für den Termin wurde kein festes Datum ausgerufen, sondern der erste Freitag im August benannt. Geschickt gewählt: So können die Feiernden am Samstag ausschlafen.

Und wie so vieles, das aus den USA kommt, findet auch der bierselige Feiertag Nachahmer in aller Welt, auch in Mecklenburg-Vorpommern. Etwa bei der Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund. „Bei uns im Störtebeker Brauquartier kann man den Tag bei einer Brauereiführung ,feiern’“, sagt Sprecherin Elisa Raus. Zu verköstigen gebe es die Spezialitäten des Hauses. Zu den „beliebtesten Sorten derzeit“ zählten das Atlantik-Ale sowie das Bernstein-Weizen, „ein Klassiker im Sommer“, erklärt Elisa Raus.

Bildergalerie: Diese Getränke kommen aus MV

Wasser, Bier und Saft – verschiedene Getränke, die in MV hergestellt werden

Störtebeker erwartet neuen Absatzrekord

Überhaupt sei das sonnige Wetter der vergangenen Wochen für Störtebeker „das i-Tüpfelchen auf der generell sehr guten Entwicklung“, sagt die Sprecherin. Der Absatz in der ersten Jahreshälfte knüpfe an die „positive Bilanz“ des vergangenen Jahres an. 2018 habe das Unternehmen „einen neuen Absatzrekord“ verzeichnet, mit „insgesamt 248 000 Hektolitern Bier“. Für dieses Jahr rechnen die Störtebeker „mit einer erneuten Steigerung“.

„Der Wettergott ist der beste Bierverkäufer“, zitiert der Marketing-Experte der Hanseatischen Brauerei Rostock, Alexander Köthe, ein Sprichwort des deutschen Biermarktes. Vor allem Biermischgetränke seien gefragt, wenn die Sonne scheint. Im Ausnahmesommer habe der Absatz von Biermischgetränken bundesweit um mehr als zehn Prozent zugelegt. Von dem Trend profitiere auch die Rostocker Brauerei mit dem hauseigenen naturtrüben Radler, sagt Köthe. Konkrete Absatzzahlen nennt das Unternehmen nicht.

Alkoholfreie Biere sind gefragt

Von einem „regelrechten Run“ auf alkoholfreie Biere, wenn die Temperaturen auf 25 Grad Celsius und mehr klettern, spricht Störtebeker-Sprecherin Elisa Raus: „Gerade im Sommer bevorzugen Bierliebhaber eher helle, leichtere Biere, gern auch alkoholfrei.“ Eine „große Nachfrage“ gebe es nach den alkoholfreien Varianten von Atlantik-Ale und Bernstein-Weizen sowie für das alkoholfreie Pils mit Namen Frei-Bier.

Der Deutsche Brauer-Bund erwartet unterdessen, dass der Marktanteil alkoholfreier Biere in Deutschland von sieben Prozent im Jahr 2018 auf künftig zehn Prozent steigen wird. Bei der Rügener Insel-Brauerei in Rambin macht der Anteil alkoholfreier Biere bereits kurz nach ihrer Markteinführung die Hälfte der Produktion aus. Vier Sorten mit alkoholfreiem Gerstensaft hat die Brauerei gerade erst im Juni ins Angebot genommen.

Das größte Plus bei Biermixen

Auch bei der Mecklenburgischen Brauerei Lübz seien alkoholfreie Sorten „sehr erfolgreich“, erklärt Geschäftsführer Bastian Pochstein. Insgesamt verzeichne das Unternehmen „auf allen Ebenen ein Wachstum“. Die Absatzbilanz sei „zufriedenstellend“. Konkrete Zahlen nennt auch Lübzer nicht. „Das größte Plus verbuchen wir bisher bei den Biermixen“, sagt Pochstein: Vor allem Lübzer Grapefruit sei in den Somme

rmonaten „unser Top-Produkt und Nummer-eins-Biermix in ganz Nordost“.

Bierabsatz in Deutschland rückläufig

Der deutsche Biermarkt verzeichnet von Januar bis Mai 2019 ein Minus von 1,1 Prozent, erklärt der Marketing-Experte der Hanseatischen Brauerei, Alexander Köthe. Damit folge der Biermarkt einem „langfristig rückläufigen Trend“. Zwar habe es im Jahr 2018 ein „zartes Wachstum“ gegeben. Im langjährigen Vergleich hätten die deutschen Brauer aber „maßgeblich Absatz verloren“. Laut dem Deutschen Brauer-Bund lag der Bierabsatz im Jahr 2015 bei 95,7 Millionen Hektolitern, im Jahr 2018 waren es 94 Millionen Hektoliter.

Neben dem Internationalen Tag des Bieres am ersten Freitag im August feiert die Branche traditionell vor allem den Tag des Deutschen Bieres am 23. April. Der historische Anlass: Am 23. April 1516 wurde einst das deutsche Reinheitsgebot proklamiert. Demnach gehören nur Wasser, Hopfen und Gerste ins Bier. Die Hefe wurde laut Brauer-Bund erst später erwähnt, als man in der Lage war, Hefe herzustellen.

Die Marlower Brauerei setzt auf die sogenannten Craftbiere. 250 000 Liter der alkoholhaltigen Spezialitäten braut das Unternehmen pro Jahr. „Besonders beliebt ist das India Pale Ale“, erklärt Brauereichef Steffen Buth. Das Marlower India Pale Ale – kurz: IPA – ist den Angaben zufolge „ein obergäriges Bier, kalt gehopft mit feinstem Aromahopfen Malz“. Vertrieben werden die Marlower Produkte – darunter auch Pils, Dunkel, Weizen, Porter und Bock – über „ausgewählte Gastronomiebetriebe“, etwa in der Rostocker Stadthalle. Die Biere seien im Sommer „so stark nachgefragt, dass unsere Brauer kaum hinterherkommen“, sagt Buth.

Wenn’s kälter wird, wird das Bier dunkler

Und wenn die Tage kürzer und kühler werden, ändern sich die Gewohnheiten der Biertrinker. „Dann stehen eher dunklere Biere mit mehr Alkohol im Fokus, wie zum Beispiel unsere Eisbock-Biere“, sagt Störtebeker-Sprecherin Elisa Raus. Das gilt auch für die Lübzer Brauerei: Die Kunden würden in den kalten Monaten mehr dunkle Biere kaufen, etwa die Lübzer Sorten Schwarzbier und Ur-Kraft. Aus dem Sortiment der Rostocker Brauerei seien dann laut Köthe „gehaltvollere Biere“ wie die Bock-Sorten Hell und Dunkel gefragt.

Axel Meyer

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