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MV aktuell Terror-Gefahr: Krankenhäuser in erhöhter Alarmbereitschaft
Nachrichten MV aktuell Terror-Gefahr: Krankenhäuser in erhöhter Alarmbereitschaft
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00:00 14.12.2015
Grund ist die aktuell erhöhte Terrorgefahr in Deutschland.“Reinhard Hoffmann, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
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Rostock

Die Krankenhäuser im Land sollen sich in nächster Zeit verstärkt auf die Versorgung von Terror-Opfern vorbereiten. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat ihre Kliniken zu erhöhter Alarmbereitschaft aufgerufen — auch in Mecklenburg-Vorpommern. „Grund ist die aktuell erhöhte Terrorgefahr in Deutschland“, erklärt DGU-Generalsekretär Reinhard Hoffmann. Die stelle die Unfallchirurgie vor besondere Herausforderungen. Denn sehr schnell müsse eine erhebliche Anzahl verletzter und schwer verletzter Menschen behandelt werden — so wie jüngst bei den Anschlägen in Paris. Die Kliniken des Netzwerkes, darunter 18 in MV, sollen deshalb ihre Alarmpläne aktualisieren, ausreichend Material für Operationen bereithalten und die Behandlung von vielen Verletzten üben.

Die Universitätsmedizin Rostock ist in der DGU vertreten. „Unter normalen Bedingungen können wir zeitgleich zwei Schwerstverletzte behandeln“, berichtet Thomas Mittlmeier, Direktor der Chirurgischen Klinik. Bei Unglücken oder Anschlägen würden jedoch Betten und Technik anderer Stationen zur Verfügung gestellt und die Mitarbeiter zusammengezogen. 50 bis 70 Leute könnten im Notfall gleichzeitig versorgt werden. Wichtig sei, schnelle Diagnosen zu stellen, um zu sehen, welche Patienten dringend operiert werden müssen.

Eine Massen-Versorgung gab es in der Rostocker Uni-Klinik schon einmal im April 2011. Bei einem Sandsturm-Unfall auf der Autobahn waren mehr als 80 Fahrzeuge ineinandergefahren. „Dabei hat sich gezeigt, dass wir gut vorbereitet waren“, sagt Mittlmeier. Und erst im vergangenen Jahr wurde der „gut gestaltete Katastropheneinsatzplan“ aktualisiert.

Die meisten Kliniken proben alle zwei Jahre einen sogenannten „Massenanfall von Verletzten“ — zum Beispiel durch Bus- oder Zugunglücke. Doch die verschiedenen Übungsszenarien sind laut DGU-Generalsekretär Hoffmann mit erheblichen Kosten verbunden und deshalb nicht umfänglich möglich. Er fordert von der Politik deshalb bessere Unterstützung — auch finanziell. Denn: Die Notfallaufnahmen der Kliniken sind unterfinanziert. „Stünde mehr Geld zur Verfügung, könnte anders geübt werden“, sagt auch Mathias Bonatz vom Helios Hanseklinikum Stralsund. Beispielsweise könnten Unfälle mit chemischen Giftstoffen trainiert werden, würde die Ausrüstung mit Schutzkleidung durch das Land erfolgen. „Die Notfallpläne sind aber so ausgelegt, dass sie einem Massenanfall von Patienten standhalten“, ergänzt Bonatz. Der nächste reguläre Notfalltag sei im Januar bei den Helios-Kliniken in Schwerin geplant. Auch die Uni-Medizin Greifswald sei durch regelmäßige Übungen gut vorbereitet, sagt der ärztliche Vorstand Thorsten Wygold: „Egal ob es einen Massenunfall auf der A 20 gibt oder eine Bombe hochgeht.“

Nach Einschätzung des Bundeskriminalamts wird die Gefahr durch islamistischen Terrorismus länger bestehen. 430 Islamisten in Deutschland gelten derzeit als sehr gefährlich.



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