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MV aktuell Tornado zieht über Kap Arkona hinweg: Urlauber fotografiert Windhose vor Rügen
Nachrichten MV aktuell Tornado zieht über Kap Arkona hinweg: Urlauber fotografiert Windhose vor Rügen
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13:25 08.08.2019
Ein Tornado zieht am frühen Donnerstagmorgen über Kap Arkona. Quelle: Michael Ruhl
Rügen

Eigentlich wollte Michael Ruhl den Sonnenaufgang fotografieren. Doch an diesem Donnerstagmorgen entdeckte der Hobby-Fotograf und Rügen-Urlauber aus dem Kreis Höxter (Nordrhein-Westfalen) etwas Sonderbares am wolkenverhangenen Himmel: Eine dreieckige Spitze, die sich rasch über das Kap Arkona hinweg bewegte. „Was ist denn das?“, dachte sich der 54-Jährige und blickte fasziniert in den Himmel.

Als das Gebilde länger wurde. Ruhl holte sein 300-Millimeter-Teleobjektiv aus der Tasche, um das Phänomen möglichst groß fotografieren zu können. Schließlich zog es um die Landspitze herum. Ein paar Augenblicke später war aus der Spitze eine lange Röhre geworden, die von den Wolken bis auf die Ostsee hinabreichte und das Wasser aufwirbelte.

Echter Glücksfall

Ruhl hat einen Tornado fotografiert. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagt der Urlauber, der gerade mit seiner Frau auf dem Campingplatz Juliusruh Campingurlaub macht.

Eine seltene Wetter-Beobachtung machte OZ-Leser Michael Ruhl am Donnerstagmorgen über der Insel Rügen: Für etwa sechs Minuten konnte er Tornado fotografieren.

Etwa sechs Minuten, nachdem er aufgetaucht war, verschwand der Tornado auch schon wieder. „So eine Beobachtung ist extrem selten, ein echter Glücksfall“, sagt Meteorologe Uwe Ulbrich vom NDR-Wetterstudio auf Hiddensee. Wenn überhaupt, lassen sich diese Wirbelwinde in dieser Jahreszeit beobachten. Im Spätsommer herrschen die dafür nötige Temperaturunterschiede zwischen aufgeheizter Ostsee und kalten Luftmassen, die Windhosen und Tornados entstehen lassen.

An der Ostsee häufiger

Anhand der Fotos schätzt Ulbrich, dass sich einen Tornado der Größe F0 handelt. Das ist die kleinste Einheit, die es gibt. An Land könnte er Äste abbrechen, Plakatwände umstürzen und Schornsteine leicht beschädigen. 590 Tornados treten jährlich in ganz Europa auf, davon 290 über See so der Meteorologe, nur ein Teil davon werde registriert. An der Ostsee seien die Phänomene häufiger als in anderen Regionen, insbesondere auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Hinzu kommt, dass hier im Sommer viele Urlauber mit Kameras unterwegs sind,

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Von Gerald Kleine Wördemann

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