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MV aktuell So bunt ist die Welt der Schmetterlinge in MV
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05:00 10.01.2019
Ein seltenes Thymianwidderchen. Es ist im ersten Verbreitungsatlas für Schmetterlinge in MV zu finden. Quelle: Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie MV
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Rostock

Phantastische Schmetterlinge und wo sie zu finden sind – das kann man im ersten Verbreitungsatlas für Schmetterlinge in MV nachlesen. Wichtigste Nachricht: In den letzten 100 Jahren gingen im Nordosten relativ wenige Schmetterlingsarten verloren. 170 Arten der Gruppen Blutströpfchen, Schwärmer, Bären und Spinnerartigen werden in dem jetzt vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) herausgegebenen Atlas vorgestellt. Dafür haben zumeist ehrenamtlich arbeitende Insektenforscher etwa 30 000 Daten aus privater Hand, Museen, der Umweltverwaltung des Landes und der Literatur aufbereitet und mit aktuellen Erkenntnissen aus der Feldforschung ergänzt.

In den letzten 100 Jahren gingen im Nordosten relativ wenige Schmetterlingsarten verloren. MV bietet den geflügelten Schönheiten gute Bedingungen. Dennoch sind viele Arten bedroht. Jetzt gibt es den ersten Verbreitungsatlas für Schmetterlinge.

Wie gut sind die Bedingungen in MV für Schmetterlinge?

Das Land bietet eine große Lebensraumvielfalt: breite Küstengebiete, viele Gewässer und Moore, aber auch ehemalige Truppenübungsplätze. Dadurch sind die Bedingungen für Schmetterlinge in MV wesentlich besser als in vielen anderen Bundesländern, die Artenvielfalt ist groß. Udo Steinhäuser, Mitautor des Verbreitungsatlas: „Überraschend ist, dass MV in den letzten 100 Jahren relativ wenige Arten verloren hat.“ Von vielen Arten gibt es aber nur noch kleine Restpopulationen, die immer mehr „verinseln“, also kaum noch Kontakt zu anderen haben. Sie sind daher hochgradig gefährdet. „Als besonders wertvoll erwiesen sich eiszeitliche Sand- und Kiesflächen bei Pasewalk und Torgelow, da hier vielfach beruhigte unzerschnittene Landregionen liegen“, so der Experte.

Welche Arten sind am häufigsten vertreten?

Das kleines Nachtpfauenauge, die Grasglucke, auch Trinkerin genannt, der Mondvogel, die Roseneule, der Braune Bär und der Blutbär sind nahezu flächendeckend im ganzen Land zu finden.

Welche Arten sind besonders selten?

Der Hummelschwärmer kam zuletzt nur am Stettiner Haff, bei Lübz und Waren vor. Die Weidenglucke wurde zuletzt bei Linstow nachgewiesen und die Pappelglucke in Auwaldresten an der Elbe. Nur noch östlich der Müritz kann man den Habichtkrautspinner finden. Der Alteichen-Glasflügler wurde zuletzt im Jahr 2007 bei Ludwigslust gesichtet. Besonders gefährdet sind vor allem hoch spezialisierte Arten wie das Thymianwidderchen. Es braucht thymianreiche Magerrasen, wie es sie in Vorpommern bei Grünz gibt. Aber auch Arten, die spezielle gefährdete Lebensräume besiedeln und besondere mikroklimatische Ansprüche stellen, haben es nicht leicht. Zum Beispiel der Habichtskrautspinner, der Magerrasen in Gewässernähe bevorzugt.

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel?

Am deutlichsten wirken sich klimatische Veränderungen auf die Wanderfalter aus, die im Frühjahr aus dem Mittelmeerraum einwandern und normalerweise nur bis zum Herbst bleiben. „Südlich verbreitete Arten sind nun auch häufiger in MV zu beobachten und können auch hier überwintern“, so Steinhäuser. Neben dem Nachtkerzenschwärmer trifft dies zum Beispiel auf das Taubenschwänzchen und den Totenkopffalter zu. Auch der Purpurbär ist normalerweise im Süden verbreitet, wird aber zunehmend auch in MV nachgewiesen.

Wie kann man Schmetterlingen helfen?

„Es muss ein Umdenken in der Art der Landnutzung stattfinden, hin zu artenreichen, extensiveren Wirtschaftsweisen wie zum Beispiel Ökolandbau“, sagt Steinhäuser. Es müsse mehr Raum für Natur geschaffen werden, etwa durch blütenreiche Wegränder, Feuchtwiesen oder Wald- und Wiesensäume. Wichtig sei außerdem ein gut funktionierendes Biotopverbundsystem. Private Gartenbesitzer sollten durch heimische Blütenpflanzen für Vielfalt sorgen. Zudem sollten Pestizide und Dünger vermieden werden. Und: Alle Insektenfreunde und Gärtner sind aufgerufen, die Augen stets nach neuen Arten offen zu halten. Steinhäuser: So könnte der nächste Atlas noch erweitert werden.

Rabea Osol

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