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MV aktuell Teufelberger legt Pläne auf Eis
Nachrichten MV aktuell Teufelberger legt Pläne auf Eis
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07:40 15.09.2015
So soll das Seilwerk am Stralsunder Frankenhafen einmal aussehen. Aber die Pläne dafür liegen jetzt auf Eis. Quelle: Grafik Teufelberger
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Stralsund

Entsetzen in Stralsund: Der österreichische Seilhersteller Teufelberger hat seine als sicher geglaubten Pläne, in Stralsund ein Werk zur Herstellung von schweren Stahlseilen zu errichten, auf die lange Bank geschoben.

Hauptgrund für den unerwarteten Stopp des Großprojektes sei der drastisch sinkende Ölpreis, verlautete am Wochenende aus ranghohen Wirtschaftskreisen. Demnach gebe es bislang auch keinen festen Zeitpunkt, wann das Familienunternehmen mit Hauptsitz in Wels in Österreich das Vorhaben weiterverfolgen werde.

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Eine Sprecherin des Unternehmens sagte am Montag, Grund seien die noch laufenden Verhandlungen mit den Baupartnern, die Ergebnisse aus den Bodenuntersuchungen auf dem Grundstück sowie die Marktentwicklung im Offshore-Bereich. Es gebe noch eine Reihe offener Fragen, so dass nicht mehr vor dem Winter mit dem Bau begonnen werden könne.

Einen möglichen neuen Termin für den Baustart nannte die Sprecherin nicht. Das Grundstück, auf dem nach Angaben von Teufelberger kontaminiertes Material gefunden sei, gehört der Stadt.

Teufelberger hat in Stralsund den Bau einer Produktionsanlage für schwere Stahlseile mit 70 Arbeitsplätzen geplant. Im Herbst 2016 sollte die Produktion starten. Knapp 40 Millionen Euro wollen die Österreicher bisherigen Angaben zufolge in den Standort im Stralsunder Frankenhafen investieren.

Die speziellen Seile, mit denen Plattformen zur Erdölförderung in der Tiefsee verankert werden, können nur in einem Stück gefertigt werden und müssen wegen ihres hohen Gewichtes von mehreren hundert Tonnen zum Transport direkt auf ein Schiff verladen werden. Deshalb war Stralsund bei der Standortauswahl rasch in den engeren Kreis gekommen.

Der Ölpreis befindet sich seit einem Jahr auf Talfahrt. Seit Mitte Juli liegt er stabil bei unter 50 Dollar pro Barrel. Deshalb haben die Mineralölkonzerne derzeit kein Interesse, neue Bohrplattformen zu installieren, um noch mehr Öl fördern zu können. Demzufolge werden auch keine Stahlseile zur Verankerung der Plattformen im Meeresboden benötigt.



Benjamin Fischer