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MV aktuell Tagesmüttern gehen die Kinder aus
Nachrichten MV aktuell Tagesmüttern gehen die Kinder aus
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06:24 22.09.2014
Müssen ihren Job als Tagesmütter in Wismar aufgeben: Ines Oldendorf (l.) und Iris Hoffmann-Wiegand mit ihren Schützlingen.
Müssen ihren Job als Tagesmütter in Wismar aufgeben: Ines Oldendorf (l.) und Iris Hoffmann-Wiegand mit ihren Schützlingen. Quelle: Nicole Hollatz
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Rostock

Schlechte Zeiten für Tagesmütter: In Mecklenburg-Vorpommern steigt die Zahl der Pflegepersonen, die ihre Arbeit aufgeben müssen. „Von 40 Tagesmüttern in Wismar und Umgebung hören acht auf“, bestätigt Iris Hoffmann-Wiegand, studierte Erzieherin mit der zusätzlichen Ausbildung zur „Frühkindlichen Bildung“.

Sie gehört zu diesen acht, zum 30. September hängt sie mit ihrer Schwester Ines Oldendorf den Job an den Nagel. „Wir haben jetzt als Zweierteam sechs Kinder, ab Oktober nur noch fünf.“ Zehn Kinder dürften sie haben. Die fünf decken gerade mal die laufenden Kosten.

Die beiden Fachkräfte arbeiten quasi umsonst. Zeitgleich hat in Wismar eine neue Kita mit allein 60 Krippenplätzen aufgemacht. Ein Verdrängungswettbewerb auf dem Rücken der Kinder und der Wahlfreiheit der Eltern.

Jana Stelzig, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Kindertagespflege im Land, sagt: „Wir haben im Landkreis Rostock ähnliche Sorgen. Dass mehr Kitas entstehen, haben wir der ungenügenden Bedarfserhebung zu verdanken. Die Eltern setzen ihr Kind auf zehn verschiedene Wartelisten für einen Kitaplatz, so ist der gefühlte Bedarf viel höher als der tatsächliche.“ Und so entstünden Kindergärten, die den Tagesmüttern die Existenzgrundlage – die Kinder – nehmen.



Nicole Hollatz