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MV aktuell Technologie-Gigant Siemens investiert kräftig in MV
Nachrichten MV aktuell Technologie-Gigant Siemens investiert kräftig in MV
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05:00 16.05.2019
Die Wismarer Werft bekommt eine Landstromversorgung. Quelle: MV Werften
Rostock

100 Millionen Grad heißes Plasma. Eingeschlossen in einem Käfig aus 50 supraleitenden, jeweils mehr als drei Meter hohen Magnetspulen aus Titan, die mit flüssigem Helium fast auf den absoluten Nullpunkt heruntergekühlt werden. Das ist Wendelstein 7-X in Greifswald.

In der weltweit größten Fusionsanlage ihres Typs stecken auch rund 200 Simatic-Steuereinheiten von Siemens. „Wir sind stolz, an dieser hochkomplexen Spitzenforschung mitzuwirken“, erklärt Frank Haacker, Sprecher die Siemens-Niederlassung Rostock. Denn Wendelstein 7-X ist derzeit das wohl aufwendigste Automatisierungs-Objekt in MV. Und eine Millionen-Investition für Siemens im Nordosten.

63 Millionen Euro Geschäftsvolumen

Auf rund 63 Millionen Euro Geschäftsvolumen brachten es die Siemens-Mitarbeiter im Nordosten im vergangenen Geschäftsjahr. Derzeit habe man 92 Mitarbeiter und fünf Azubis, erklärt Haacker.

Gerade erst seien wieder drei Mitarbeiter eingestellt worden: zwei Experten für Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, ein Projektleiter für Sicherheits- und Brandmeldeanlagen sowie Zutrittsberechtigungen. „Wir wachsen langsam, aber stetig.“ Und, so Haacker: „Wir haben keine Fluktuation.“

Landstrom-Anschluss für MV Werften kurz vor der Übergabe

Zu den großen Projekten der Aktiengesellschaft im Bereich Umwelt in MV gehört der Landstrom-Anschluss für die MV Werften am Standort Wismar: Versorgt werden sollen künftig sowohl das Wohnschiff der Werftarbeiter mit vier Megawatt Leistung als auch die entstehenden Global-Class-Schiffe (zweimal zwölf Megawatt). Ziel: Emissionen und Lärm zu reduzieren. Denn an Land und an Bord können dann die Dieselgeneratoren abgeschaltet bleiben. Dazu nötig: eine Umspannstation.

In den nächsten drei Wochen liefen „die finalen Programmierungsarbeiten“, erklärt Werften-Sprecher Stefan Sprunk. Voraussichtlich im Juni soll die Anlage an die Werft übergeben werden, sagt Lars Kläschen, Siemens-Sprecher für Norddeutschland. „Es freut uns sehr, dass sich die Werft so für Landstrom engagiert.“

Siemens stehe bereit für ähnliche Vorhaben, betont Frank Haacker. Einer der wichtigsten Partner hierfür: der kommunale Energieversorger Wemag in Schwerin.

Wichtiger Geschäftsbereich: Gesundheitstechnik

Gesundheit ist ein weiterer wichtiger Geschäftsbereich für Siemens: Hier habe der Technologiekonzern zum Beispiel zwei jeweils zehn Jahre alte Magnetresonanztomographen (MRT) der Uniklinik Rostock auf den neuesten Stand gebracht und so fit für die Zukunft gemacht. „Retrofit“ sei nachhaltig und ressourcenschonend, betont Haacker. „Jetzt sind die Geräte wie neu.“

Und noch ein zukunftsträchtiger Geschäftsbereich: Verkehrsströme, beziehungsweise ihre adaptive, umweltsensitive Steuerung. Heißt im Klartext: den Autoverkehr über variable Ampelschaltungen und optimierte Geschwindigkeiten so zu steuern, dass möglichst wenig Wartezeiten oder gar Staus entstehen.

Ampeln clever schalten

Intelligente Algorithmen ließen zum Beispiel morgens den stadteinwärts fahrenden Autos längere Grünphasen, abends dann den Pendlern ins Umland. Weitere Vorteile: Verkehrsbedingte Umweltbelastungen würden reduziert, die Verkehrssicherheit hingegen erhöht. Die Verfahren ließen sich über eine Cloud steuern, aber auch mit bereits vorhandenen Rechensystemen. Hierzu sei man zum Beispiel mit Rostock, Stralsund und Schwerin im Gespräch, so Haacker.

Ein Referenzprojekt sei zum Beispiel die Stadt Wedel: Hier hat Siemens die Feuerwehr- und Rettungswagen mit Technik ausgestattet, die es den Fahrern erlaubt, bei Notfalleinsätzen die Ampeln auf Grün zu schalten. Denkbar sei auch, Autofahrer in der Nähe von Schulen und Kindergärten über Cockpitanzeigen und akustische Signale zu warnen.

App für virtuelle Verkehrsschilder

Ebenfalls keine Zukunftsmusik mehr: eine App von Siemens, die virtuelle Verkehrsschilder ins Auto einspielt, die Parkplatzsuche vereinfacht, die Geschwindigkeit optimiert. Hierzu sei man unter anderem mit den Schweriner Verkehrsbetrieben im Gespräch.

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Thomas Luczak

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