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MV aktuell Teures Wasser: Hoher Leerstand treibt Wohnkosten in die Höhe
Nachrichten MV aktuell Teures Wasser: Hoher Leerstand treibt Wohnkosten in die Höhe
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11:27 15.10.2018
In einem Wohnblock in Dranske auf Rügen sind die Wasserkosten durch den Leerstand in die Höhe geschossen. Quelle: Jens Büttner/dpa
Dranske

Der Wohnungs-Leerstand in Mecklenburg-Vorpommern führt zu hohen Kosten für viele Vermieter – die in einigen Fällen auf die verbliebenen Mieter umgelegt werden. „In der Tat ist bei hohem Leerstand die Infrastruktur oft überdimensioniert, was zu höheren Kosten führt“, sagt Eva-Maria Kröger, wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Schweriner Landtag. Bei der Wasserversorgung etwa berechnen die zuständigen Zweckverbände ihre Grundgebühren für ein Wohnhaus unabhängig davon, ob die Wohnungen darin belegt sind oder nicht. Vor allem in den ländlichen Regionen des Landes ist der Anteil unvermieteter Wohnungen hoch. Ein Beispiel ist Gnoien (Landkreis Rostock): Dort und in den umliegenden Dörfern gibt es in einzelnen Wohnblöcken einen Leerstand von bis zu 50 Prozent.

Die schmerzhaften Konsequenzen bekamen gerade Mieter in Dranske im Norden der Insel Rügen zu spüren. Die Bewohner mehrerer Blöcke beklagen, dass ihre Nebenkosten - vor allem für Wasser und Heizung - außergewöhnlich hoch seien. Etliche Wohnungen stehen leer. Einer Mieterin wurde von der Hausverwaltung das Dreifache des für Rügen üblichen Wasserpreises berechnet: Statt 4,88 Euro pro Kubikmeter soll sie 13,31 Euro zahlen. Viele der Mieter klagen deshalb jetzt gegen die Eigentümer der Wohnblocks, Hansa-Investor Rolf Elgeti und seinen Bruder Horant Elgeti. Rolf Elgeti erklärte, dass die Grundgebühr, die der Zweckverband berechne, sich durch den Leerstand auf weniger Mietparteien verteile und deswegen pro Mieter höher ausfalle.

Vermieter darf nicht egal sein, wenn Kosten ins Unermessliche steigen

Für Linken-Politikerin Eva-Maria Kröger ist dieses Vorgehen ein Unding. „Es ist ein unhaltbarer Zustand, wenn Mieter aufgrund von Leerstand das drei-, vier- oder fünffache an Betriebskosten bezahlen müssen“, sagt sie. In solchen Fällen müssten die Kosten solidarisch in der Region verteilt werden. Der Eigentümer sei aber auch in der Pflicht, den Kontakt zum Zweckverband zu suchen, um eine Lösung für die Mieter zu finden. Dem Vermieter dürfe es nicht egal sein, wenn die Kosten für seine Bewohner ins Unermessliche steigen.

Der Städte- und Gemeindetag MV kennt die Situation. „Leerstehende Wohnungen sind ein Problem für die Vermieter“, sagt Andreas Wellmann, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Doch für die verbliebenen Mieter dürfe sich deswegen am Wasserpreis nichts ändern. Es falle keine Verbrauchsgebühr an und die Grundgebühr für die leerstehenden Wohnungen dürfe nicht auf die übrigen Mieter umgelegt werden. „Auf die sinkenden Verbräuche versuchen unsere Verbände mit Effizienzsteigerungen bei der Aufgabenerfüllung zu reagieren“, erklärt Wellmann.

Abrechnungen sollten genau geprüft werden

„Mieter, die nicht übervorteilt werden wollen, sollten wissen, was zu den Betriebs-/Nebenkosten gehört“, rät Ulrich Ropertz, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes (DMB). Zur Kaltmiete gehöre unter anderem Wasserversorgung, Abwasser, Straßenreinigung und Müllabfuhr. Die Abrechnungen sollten genau überprüft werden.

Vom Land ist keine Hilfe zu erwarten. „Das Innenministerium von MV gewährt keine Fördergelder, die auf die Gebührenstabilität für die Abwasserzweckverbände ausgerichtet sind“, erklärt Sprecherin Marion Schlender.

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Bernhard Schmidtbauer

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