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MV aktuell Teurer Tod – Hunderttausende Euro für Sozialbestattungen
Nachrichten MV aktuell Teurer Tod – Hunderttausende Euro für Sozialbestattungen
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07:49 18.11.2019
(Symbolbild) Schwerer Abschied: Wenn ein geliebter Mensch von uns geht, stehen viele Kosten auf dem Plan. Für viele sind diese nicht zu stemmen. Quelle: Thomas Kube
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Schwerin

Die öffentliche Hand in Mecklenburg-Vorpommern gibt jedes Jahr mehrere hunderttausend Euro für sogenannte Sozialbestattungen aus. Allein die Landeshauptstadt Schwerin hat in diesem Jahr schon mehr als 200 000 Euro Beerdigungskosten für Menschen übernommen, die vor ihrem Tod nicht selbst vorgesorgt haben und deren Angehörige nicht in der Lage sind, die Kosten zu tragen.

Eine einfache Bestattung kostet über 1000 Euro

Die Beerdigungskosten sind nicht gering: Selbst eine einfache Bestattung ist nicht für unter 1000 Euro zu bekommen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. So führt die Richtlinie zur Übernahme von Bestattungskosten des Landkreises Rostock bei einer Feuerbestattung 360 Euro für den Sarg auf, 115 Euro für das Öffnen und Schließen der Gruft. Es soll würdevoll zugehen, deshalb sind auch 40 Euro für Blumenschmuck und 150 Euro für den Trauerredner vorgesehen.

Hinzu kommen eine Vielzahl weiterer Kosten: von der Gebühr für die Leichenschau bis hin zu Bestattungswäsche, Urne und Sterbeurkunde. Für Steinmetzarbeiten können bis zu 350 Euro übernommen werden.

Man geht nicht von einer Abnahme der Fälle aus

Im Landkreis Vorpommern-Rügen haben in diesem Jahr Angehörige in bislang 76 Sterbefällen einen Antrag auf Unterstützung gestellt. Dies ist ein Fall mehr als im gesamten Vorjahr. Künftig werde sich die Zahl der Sterbefälle, bei denen Bestattungskosten übernommen werden, voraussichtlich zwischen 80 und 100 bewegen, sagte Kreissprecher Achim Foitzheim. Die Kostenobergrenze beträgt in Vorpommern-Greifswald derzeit 1274 Euro für eine Feuer- oder Seebestattung und 1518 Euro für eine Erdbestattung.

Auch im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte geht man schon wegen der demografischen Entwicklung nicht von einer Abnahme der Fälle aus, wie eine Sprecherin sagte. Im vergangenen Jahr übernahm der Kreis rund 107 500 Euro Bestattungskosten. Diese Summe ist dieses Jahr bereits jetzt erreicht.

Oft gibt es niemanden, der sich kümmert

Der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Andreas Bonin, sagte: „Aus meiner Sicht kann es zu einer Erhöhung der Fallzahlen und der Kosten kommen, da aus den Unterlagen der Antragsteller oder der Hilfeempfänger ersichtlich ist, dass kaum einer mit einer Sterbe- oder Lebensversicherung für den Tod vorsorgt.“ Künftig kämen auch die geburtenstarken Jahrgänge zum Tragen.

Mitunter kümmert sich auch einfach kein Angehöriger um die Bestattung eines Toten oder es gibt keinen Angehörigen. Dann kommt es zu einer ordnungsbehördlichen Bestattung, wie Rostocks Stadtsprecher Ulrich Kunze erklärte. Im vergangenen Jahr habe das Stadtamt der Hansestadt in 104 Sterbefällen selbst den Auftrag zur Bestattung an ein Unternehmen erteilt. Das war ein Höchststand innerhalb der letzten zehn Jahre. Im Jahr 2017 hatte es 99 Fälle gegeben.

Von RND/dpa

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