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MV aktuell Toter Wal vor Zingst angespült - diesmal kein Gag
Nachrichten MV aktuell Toter Wal vor Zingst angespült - diesmal kein Gag
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16:49 31.05.2018
Der tote Schweinswal am Strand zwischen Zingst und Prerow.
Der tote Schweinswal am Strand zwischen Zingst und Prerow. Quelle: Annelie Haack
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Zingst

Dieses Mal ist er leider echt: Am Strand zwischen Zingst und Prerow (Vorpommern-Rügen) ist am Donnerstag ein toter Schweinswal angespült worden. Badegäste hatten das tote Tier am frühen Nachmittag im Wasser treibend entdeckt und an Land gezogen sowie das Nationalparkamt Vorpommersche Boddenlandschaft informiert.

Nach Angaben von Volkhard Heller, Experte des Stralsunder Meeresmuseums, ist das etwa 1,50 Meter lange und 70 Kilogramm schwere Weibchen erst ein, bis zwei Tage tot. „Oftmals treiben die toten Tiere noch länger im Wasser bis sie angespült werden“, so Heller, der den Kadaver gestern vom Strand abtransportierte. Die Todesursache soll nun im Stralsunder Meeresmuseum untersucht werden. „Rein äußerlich ist das Tier unverletzt“, sagte Heller gestern. Die Haut des Tieres habe sich erst nach dem Tod durch die Sonneneinstrahlung abgelöst.

Bedrohte Tierart

Es ist das dritte Mal in diesem Jahr, dass ein toter Schweinswal an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns angeschwemmt wurde, das erste Mal im Landesteil Vorpommern. Schweinswale sind vom Aussterben bedroht. Laut BUND leben in der Ostsee nur noch einige Hundert Exemplare. Der Schweinswal ist der einzige heimische Wal, der hier ganzjährig vorkommt. Männliche Schweinswale in der Ostsee werden im Schnitt 1,40 Meter lang, Weibchen etwa 1,50 Meter. Die Tiere werden zwischen 40 und 80 Kilogramm schwer.

Aufregung um Pottwal

Erst am vergangenen Freitag hatte ein vermeintlich echter Pottwal an der Seebrücke in Zingst für Aufregung gesorgt. Der Wal bestand allerdings aus Plastik und war ein Kunstprojekt des internationalen Künstlerkollektivs „Captain Boomer“ anlässlich des Zingster Umweltfotofestivals „Horizonte“. Mit der Aktion sollte auf die Vermüllung der Meere aufmerksam gemacht werden.

Die Aktion in Zingst war im Vorfeld geheim gehalten worden und hatte für einigen Wirbel gesorgt. Mittlerweile ermittelt sogar die Staatsanwaltschaft Stralsund gegen den Chef der Zingster Kur- und Tourismus GmbH, Peter Krüger, wegen Notrufmissbrauchs. Krüger hatte wegen des falschen Pottwals die Polizei gerufen. 

„Tour de Meeresmüll“

Die Vermüllung der Meere ist eines der Kernthemen des diesjährigen Umweltfotofestivals „Horizonte“ in Zingst. Mit zahlreichen Aktionen machen dort die Umweltschützer vom BUND auf das Thema aufmerksam. Am Sonnabend, 2. Juni, um 11 Uhr startet beispielsweise an der Seebrücke in Zingst die „Tour des Meeresmüll“, eine Fahrradtour mit BUND-Aktivistin Kea Hinsch. 800 Kilometer wird die 19-Jährige die deutsche Küste entlang fahren, von Zingst nach Rostock, Wismar Lübeck, Kiel, Föhr, Hamburg, Cuxhaven, Bremerhaven und Bremen.

Robert Niemeyer

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